• 13. Februar 2019 · 15:53 Uhr

Renault-Teamchef lobt: Mitarbeiter schieben ohne Murren Überstunden

Bei Renault haben die Mitarbeiter in diesem Winter Vollgas gegeben - Auch die Verpflichtung von Daniel Ricciardo soll dabei eine wichtige Rolle gespielt haben

(Motorsport-Total.com) - Um das eigene Formel-1-Projekt voranzubringen, wurde bei Renault in diesem Winter am Limit gearbeitet - und teilweise auch darüber hinaus. "Wir haben über den Winter auch an den Samstagen gearbeitet, und wir hatten teilweise sogar an den Feiertagen Betrieb", verrät Cyril Abiteboul im Rahmen der Präsentation des neuen R.S.19. Der Teamchef sieht das als sehr gutes Zeichen für die Moral im Team.

Cyril Abiteboul

Cyril Abiteboul ist mit der Einstellung seiner Truppe sehr zufrieden Zoom Download

"Normalerweise sperren wir in der Weihnachtswoche zu. Diesmal nicht", berichtet Abiteboul und verrät: "Aber kein einziger Mitarbeiter hat das kritisiert. Das hat sicher auch damit zu tun, dass wir einen echten Topfahrer [Daniel Ricciardo] verpflichtet haben. Natürlich setzt uns die Verpflichtung unter Druck. Aber sie macht mir das Leben auch insofern leichter, als es mir nun nicht mehr so schwerfällt, beim Team die richtigen Impulse zu setzen."

Mit Nico Hülkenberg und Neuzugang Daniel Ricciardo soll 2019 der nächste Schritt gelingen. Das heißt aber nicht, dass die Franzosen planen, in diesem Jahr bereits um den Titel zu kämpfen. "Ich habe Daniel nicht versprochen, dass wir ihm ein Siegerauto geben", bremst Abiteboul die Erwartungen und erklärt: "Er weiß, dass seine Aufgabe nicht in erster Linie ist, ein Auto zum Sieg zu fahren."

Vielmehr gehe es vor allem darum, "eine Organisation aufzubauen, die in der Lage ist, Rennen zu gewinnen. Im Idealfall schon nächstes Jahr. Wenn nicht, dann das Jahr darauf. Er weiß das. Und er mag diese Herausforderung. Das ist noch einmal etwas anderes, als das reine Rennfahren", erklärt Abiteboul. Ein "realistisches Ziel" für Siege sei erst die Saison 2021, wenn in der Formel 1 die nächste große Änderung des Reglements ansteht.

Auch Ricciardo sieht "sehr positive" Zeichen

"Wir haben mit Daniel aber nur einen Zweijahresvertrag unterschrieben", erinnert Abiteboul und erklärt: "Ich hoffe, dass wir ihm in der Zeit ein Siegerauto anbieten können. Das ist das Ziel. Aber selbst wenn nicht, dann sieht er hoffentlich genug positive Anzeichen, um die gemeinsame Reise fortzusetzen." Umso bemerkenswerter ist es, wie sich in der Fabrik in Enstone bereits in diesem Winter alle Mitarbeiter ins Zeug gelegt haben.


Fotostrecke: Alle Formel-1-Autos von Renault

"Sie haben über den Winter hart gearbeitet. Das ist eine Sache, die mir sofort positiv aufgefallen ist", bestätigt auch Ricciardo selbst und erklärt: "Am Ende einer Saison ist man bereit für eine Pause und eine Auszeit. Aber ich weiß, dass es hier viele Leute gibt, die keine Pause hatten. Das ist für mich ein Zeichen dafür, wie hungrig sie sind. Das ist sehr positiv." Er selbst fühle sich bei Renault bereits "wohl".

"Das Team befindet sich in einem Aufwärtstrend", lobt der Australier und erklärt: "Das war schon vorher so, aber durch meine Ankunft und mein Wissen über die Formel 1, mit dem ich sie unterstützen will, hat sich das noch potenziert. Die Belegschaft hat sich über meine Ankunft so gefreut, da man jetzt über zwei erfahrene Topfahrer verfügt. Hoffentlich lässt das die Kurve noch steiler ansteigen."

Ricciardo-Verpflichtung bringt auch "Druck" mit sich

"Wenn man sich anschaut, was Daniel in den vergangenen Jahren mit Topfahrern als Teamkollege erreicht hat, sagt das einiges aus", freut sich auch Berater und Ex-Weltmeister Alain Prost über den Neuzugang in Enstone und erinnert: "Er hat Rennen gewonnen und gilt als der beste Überholer im Feld. Er macht kaum Fehler, und er hat eine gute Persönlichkeit, mit der er sich gut ins Team integrieren kann."


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"Als Renault mit einem eigenen Werksprogramm zurückkam, wurden viele neue Leute eingestellt. Als wir im Juli die Bekanntgabe [Ricciardos] tätigten, waren die Leute sehr glücklich", verrät Prost und erklärt: "Gleichzeitig entsteht dadurch aber auch mehr Druck und mehr Verantwortung. Jetzt sind wir gefragt. Man kann es gewissermaßen mit einem Schneeball vergleichen."

Bisher habe Ricciardo in seiner Karriere "noch nicht [die Chance] erhalten", Weltmeister zu werden. "Wenn er mal für eine komplette Saison ein richtig gutes Auto, warum nicht?", gibt sich der Franzose jedoch optimistisch. Er hoffe, dass man Ricciardo diese angesprochene Chance "in den nächsten Jahren" bieten kann.

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