• 17. Juni 2020 · 08:30 Uhr

Ross Brawn: Ohne Budgetobergrenze wären F1-Teams ausgestiegen

Warum Formel-1-Sportchef Ross Brawn glaubt, dass die neue Budgetobergrenze einen Exodus der Grand-Prix-Hersteller als Corona-Folge verhindert hat

(Motorsport-Total.com) - Renault galt als Wackelkandidat, auch Mercedes überlegte. Am Ende aber sind sie alle geblieben und Formel-1-Sportchef Ross Brawn kann aufatmen: Der befürchtete Exodus einiger Grand-Prix-Teams als Folge der Coronakrise blieb bislang aus.

Daniel Ricciardo

Bei Renault stand das Formel-1-Projekt auf der Kippe, es wird aber fortgeführt Zoom Download

Für Brawn zeigt das vor allem, wie notwendig die Budgetobergrenze für die Formel-1-Zukunft ist. "Ohne sie hätten wir meiner Meinung nach nicht mehr so viele Hersteller oder große Teams", sagte Brawn am Rande einer FIA-Konferenz.

Die (schrittweise) Absenkung der Budgets sei das entscheidende Argument gewesen, um Vorstände und andere Entscheider zu überzeugen, meint Brawn. "Man hatte so die Möglichkeit, zu sagen, dass die Formel 1 künftig weniger kostet."

Die Kostensenkung war entscheidend, sagt Brawn

"Wenn die Formel 1 aber weiterhin unbegrenzt viel kostet, dann ist das [kein gutes] Argument, wenn ein Hersteller wirtschaftliche Anpassungen vornehmen muss. Daher: toi, toi, toi. Es ist uns gelungen, alle Hauptdarsteller bei der Stange zu halten. Und nur, weil wir aus wirtschaftlicher Sicht nachhaltig geworden sind."

Zunächst werden die Ausgaben der Formel-1-Teams auf 145 Millionen US-Dollar pro Team und Jahr abgesenkt. Das entspricht knapp 130 Millionen Euro. Allerdings sind Fahrergehälter sowie Löhne für Spitzenpersonal und Marketingausgaben von dieser Summe ausgenommen.


Fotostrecke: Das neue Formel-1-Auto 2021

Brawn glaubt dennoch, dass die Budgetobergrenze und deren schrittweise Absenkung in den folgenden Jahren maßgeblich zu einer "gesunden" Formel 1 beitragen wird - genau wie das auf 2022 verschobene neue Reglement mit veränderten Fahrzeugen.

Auf das Wesentliche konzentriert

"Die neuen Autos", so meint er, "sehen besser aus und man kann damit noch besser miteinander kämpfen. Außerdem haben wir uns bei den Fahrzeugen auf die Bereiche konzentriert, die die Fans ansprechen, statt viel Geld für etwas auszugeben, worüber die Fans nichts wissen."

Ürsprünglich hätte die neue Generation der Formel-1-Autos bereits 2021 debütieren sollen, nachdem lange über das finale Reglement gestritten worden war. Die Coronakrise aber machte einen Aufschub notwendig. Und 2021 werden noch einmal die Fahrzeuge der Saison 2020 verwendet.

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