• 06. August 2022 · 17:03 Uhr

Aston Martin erwartet raschen "Nachbau" durch andere Teams

Warum Aston-Martin-Teamchef Mike Krack beim neuen Heckflügel-Konzept seines Teams noch in der Formel-1-Saison 2022 erste Nachahmer erwartet

(Motorsport-Total.com) - Aston Martin hat beim Ungarn-Grand-Prix 2022 auf dem Hungaroring bei Budapest überrascht. Nicht so sehr mit der sportlichen Leistung auf der Rennstrecke, wohl aber mit einer ungewöhnlichen Heckflügel-Konstruktion. Genauer: mit wulstigen seitlichen Endplatten, die das Formel-1-Reglement so eigentlich nicht vorgesehen hatte. Doch Aston-Martin-Teamchef Mike Krack glaubt: Diese Idee wird ihre Nachahmer finden.

Die wulstige Endplatte am Heckflügel des Aston Martin AMR22

Die wulstige Endplatte am Heckflügel des Aston Martin AMR22 Zoom Download

Vor allem aber beweise der Ansatz, dass "unser Team innovativ sein kann", so erklärt Krack. Er betont das deshalb so sehr, weil Aston Martin nach dem ersten großen Update für den AMR22 nachgesagt wurde, man habe dafür schlicht den Red Bull RB18 kopiert. Solche Äußerungen seien "teilweise nicht fair" gewesen, meint Krack. "Aber so ist das in der Formel 1."

Mit dem Heckflügel-Konzept unterstreiche Aston Martin, "viele [eigene] Ideen" zu haben. "Und vielleicht verfolgen andere Teams eine ähnliche Strategie", sagt Krack. "Die nächsten Rennen, bei denen es auf viel Abtrieb ankommt, sind Zandvoort und Singapur. Und ich wäre überrascht, wenn wir in Singapur die einzigen sind, die mit dieser Idee fahren."

Aston Martin: Immerhin die Rennpace stimmt

Doch nicht nur mit der Entwicklungsarbeit seines Teams zeigt sich Krack zufrieden, sondern auch mit den jüngsten Ergebnissen. Aston Martin habe zuletzt "ein paar positive Rennen" gehabt, wobei die Betonung auf den Rennen liegt. Denn sonntags sei es dem Team gelungen, eine "gute Pace" zu beweisen, außerdem habe der Kommandostand "gute Entscheidungen" getroffen.

Tatsächlich hat Aston Martin seit dem Grand Prix in Imola im Frühjahr nur in zwei Fällen nicht gepunktet, lief aber alleine in fünf Fällen gerade noch als Zehnter in den Top 10 ein. Was laut Krack auch eine Folge der schwachen Qualifying-Leistung ist.


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Der Teamchef sagt frei heraus: "Wir müssen von weiter vorne losfahren. Wir stehen einfach zu weit hinten und das ist ein Problem. Da holst du immer nur einen Punkt, aber das ist nicht genug, um die Lücke in der Konstrukteurswertung zu schließen."

Die Rennleistung an sich sei in Ordnung oder sogar mehr als das, meint Krack. Er sei "nicht unzufrieden" mit den jüngsten Resultaten. "Denn in Ungarn sind wir ohne Ausfälle vor uns von 14 und 18 noch auf zehn und elf gefahren. Das ist ziemlich gut", sagt er.

Warum der AMR22 im Qualifying nicht in Gang kommt

Doch die Schwäche am Samstag sei noch immer ungeklärt. "Wir versuchen das nachzuvollziehen", meint Krack. "Wenn wir es wüssten, dann würden wir auch versuchen, es zu ändern. Wir müssen der Sache also auf den Grund kommen."

Entscheidend hierbei seien vor allem Runden- und Zwischenzeiten, erklärt der Teamchef von Aston Martin, nicht die Tabelle. "Denn im Mittelfeld sind schnell mal drei, vier Plätze weg, wenn man einen Fehler macht. Bringt es wer auf den Punkt, kann das drei Startpositionen Vorteil bringen, vielleicht sogar fünf oder sechs."

"Deshalb", so Krack, "ist es ungeheuer wichtig, wirklich objektiv vorzugehen und die Abstände zu überwachen. So erkennst du, wo du dich steigern musst."

Einen kleinen Kniff in der Vorbereitung zum Rennen hat Aston Martin so schon gefunden: Es lässt seine Fahrer die Rennreifen vorab anfahren. "Das machen wir, weil wir es für richtig halten", sagt Krack. "Warum es die anderen nicht tun, das müsst ihr die anderen fragen. Wir glauben, es hilft uns."

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