• 17. November 2022 · 09:52 Uhr

Wie hat Mick Schumacher auf den Rausschmiss reagiert, Herr Steiner?

Günther Steiner in voller Länge: Seine ganze Pressekonferenz zur Entscheidung, Mick Schumacher ab der Formel-1-Saison 2023 durch Nico Hülkenberg zu ersetzten

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Günther, gab es einen bestimmten Zeitpunkt, an dem die Entscheidung gegen Mick Schumacher gefallen ist?" Günther Steiner: "Nein. Es war keine leichte Entscheidung, was das Beste für das Team ist. Als ich im Sommer gesagt habe, dass es noch keine Entscheidung gibt, gab's auch keine Entscheidung. Der Vertrag wurde erst gestern unterschrieben."

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Günther Steiner hat ausführlich erklärt, warum er die "Mico-Frage" so entschieden hat Zoom Download

"Wir wollten Mick so viel Zeit wie möglich geben, um die bestmögliche Entscheidung treffen zu können. Es gab keinen Zeitpunkt am 7. August oder so, sondern es waren kontinuierliche Gespräche mit Herrn Haas, was das Beste für das Team ist. Und irgendwann kamen wir dann zu einer Entscheidung. Ich glaube, es war letzte Woche."


Frage: "War Nico Hülkenberg immer Ihre erste Wahl?"
Steiner: "Am Anfang ziehst du natürlich noch mehrere Fahrer in Betracht, und den Kreis engst du dann immer weiter ein. Nachdem wir mit ihm gesprochen haben, haben wir irgendwann festgelegt, dass Nico der Mann ist, den wir im Team haben wollen, um uns mit dem Team weiterentwickeln zu können."


Frage: "Was kann Nico Hülkenberg einbringen, was Mick Schumacher nicht hatte?"
Steiner: "Erfahrung. Er ist lang Formel 1 gefahren, ist für Teams im Mittelfeld gefahren und weiß, wie die arbeiten. Er weiß, wie wir besser werden können. Wir haben uns angeschaut, wo er gefahren ist, und die Teams haben in der Zeit immer Fortschritte gemacht. Wir hoffen, dass uns das mit ihm auch gelingt. Daher haben wir so entschieden."

Mick: Gefehlt hat die Erfahrung bei anderen Teams

Frage: "Was hat Mick Schumacher letztendlich gefehlt?"
Steiner: "Ich denke, die Erfahrung mehrerer Jahre in der Formel 1. Und er war auch nie bei einem anderen Team als bei uns. Nico war vorher schon bei drei oder vier Teams. Er hat diese Erfahrung. Es braucht Zeit, diese Erfahrung zu machen, und Zeit haben wir gerade nicht. Wir wollen vorankommen. Wir wollen nicht da stehenbleiben, wo wir jetzt sind, sondern wir wollen besser werden."


Frage: "Damit sagen Sie im Endeffekt, dass Mick Schumacher nicht der Fahrer ist, der Sie voranbringen hätte können."
Steiner: "Ich würde es nicht so formulieren. Aber er hat nicht die Erfahrung, die Nico hat. Und wir brauchen diese Erfahrung, um das Team voranzubringen. Ich würde nicht sagen, dass der Fahrer nicht bereit für die Zukunft ist. Sondern auch das Team muss viel besser werden. Ich gebe nicht Mick die Schuld daran, dass wir stehen, wo wir stehen."

"In unseren ersten Jahren haben wir gute Fortschritte gemacht. Ab 2019 sind wir stagniert, und 2020 ging's bergab. Jetzt müssen wir wieder vorwärtskommen. Das geht am besten mit erfahrenen Leuten und Fahrern, die das schon einmal geschafft haben und die Erfahrung ans anderen Teams zu uns bringen können. Das ist etwas ganz anderes als das, was die Frage suggeriert."

Steiner: Mick wurde persönlich von ihm informiert

Frage: "Haben Sie Mick Schumacher selbst über die Entscheidung informiert?"
Steiner: "Ja. Ich habe gestern mit ihm gesprochen."


Frage: "Wie hat er reagiert?"
Steiner: "Sehr erwachsen, muss ich sagen. Wir danken ihm für das, was er für uns getan hat. Er kam in einer schwierigen Zeit zu uns. Es war nicht immer rosig hier. Aber er hat das sehr erwachsen genommen. Natürlich schwingen immer Emotionen mit, aber er weiß zu schätzen, dass wir ihm eine Chance gegeben haben. Es ist nie schön, sowas erledigen zu müssen. Aber ich wollte selbst mit ihm drüber reden. Und das ist gestern passiert."

Keine Sorgen, dass Hülkenberg eingerostet sein könnte

Frage: "Nico Hülkenberg ist seit 2019 keine volle Saison mehr gefahren. Sind Sie deswegen besorgt?"
Steiner: "Wir haben uns das angeschaut. Als er in den vergangenen drei Jahren andere Fahrer ersetzt hat, stieg er ein und war sofort schnell. Aston Martin hat mir gerade eine Nachricht geschickt, dass er am Dienstag für uns testen darf. Danke dafür an Aston Martin. Da können wir seine Sensoren schon mal schärfen. Und dann haben wir auch noch die Vorsaisontests in Bahrain."

