• 20. Februar 2023 · 15:33 Uhr

Verschwendest du deine besten Jahre bei McLaren, Lando Norris?

Während Lando Norris hofft, dass McLaren 2025 den großen Durchbruch schaffen wird, glaubt Jenson Button, dass er einen schweren Fehler gemacht hat

(Motorsport-Total.com) - Lando Norris glaubt, dass 2025 sein großes Jahr in der Formel 1 werden könnte. Der 23-Jährige gilt als eins der größten Fahrtalente in der Königsklasse und wurde in der Vergangenheit schon von Red Bull umworben. Und Norris ist realistisch genug, um zu wissen, dass es vor 2025 schwierig wird, den Durchbruch zu schaffen.

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Lando Norris weiß, dass 2023 eine schwierige Saison für ihn werden könnte Zoom Download

Anfang 2019 begann der Umbau des McLaren-Teams. Andreas Seidl kam als neuer Chef, und statt Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne wurden Carlos Sainz und Norris als Fahrer engagiert. Außerdem leitete McLaren hinter den Kulissen Infrastrukturmaßnahmen in die Wege.

Der neue Windkanal soll 2023 in Betrieb gehen. Das bedeutet, dass auch das 2024er-Design nur zum Teil mit dem neuen Equipment entstehen und dass die Modernisierung erst mit dem 2025er-Auto voll greifen wird. Zu spät, um Supertalent Norris bei McLaren bei Laune zu halten?

"Ich bin geduldig genug, diese paar Jahre auszusitzen", winkt der ab. "Oder besser gesagt: Nicht aussitzen, sondern ich bin bereit, das Beste aus diesen zwei Jahren herauszuholen. Ich bin ja erst 23. Ich glaube, dass ich noch viele Jahre vor mir habe. In zwei Jahren bin ich 25, und das könnte dann das Jahr sein, in dem wir wirklich kämpfen können."

Wie viel verliert McLaren mit Andreas Seidl?

Andere sind da zurückhaltender. McLaren hat mit Andreas Seidl einen wichtigen Mann verloren, und der Mercedes-Motor mag zwar sehr konkurrenzfähig sein, doch eine Kunden-Powerunit bedeutet immer, dass man im Chassisdesign Kompromisse eingehen muss, die die Werksteams nicht eingehen müssen.

Der ehemalige McLaren-Pilot Jenson Button befürchtet, dass Norris bei McLaren gerade seine besten Jahre vergeudet: "Ich war überrascht, dass er so einen langfristigen Vertrag unterschrieben hat. Denn in diesem Sport weißt du nicht, wer vorn sein wird, aber du musst in einem Siegerauto sitzen", sagt er in einem Interview mit 'Sky'.

"Talent allein reicht nicht aus, um ein Auto nach vorn zu bringen. Du kannst in der Entwicklung schon mithelfen, aber du brauchst ein konkurrenzfähiges Auto, um Rennen zu gewinnen. Das konnte ihm McLaren nicht geben. Sie sind ganz gut, aber in dieser Phase seiner Karriere muss er in einem Siegerauto sitzen", findet Button.

Chancen bei anderen Teams sausen lassen?

Im schlimmsten Fall hat Norris bei seiner Vertragsverlängerung im Februar 2022, die ihn bis Ende 2025 an McLaren bindet, auf das falsche Pferd gesetzt. Bei Red Bull könnte Ende 2024 das Cockpit von Sergio Perez frei werden, und wie lang Lewis Hamilton bei Mercedes seine Karriere noch fortsetzen wird, steht in den Sternen.

Seidls Wechsel zu Audi - "da werde ich nicht lügen" - habe ihn "ein bisschen überrascht", gibt Norris zu. Doch auch in Seidl-Nachfolger Andrea Stella habe er volles Vertrauen: "Andrea ist dazu in der Lage, etwas Ähnliches zu erreichen. Vielleicht ist seine Herangehensweise und seine Einstellung ein bisschen anders. Aber ich kenne keinen, der besser für den Job geeignet wäre."

