• 22. Oktober 2016 · 10:52 Uhr

Zwist spitzt sich zu: Fahrer wollen "Anti-Verstappen-Regel"

Seitliches Bewegen des Autos in der Anbremszone bei Verteidigen soll auf Wunsch einiger Piloten per Regel unter Strafe gestellt werden - Red Bull unbeeindruckt

(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen musste im Fahrerbriefing im Vorfeld des US-Grand-Prix in Austin am Freitag die Kritik seiner Kollegen einstecken. Thema waren einmal mehr harte Verteidigungsmanöver des Red-Bull-Juniors, die neben dem doppelt betroffenen Kimi Räikkönen und dem just in Suzuka in den Notausgang geschickten Lewis Hamilton auch Sebastian Vettel, Romain Grosjean und Fernando Alonso anprangerten. Der Finne soll drei Minuten lang über Verstappens Fahrstil gesprochen haben.

Max Verstappen, Kimi Räikkönen

Max Verstappen und Kimi Räikkönen sind sich zunehmend uneinig Zoom Download

Offenbar wünschen die Piloten, dass das seitliche Bewegen des Autos in der Anbremszone in den Regeln unter Strafe gestellt wird - genau wie mehrfache Spurwechsel beim Verteidigen. Angeblich prüfen die FIA und Rennleiter Charlie Whiting bei fraglichen Szenen künftig, ob ein Fahrer die Bremse betätigt und anschließend noch lenkt. Von einer Aufnahme dieses Kriteriums ins Sportliche Reglement der Formel 1 ist aber bislang keine Rede. Trotz eindrücklicher Warnungen der Aktiven.

Force-India-Pilot Nico Hülkenberg etwa betonte in Austin, dass bei hohen Geschwindigkeiten und spätem Bremsen ein seitlicher Schlenker des Konkurrenten fatale Folgen haben könnte. Für den Überholer könnte das mit Glück im Notausgang und mit Pech in der Mauer enden, unterstrich er. Prominentes Beispiel war Fernando Alonso beim Australien-Grand-Prix, auch wenn sein heftiger Auffahrunfall mit längerer Verletzungspause unter anderen Vorzeichen zustande kam. Auch Carlos Sainz hofft, dass künftig eingegriffen wird: "Ich denke, dass Charlie seine Sicht der Dinge hat. Er wird sie überdenken, nachdem wir alle unsere Meinung dazu abgegeben haben."


Fotostrecke: Horrorcrash in Melbourne: Alonso & Gutierrez

Obwohl er Verständnis davon hat, dass jede Szene gesondert betrachtet wird: Der Toro-Rosso-Pilot rechnet nicht mit einem Sinneswandel bei der FIA, hält einen solchen aber für dringend nötig: "Wir haben in den vergangenen Jahren viel mehr davon gehört. Es kommt immer stärker auf, weil es nie eine Regel gab, die es unterbunden hätte." Genau darauf beruft sich auch Max Verstappen: Er sei von der FIA bis dato nicht belangt worden, also mache er weiter wie bisher, trotzt der 19-Jährige ständig, wenn er auf haarige Manöver angesprochen wird. Wird erst umgedacht, sobald es kracht?

Es hätte schon sehr viel häufiger solche Beinahe-Unfälle gegeben, betont Sainz und schildert einen großen Crash als Frage der Zeit. "Nur waren große Namen nicht involviert", merkt der Spanier an. "Mir ist es schon 2015 aufgefallen und ich habe es doch auch schon gemacht." Das sei auch völlig in Ordnung, findet Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko im Gespräch mit 'auto motor und sport': "Sollen sie halt mal lernen, wie man auf der Bremse lenkt. Max kann es ja auch", grantelt er.

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