• 17. Juni 2022 · 12:26 Uhr

Pierre Gasly glaubt an Wende: "Albträume" wegen verlorener Punkte

Nach schwierigem Saisonstart: Pierre Gasly lobt sein AlphaTauri-Team nach P5 beim Formel-1-Rennen in Aserbaidschan und hofft auf Regen in Kanada

(Motorsport-Total.com) - Nach einem schwierigen Start in die Formel-1-Saison 2022 für AlphaTauri und Pierre Gasly, avancierte der Franzose in Aserbaidschan zur positiven Überraschung des Wochenendes. Mit Platz fünf musste er sich nur den beiden Red-Bull- und Mercedes-Fahrern geschlagen geben und war damit "Best of the Rest".

Pierre Gasly

AlphaTauri-Pilot Pierre Gasly während des Rennens in Baku Zoom Download

Zuvor hatte Gasly nur sechs Punkte auf dem Konto und lag damit überraschenderweise sogar hinter seinen unerfahreneren Teamkollegen Yuki Tsunoda in der Meisterschaft. "Ich bin wirklich glücklich über das Wochenende in Baku", zeigt sich Gasly dementsprechend erleichtert.

"Vor dem Rennwochenende hatten wir einige Meetings. Und auch am Freitag [in Baku] hatte ich ein gutes Gespräch mit meinem gesamten Rennteam und habe versucht, alle mit ins Boot zu holen und zusammenzuhalten. Denn gerade in solchen schwierigen Phasen verlieren Menschen die Motivation oder sind frustriert über die Leistung", erklärt der AlphaTauri-Pilot.

Gasly: Sind im Vergleich zu 2021 etwas abgerutscht

"Für mich geht es darum, besonders in solchen Momenten noch mehr aus jedem herauszuholen. Das war mein Ziel für das Wochenende und es wurde von allen wirklich gut umgesetzt, auch im Rennen", sagt Gasly.

"Natürlich gibt es immer Dinge, die man hätte besser machen können, aber wir haben alle Grundlagen richtig gemacht, was uns am Ende das beste Ergebnis der Saison beschert hat. Das hat dem Team noch einmal einen zusätzlichen Motivationsschub gegeben."

In der Fahrerwertung liegt der Franzose mit nun 16 Punkten auf Rang zehn. In der vergangenen Saison hatte er nach acht Saisonrennen jedoch schon 37 Punkte, inklusive eines Podiums in Baku, womit er auf Platz acht der Fahrerwertung rangierte.

"Das Mittelfeld ist definitiv enger zusammengerückt", bestätigt Gasly. "Eine normale Leistung reicht einfach nicht mehr und vielleicht sind wir in der Hackordnung etwas zurückgefallen, im Vergleich zum vergangenen Jahr. Aber es ist gut zu sehen, dass wir gelegentlich Leistungen wie am vergangenen Wochenende zeigen können. Das ist der Grund, warum es wichtig ist, jedes Mal aufs Neue zu pushen."

Gasly: Wollen immer das Maximum erreichen

"Aber ich bekomme Albträume, wenn ich sehe, wie viele Punkte wir seit Beginn des Jahres durch verschiedene Zwischenfälle und Fehler verloren haben. Aber wie auch immer, man kann die Vergangenheit nicht ändern, sondern nur die Zukunft und wir haben noch viele Rennen vor uns. Wir werden also noch viele Gelegenheiten haben."


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"Ich möchte nur, dass wir nach jedem einzelnen Rennen am Sonntagabend zurückkehren und mit unserer Arbeit und Leistung zufrieden sein können. Das ist das Wichtigste. Wenn P5 möglich ist, dann müssen wir auch P5 erreichen. Wenn es nur gut genug für P9 ist, dann müssen wir eben P9 erreichen", sagt Gasly.

"Manchmal haben wir vielleicht keine gute Performance, aber dann müssen wir zumindest das Gefühl bekommen, dass wir unser Paket maximiert haben. Und das ist es, was uns zufrieden macht. Am Ende des Tages würde ich natürlich gerne um Siege kämpfen, aber im Moment ist es nicht der richtige Zeitpunkt dafür und wir müssen das richtige Ziel haben."

