• 12. März 2019 · 12:24 Uhr

Renault-Pilot Daniel Ricciardo verspricht: Noch mehr Überholmanöver 2019

Daniel Ricciardo glaubt, dass er im Renault R.S.19 seine Überholkünste noch besser zeigen kann - Teammanager Abiteboul über Motivationsschub bei Renault

(Motorsport-Total.com) - Daniel Ricciardo ist bekannt als Überholkönig der Formel 1. Der Australier prophezeit eine noch beeindruckendere Vorstellung in der Saison 2019. Sein Wechsel von Red Bull zu Renault habe die Chancen auf noch spektakulärere Überholmanöver erhöht, glaubt Ricciardo. "Ihr werdet wohl mehr davon sehen", so der 29-Jährige vor seinem Heimrennen. So möchte er dem französischen Team beim Aufholen auf die Top 3 helfen.

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Ricciardo auf der Jagd nach Ex-Teamkollegen Verstappen bei den Tests Zoom Download

"Ich glaube, dass die Wahrscheinlichkeit, aus der ersten Startreihe loszufahren, zumindest kurzfristig sehr klein ist. Es werden mehr Autos in der Startaufstellung vor mir stehen, daher muss ich auch mehr Autos überholen", kalkuliert Ricciardo. Unvergessen bleiben seine Aufholjagden im RB15, zum Beispiel bei seinem Sieg im Grand Prix von China.

"Ihr werdet wohl mehr von dem Daniel Ricciardo sehen, den ihr schon kennt", schmunzelt der Lokalmatador. Er werde keinesfalls zurückstecken, kündigt er bereits vor dem Rennwochenende an. "Schon gar nicht, wenn wir nicht jedes Wochenende um Podestplätze kämpfen. Da ist es umso wichtiger für mich, diese Einstellung auf die Strecke zu bringen, um relevant zu bleiben und das Team Richtung Spitze zu treiben."

Verantwortung bei Renault "einschüchternd" & "aufregend"

Am Rande der Barcelona-Testfahrten merkte Ricciardo in einem Interview mit 'The Age' und dem 'Sydney Morning Herald' außerdem an, dass er bei Renault nun die Möglichkeit bekäme, etwas Neues aufzubauen. "Hier bei Renault ist die Chance für mich größer, das zu tun." Im Werksteam von Renault werde er nun als 29-jähriger Routinier wahrgenommen. "So lernen mich die Leute hier kennen. Bei Red Bull trafen mich die Leute, als ich 20 Jahre alt war." Zwar wurde er nicht als Kind behandelt, jedoch habe man ihn eher wahrgenommen, als denjenigen, der er war, anstatt derjenige, der er wurde.

Bei Renault lasten nun alle Hoffnungen auf dem Neuzugang. Ricciardo konnte bereits sieben Grands Prix für sich entscheiden und zählte in den Vorjahren zu den regelmäßigen Podiumsanwärtern. Die Franzosen vertrauen auf seine Rennstärke und wollen gemeinsam mit Ricciardo die Lücke zu Ferrari, Mercedes und eben Red Bull schließen. "Es ist einschüchternd und aufregend zugleich, ein Team von 1.000 Mitarbeitern zu führen."

Die erste wichtige Erkenntnis für Ricciardo war, dass er verstanden hat, wahren Einfluss im Team zu haben. "Ich bin aufgeregt, dies anzunehmen." Das Renault-Team auf der anderen Seite hat den Neuzugang mit offenen Armen empfangen. Renault-Teammanager Cyril Abiteboul beschreibt, welch ein Ruck durch die Mannschaft ging. "Die Reaktionen waren bemerkenswert. Applaus brach aus, alle waren hingerissen", schildert der Franzose.

Ricciardos Persönlichkeit ein wichtiger Faktor

Der Wechsel sorgte für Aufregung und galt als größte Überraschung im Fahrerpoker des Vorjahres. "Viele Leute haben das nicht erwartet. Das war ein großer Moment für uns. Das hat uns einen Motivationsschub verpasst und die Mitarbeiter stolz gemacht", erklärt Abiteboul die unmittelbaren Reaktionen.

Ricciardo bringt nicht nur Fahrkönnen und Überholstärke mit zu Renault. Auch seine Persönlichkeit spiele eine große Rolle, betont Abiteboul. "Daniel hat eine Großzügigkeit in seiner Persönlichkeit, er hat immer ein Lächeln auf den Lippen." Die positive Ausstrahlung sei ansteckend. Mitarbeiter würden noch härter arbeiten, um Ricciardo gutes Material zur Verfügung zu stellen. "Er ist ein Fahrer, für den man gern mit Volldampf arbeiten möchte."

Ehrlichkeit, Einfachheit und Transparenz seien für den Ex-Red-Bull-Fahrer ausschlagend gewesen, um bei Renault zu unterschreiben. Allerdings werde er nicht negativ auf die Vergangenheit zurückblicken. "Bei Red Bull heißt es jedes Jahr, 'das wird unser Jahr werden'. Dadurch steigt das Risiko, enttäuscht zu werden." Ricciardo kam erst nach den vier WM-Titeln ins Team. Ursprünglich dachte er, dass auch er 2014 ein WM-fähiges Auto vorfinden würde. "Das war jedoch fünf Jahre lang nicht der Fall." Bei Renault spüre er nun weniger Risiko. "Es gibt mehr Spielraum für uns, zu wachsen."

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