• 02. April 2017 · 16:35 Uhr

Jackie Stewarts Helm eine Punk-Hommage: Stimmt's wirklich?

Auf den Spuren der "Mythbusters" - Ausgabe 14: Wählte Jackie Stewart sein Helmdesign mit dem Schottenmuster als eine Hommage an den Punkrock?

(Motorsport-Total.com) - Seit Jahrzehnten ist das Formel-1-Fahrerlager eine Welt, die voll ist von kleinen Geschichten um skurrile Teamchefs, von Piloten am Rande des Wahnsinns (oder jenseits davon) und irren physikalischen Phänomenen. In unserer Serie "Stimmt's wirklich? Formel-1-Mythen unter der Lupe!" gehen wir Legenden der Szene nach, die sich hartnäckig halten - und erkundigen uns bei denjenigen, die es wissen müssen. Nach Vorbild der US-TV-Doku Mythbusters.

Jackie Stewart

Stewarts unverwechselbarer Helm: Er ist auch Generationen später noch Kult Zoom Download

In unserer 14. Ausgabe beschäftigt uns eine von vielen Geschichten rund um das Thema Helme (Fotostrecke mit historischen Designs und ihren Geschichten!). Im konkreten Fall geht es um einen der charakteristischsten Kopfschütze, den die Königsklasse jemals erlebt hat. Wir gehen der Frage nach, ob das Zeitalter der Punk-Kultur die schottische Rennlegende Jackie Stewart zu seinem legendären Design inspirierte.

Um was geht's?

Was für den dreimaligen Weltmeister Jackie Stewart heute die karierte Baskenmütze ist, war zu seiner Zeit als aktiver Formel-1-Pilot sein Helm: ein Markenzeichen. Sein weißer Kopfschutz hatte einen Kranz, der ein rotes Schottenmuster mit blauen, dunkelblauen, gelben und weißen Streifen zeigte. Stewart verwendete im Laufe seiner Karriere nie einen anderen Look und ließ sogar Logo und Lack seines eigenen Formel-1-Teams in den Neunzigerjahren nach seinem Vorbild gestalten.

Was ist der Mythos?

Stewart, der auch für seine modischen Sonnenbrillen bekannt war, wird nachgesagt, er habe sich seinen Helm so kreiert, weil er eine Hommage an die zeitgenössische Punk-Mode habe setzen wollen. In der Tat war das Muster seines Helmes ein wiederkehrendes Element etwa in der Kleidung der Modeikone Vivienne Westwood und ist der alternativen Subkultur bis heute erhalten geblieben.

Und, stimmt's nun wirklich?

Jackie Stewart sagt: "Nein." Vielmehr habe sich sein Helmdesign an der Tradition seiner Vorfahren orientiert und entspricht dem Royal Stewart Tartan. "Denn der Stamm der Stewarts ist der größte in Schottland", erzählt er. "Er besitzt verschiedene Muster für alle möglichen Gelegenheiten - die Abendgarderobe, die Jagd oder den Sport. Der rote Tartan war für den Krieg bestimmt. Das hatte den Grund, dass der Feind darauf kein Blut erkennen konnte, wenn ein Stewart verletzt war."


Fotostrecke: Die Formel-1-Karriere des Jackie Stewart

Der Royal Stewart Tartan, der 1831 erstmals nachweislich erwähnt wurde, ist zudem der persönliche von Queen Elizabeth II., womit es allen ihren Angestellten obliegt, ihn zu tragen. Auch Walkers, der Marktführer für die britische Keksspezialität Shortbread, nutzt das Muster für seinen Auftritt. Stewart aber kam es auf die Verbindung zu seinen Ahnen an: "Ich wollte etwas Eigenes und Persönliches von mir auf dem Helm", erklärt er. Die Punkmode griff den Royal Stewart Tartan erst sehr viel später auf: nämlich Ende der Siebzigerjahre, als Stewart schon keine Rennen mehr fuhr.

Wer hat uns aufgeklärt?

Jackie Stewart war von 1965 bis 1973 in der Formel 1 aktiv und holte in dieser Zeit drei Weltmeistertitel. Der im kleinen Örtchen Milton geborene Ausnahmekönner, der Legasthenie leidet, bestritt für B.R.M., Matra, March und Tyrrell insgesamt 99 Grands Prix und gewann 27 Rennen. Als enger Freund der tödlich verunglückten Jochen Rindt und Francois Cevert machte sich Stewart außerdem durch sein Engagement für mehr Sicherheit auf der Rennstrecke verdient. Später leitete er gemeinsam mit Sohn Paul seinen eigenen Formel-1-Rennstall. Der 77-Jährige ist dem Paddock bis heute als Markenbotschafter erhalten geblieben.

Wie geht's weiter?

Gibt es irgendeine Geschichte, von der du schon immer mal wissen wolltest, ob sie wirklich wahr ist? Wir begeben uns auf die Spuren der Mythbusters und haken für euch nach. Einfach deinen Mythos via Kontaktformular oder auf Twitter an unsere Formel-1-Spezialisten Christian Nimmervoll und Dominik Sharaf schicken! Die nächsten Folgen sind schon in Planung.

Bisherige Folgen von "Stimmt's wirklich?"

01: Dürfen McLaren-Mitarbeiter im Büro wirklich keine Frühstücksbrote essen?
02: Bestimmte Jean Todt den Ausgang der Rallye Paris-Dakar mit einem Münzwurf?
03: Sah Jacques Villeneuve per Computerspiel die Zukunft der Formel 1 voraus?
04: War Formel-1-Boss Bernie Ecclestone beim großen Postzugraub dabei?
05: Gewann Porsche den Sportwagen-WM-Titel mit Zange und Panzerband?
06: Designte Jacques Villeneuve seinen bunten Helm nach dem Vorbild eines Kleides seiner Mutter?
07: Werden die Gymkhana-YouTube-Videos von Ken Block in einem Take gefilmt?
08: Hatte der Schumacher-Benetton von 1994 eine verbotene Traktionskontrolle eingebaut?
09: Ist es im Privatflieger des McLaren-Bosses Ron Dennis nicht erlaubt, Schuhe zu tragen?
10: Fährt ein Formel-1-Auto mit Sprit von der Tankstelle?
11: Kassierte Eddie Irvine einen Bonus für Schumacher-Titel?
12: Versetzte Patrick Head aus Geldnot seinen privaten Helikopter?
13: War früher im Funk nur das Motorengeräusch zu hören?

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