Gasly: Baku könnte "Wendepunkt" der Saison sein

Bereits in Monaco zeigte sich Gasly in guter Form, schied jedoch unglücklich in Q1 aus, nachdem sein Teamkollege Tsunoda zur Unzeit eine rote Flagge auslöste, indem er die Mauer touchierte. Von Startplatz 17 war Gaslys Rennen im Fürstentum natürlich schon vor dem Start gelaufen.

"Ich denke, da hat sich die Frustration ein wenig angestaut", sagt er. "Für mich war es wichtig zu zeigen, dass ich da bin, um das Team zu pushen und es herauszufordern, aber auch, um aufzuzeigen, dass wir alle im gleichen Boot sitzen und nach vorne schauen müssen."

"Deshalb habe ich mit allen ein gutes Gespräch geführt. Es war gut, dass wir danach das beste Wochenende der Saison hatten, was ein guter Wendepunkt in unserem Jahr sein könnte", hofft Gasly.

Gasly: Werden unsere Fehler nicht wiederholen

"Ich denke, wir hatten ziemlich viel Pech mit Zwischenfällen und Problemen am Auto, die wir nicht beeinflussen konnten. Und dann haben wir uns bei ein oder zwei Gelegenheiten mit Fehlern, die vermeidbar gewesen wären, selbst auch nicht gerade geholfen."


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"Glück kann man nicht wirklich kontrollieren, aber Fehler kann man ganz klar vermeiden. Ich denke, dass wir die Fehler, die wir seit Jahresbeginn gemacht haben, nach all den Gesprächen und Diskussionen, die wir hier geführt haben, ziemlich sicher in der Zukunft nicht wiederholen werden."

"In solchen schwierigen Zeiten lernt man immer dazu, man wird als Team stärker, und alle sind dann viel aufmerksamer. Es ist aber auch leicht, sich ein wenig zurückzulehnen, wenn die Ergebnisse ausbleiben und ein wenig die Motivation zu verlieren. Daher bin ich wirklich zufrieden mit Baku und damit, dass wir alle am Ball bleiben."

Aserbaidschan nur Ausreißer nach oben?

Gleichzeitig ist sich der Franzose bewusst, dass man bei AlphaTauri nun nicht in übertriebene Euphorie verfallen sollte, da die Streckencharakteristik in Baku mit vielen engen und langsamen Kurven dem AT03 entgegenkam: "Schnelle Kurven sind dieses Jahr unser Feind! Und auf der anderen Seite sind die langsamen Kurven unsere Freunde."

"Wenn Ferrari ins Ziel gekommen wäre, dann wären wir also das viertbeste Team gewesen. Ich denke, das ist trotzdem wirklich erfreulich zu sehen, denn auch wenn es an der Strecke lag, zeigt es doch, dass wir dort einen extrem guten Job gemacht haben und damit bin ich zufrieden."

"Ich hätte aber nichts dagegen, wenn wir die Strecken alle ein bisschen enger machen würden", scherzt Gasly. "In Baku gibt es nur 90-Grad-Kurven, die man im zweiten oder dritten Gang fährt und das war's. Es gibt dort nicht einmal eine Kurve, wo man den vierten Gang braucht", erklärt er.

"Für diese Kurven wissen wir, dass die Philosophie unseres Autos so ziemlich der beste Weg ist, um dort die maximale Performance zu erzielen." Der Circuit Gilles-Villeneuve in Kanada sollte dem AlphaTauri laut Gasly wieder weniger liegen, weshalb er seine Hoffnung in den angekündigten Regen für das Wochenende setzt.


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"Hier gibt es eher Kurven mit mittlerer Geschwindigkeit, die man im vierten Gang fährt. Und genau das ist es, woran es uns oft mangelt. Irgendwann im nächsten Monat stehen Upgrades an, die hoffentlich Abhilfe schaffen, aber in der Zwischenzeit müssen wir einfach mit den Schwächen leben, die wir haben. Deshalb denke ich, dass Regen an diesem Wochenende nichts Schlechtes für uns ist", so der Franzose.

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