• 17. Juni 2020 · 07:47 Uhr

FIA würde Engagement von Ferrari & Co. in anderen Serien begrüßen

Warum FIA-Präsident Jean Todt nichts gegen eine erweiterte Präsenz von Formel-1-Spitzenteams in anderen Rennserien hätte

(Motorsport-Total.com) - Ferrari bei den IndyCars? Red Bull in Le Mans? FIA-Präsident Jean Todt hätte seine Freude daran. Wie er im Gespräch mit dem 'Corriere della Sera' erklärt, würde er eine breitere Aufstellung der Formel-1-Spitzenteams über die Grand-Prix-Szenerie hinaus "natürlich" ausdrücklich begrüßen.

Jean Todt

FIA-Präsident Jean Todt würde neue Motorsport-Projekte ausdrücklich begrüßen Zoom Download

"Das würde mich an meine Jugend erinnern", meint Todt. "Damals traten die Fahrer überall an. Jim Clark und Jochen Rindt fuhren an einem Wochenende in diversen Kategorien. Es gab einmalige Zweikämpfe wie Ford gegen Ferrari in Le Mans. Und nur eine Woche später traten die gleichen Protagonisten wieder in der Formel 1 an."

Der Motorsport habe damals "herausragende Typen" hervorgebracht, erklärt Todt und nennt stellvertretend für diese "wundervolle Ära" Mike Parkes als Ingenieur und Rennfahrer, John Surtees als Weltmeister auf zwei und vier Rädern sowie Stirling Moss, der von Tourenwagen über Sportwagen und Formelautos einfach alles schnell bewegte.

Todt wünscht sich Ferrari & Co. in Le Mans

Folgt jetzt eine Renaissance dieser Zeit, falls die Formel-1-Hersteller noch weitere Projekte starten? "Ich würde mich darüber freuen", sagt Todt, "wenn Ferrari, Mercedes und Red Bull mit Hypercars in Le Mans antreten würden." Er sei schließlich "immer konstruktiv und optimistisch", so der FIA-Präsident weiter.

Die Situation sei zunächst aber auch schmerzhaft für die Hersteller, weil spätestens die Coronakrise aufgezeigt hätte, wie überdimensioniert die Formel-1-Teams geworden seien. Gleiches gelte für die Budgets.

"Was hat es denn gebraucht, pro Jahr eine halbe Milliarde auszugeben? Nichts", sagt Todt. "Und das war auch nicht gesund für den Sport."

Spitzenteams wie Ferrari, Mercedes und Red Bull müssen sich nun "gesundschrumpfen", auch aufgrund der offiziellen Budgetobergrenze in der Formel 1. "Es wird Anpassungen beim Personal geben, genau wie in allen Wirtschaftsbereichen", meint Todt und fügt hinzu: "Wir mussten die Formel 1 an diese neue Situation angleichen. Es war eine Frage des Überlebens."

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