• 02. Oktober 2016 · 16:24 Uhr

Red Bull: "Multi-21"-Stallorder war kein Thema mehr

Daniel Ricciardo und Max Verstappen durften den Sieg in Sepang frei ausfechten, obwohl sie Helmut Marko zuvor schweißnasse Hände beschert hatten

(Motorsport-Total.com) - Red Bull hat seine Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen den Sieg beim Malaysia-Grand-Prix am Sonntag ohne eine Stallorder ausfechten lassen. Obwohl der Doppelerfolg der Österreicher nach dem Ausscheiden Lewis Hamiltons und dem letzten, in der gleichen Runde durchgeführten Boxenstopp praktisch in trockenen Tüchern war, verzichtete Teamchef Christian Horner auf eine Ansage: "Ich habe den Renningenieuren mitgeteilt, dass sie die Piloten frei fahren lassen sollen."

Max Verstappen, Daniel Ricciardo

Max Verstappen und Daniel Ricciardo kämpften hart aber fair miteinander Zoom Download

Bemerkenswert ist, dass der Brite sich erst dazu entschloss, nachdem seine Schützlinge sich auf der Strecke ein beinhartes Duell um den zweiten Platz geliefert hatten und vorne nichts mehr anbrennen konnte. "Die Entscheidung fiel danach", meint Horner mit Bezug auf den Hamilton-Defekt. Denn Angst und Bange war ihm angesichts wilder Angriffe Verstappens auf Ricciardo nicht geworden.

Im Gegenteil. Obwohl sie in Kurven, in denen normal keine zwei Autos nebeneinander passen, Rad an Rad fuhren, lobt der Brite das Duo: "Wir haben gesehen, dass sie sich respektieren. Beide sind harte Racer, aber ich habe mich wohlgefühlt, als sie die Klingen gekreuzt haben." Motorsportberater Helmut Marko verteidigt das Manöver ebenfalls: "Ganz wohl war mir zwar nicht. Das sind Kurven jenseits der 200 km/h, aber es sind zwei intelligente Fahrer, die wissen, wie weit sie gehen können."

Dennoch wurde Ricciardo und Verstappen klargemacht, dass sie sich nicht von der Strecke schießen sollen: "Unsere Priorität lag auf den 43 Punkten", erklärt Horner über den Doppelerfolg, der sich letztlich ohne ein zweites Scharmützel nach Hause bringen ließ - auch, weil Red Bull die Lücke mit dem Doppelstopp während der virtuellen Safety-Car-Phase vergrößerte und die Situation heimlich entschärfte. "Wir haben die Fahrer gebeten, das zu respektieren, was sie getan haben", so Horner.


Fotostrecke: GP Malaysia, Highlights 2016

Die Taktik bedeutet eine Zäsur bei Red Bull. Noch vor drei Jahren, ebenfalls in Malaysia, sorgte das Team mit dem Kommando "Multi-21" an seine damaligen Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber für einen Skandal. Der verschlüsselte Funkspruch war das Zeichen, die Positionen zu halten - als die Autos ebenfalls auf einen sicheren Sieg zusteuerten. Ob wissentlich oder nicht hielt sich Vettel nicht an die Ansage und der Eklat war geschehen. Das wollte Red Bull kein zweites Mal.

"Aus meiner Sicht war es gut, es ihnen zu erlauben. Beide waren im gleichen Antriebsmodus und hatten identische Leistung. Es gab für keinen einen Vorteil", erklärt Horner. Erst als Verstappens Reifen vier Runden vor dem Ende Verschleißerscheinungen offenbarten, riet sein Ingenieur ihm, zurückzustecken, um nicht den zweiten Rang durch einen zusätzlichen Boxenstopp zu riskieren.

Anzeige
Anzeige

Fotos & Fotostrecken

Top 10: Die meisten Formel-1-Rennen bis zum ersten WM-Titel
Top 10: Die meisten Formel-1-Rennen bis zum ersten WM-Titel
Die erste Arbeitswoche von Alexander Albon bei Williams
Die erste Arbeitswoche von Alexander Albon bei Williams

"Rush" - Szenen aus dem Kinofilm
"Rush" - Szenen aus dem Kinofilm

Max Verstappen & Helmut Marko bei ServusTV
Max Verstappen & Helmut Marko bei ServusTV

FIA-Gala 2021 in Paris
FIA-Gala 2021 in Paris
Formel1.de auf YouTube

Formel-1-Quiz

In welchem Jahr fand das letzte Formel-1-Rennen auf der Nürburgring Nordschleife statt?

Top-Motorsport-News

Ulrich Fritz verteidigt AMG-Teamorder: "Warum war der Ferrari so stark?"
DTM - Ulrich Fritz verteidigt AMG-Teamorder: "Warum war der Ferrari so stark?"

WEC 2022: WRT bestätigt Neuzugang Sean Gelael und zweites Auto
WEC - WEC 2022: WRT bestätigt Neuzugang Sean Gelael und zweites Auto

Stephane Peterhansel vom neuen Audi überzeugt: "2023 müssen wir gewinnen"
Dakar - Stephane Peterhansel vom neuen Audi überzeugt: "2023 müssen wir gewinnen"

"Grello"-Fahrer 2022: Manthey-Porsche mit vier Werks-Assen
VLN - "Grello"-Fahrer 2022: Manthey-Porsche mit vier Werks-Assen
Tickets
Formel 1 App

Folge Formel1.de