"Ich denke, Andreas hat mit den Änderungen in den vergangenen Jahren McLaren wieder zu dem gemacht, was es heute ist. Damit meine ich auch die Struktur in der Fabrik und die ganze Atmosphäre. Er war als Teammanager bei verschiedenen Teams im Motorsport sehr erfolgreich. Er hat da schon einen großen Anteil dran."

"Aber gleichzeitig habe ich volles Vertrauen in Andrea und seine Qualitäten. Er kann vielleicht auch eine andere Perspektive einbringen. Er ist einer, der früher mal ein Renningenieur war. Er sieht und er versteht die Dinge und denkt in Rennfahrersprache. Was bei Andreas in vielerlei Hinsicht auch der Fall war", sagt Norris.

Sitzt Norris die mageren Jahre geduldig aus?

Die Frage, ob er geduldig genug dafür ist, mit McLaren auf die ganz großen Erfolge zu warten, die wohl frühestens 2025 kommen werden, beantwortet Norris so: "Natürlich ist der Gedanke hart, denn ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch und möchte sofort gewinnen. Natürlich fragst du dich da manchmal, ob das alles nicht schneller geht."

"Aber ich fühle mich auch sehr wohl hier und habe Vertrauen ins Team. Jetzt warten wir mal ab, wie diese Saison läuft, und was Ende der Saison passiert, wenn der Windkanal in Betrieb geht. Ich glaube schon, dass 2024 oder 2025 größere Schritte möglich sein werden. Das ist noch eine Weile weg, aber der Anfang davon ist jetzt."

"Ich hoffe schon, dass 2023 besser wird als vergangenes Jahr. Da hatten wir einen sehr schwierigen Start, und dann hat uns Alpine vom vierten Platz verdrängt. Wir müssen das Team sein, das direkt hinter den Top 3 kommt. Wenn wir dieses Jahr wieder Vierter in der Konstrukteurs-WM werden und das Mittelfeld anführen, dann sollten wir damit zufrieden sein."


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"Unsere endgültigen Ziele sind natürlich andere. Wir haben noch ein Stück Arbeit vor uns, um die zu erreichen. Aber ich halte Platz 4 für ein realistisches Ziel. Wir können nicht erwarten, auf Augenhöhe mit Red Bull und Ferrari und Mercedes zu sein. Diesmal noch nicht. Dafür müssen wir noch einen langen Weg bestreiten."

Norris: 2022 war eine verpasste Chance

2022, räumt Norris ein, sei mit den Bremsproblemen am Saisonbeginn und dem Rückfall auf P5 in der Konstrukteurs-WM "sehr frustrierend" gewesen, denn "die neuen Regeln wären eigentlich eine super Chance gewesen, einen Sprung nach vorn zu machen. Hat nicht sollen sein. Sehr frustrierend für mich und das ganze Team, dass das nicht besser geklappt hat. Aber wir kennen die Gründe dafür."

Es waren Bremsprobleme, die McLaren am Beginn der Entwicklungssaison mit dem neuen Auto zurückgeworfen haben. Von diesem Fehlstart konnte sich das Team 2022 nie mehr richtig erholen. Doch Norris beteuert: "Ich habe das Vertrauen ins Team nicht verloren."

Und er sagt: "Wenn ich dran denke, wie schnell die letzten vier Jahre vergangen sind, dann hoffe ich, dass die nächsten zwei genauso schnell vergehen. Ich freue mich schon auf 2024 - und dann besonders auf 2025. Ich kann ziemlich fordernd sein, und das Team weiß das. Sie selbst sehen es ja auch so, dass McLaren ein Team sein sollte, das Weltmeisterschaften gewinnt."

"Ich gehe davon aus, dass wir bald alles beisammen haben werden, damit das auch klappen kann", meint Norris. "Ich verstehe wiederum, dass das aktuell noch nicht der Fall ist. Aber wenn wir in allen Bereichen auf unserem höchsten Niveau performen und wenn noch ein paar Dinge für uns laufen, dann können wir den nächsten Schritt gehen."

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