"Ich bin sicher, er wird gleich voll da sein. Körperlich sind die aktuellen Formel-1-Autos ziemlich anspruchsvoll. Es wird ein bisschen dauern, bis er sich daran wieder gewöhnt hat, denn die einzige Möglichkeit, die richtigen Muskeln zu trainieren, ist, das Auto wirklich zu fahren. Darum kümmern wir uns nächstes Jahr. Aber er ist ziemlich fit. Ich sehe da kein Problem."


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Frage: "Sie sagen, dass Sie die Entscheidung vergangene Woche getroffen, Mick Schumacher aber erst gestern informiert haben. Warum dieser zeitliche Abstand?"
Steiner: "Weil wir noch ein paar Dinge erledigen mussten. Wir haben Nicos Vertrag gestern erst unterschrieben. Ich kann ja schlecht Mick informieren, und dann haben wir aus irgendeinem Grund doch keinen anderen Fahrer! Das wäre sehr unklug. Ich versuche, klug zu handeln, auch wenn ich nicht klug aussehe (lacht; Anm. d. Red.)."

Steiner: Mick hat mit seiner Kritik recht!

Frage: "Mick Schumacher hat gesagt, dass junge Fahrer nicht mehr genug Zeit haben, um in der Formel 1 heranzuwachsen. Gar nicht nur auf Haas bezogen. Hat er damit recht, oder sind zwei Jahre genug?"
Steiner: "Ich glaube, er hat recht."

"Zwei Jahre sind eigentlich eine gute Zeit, was das reine Rennfahren betrifft. Aber davor gibt's halt sonst nix. Du steigst direkt aus der Formel 2 in die Formel-1-Rennen ein, weil es fast keine Tests mehr gibt. Da stimme ich ihm hundertprozentig zu. Wir gehen auf einen Fahrer zurück, der seit drei Jahren nicht mehr in Vollzeit gefahren ist. Denn die jungen Fahrer kannst du nicht wirklich evaluieren, also gehst du mit ihnen ein großes Risiko ein."

"McLaren nimmt auch Piastri, aber letzten Endes weiß niemand wirklich, wie gut er in einem Formel-1-Auto sein wird. In der Formel 3 und in der Formel 2 war er sehr gut, aber da kommt dann noch ein sehr großer Schritt in die Formel 1. Du musst dir genau überlegen, wie viel Risiko du bereit bist einzugehen, wenn du einen Rookie in dein Auto setzt."


Frage: "Hat Mick Schumacher Ihre Erwartungen enttäuscht? Sie haben ihn ja für ein zweites Jahr unter Vertrag genommen und wahrscheinlich damit gerechnet, dass er dabei helfen kann, das Team voranzubringen."
Steiner: "Das ist schwierig zu beantworten."

"Was war die Erwartungshaltung? Wir sehen ein paar Dinge im Team, die wir reparieren müssen, in denen wir besser werden können. Mit jemand anderem. Seine Leistungen lassen wir mal ganz außen vor. Es geht darum, das Team nach vorn zu bringen, nicht nur den Fahrer auszutauschen. Es ist nicht Micks Fehler, dass wir stehen, wo wir stehen. Daran sind nur wir selbst schuld."

"Aber wir müssen wieder nach vorn kommen, und da gibt es, glauben wir, eine Abkürzung, wenn man einen Fahrer mit viel Erfahrung holt. Wir haben das in vielen anderen Teams gesehen, die in einer ähnlichen Position waren wie wir jetzt."

Steiner: Haben alles getan, um Mick zu helfen

Frage: "Haben Sie im Nachhinein betrachtet das Gefühl, wirklich alles unternommen zu haben, um Mick Schumacher zu unterstützen?"
Steiner: "Absolut. Ich denke, da haben wir gute Arbeit geleistet. Wir behandeln jeden Fahrer fair und tun da unser Bestes."

"Manchmal war es nicht gut genug, was die Leistung des Teams betrifft. Das unterschreibe ich sofort. Es war nicht Mick, der nicht performt hat, sondern manchmal hatten wir Probleme. Da waren wir nicht gut genug, und das müssen wir besser hinkriegen. Aber wir haben für ihn immer das Beste gegeben, was wir konnten, und waren immer fair, was die Gleichbehandlung der Fahrer betrifft. Auch vergangenes Jahr. Da gab es nie ein Thema."


Frage: "Es gab Kommentare, dass man manchmal den Arm um die Schultern eines jungen Fahrers legen muss. Denken Sie, dass manchmal darauf vergessen wird, dass die Formel 1 die höchste Kategorie ist, und dass es in der höchsten Kategorie eben hart zugeht?"
Steiner: "Die Menschen neigen dazu, emotional zu werden, wenn die Dinge nicht gut laufen. Dann entwickeln sie Meinungen. Das steht jedem zu."

"Es gibt halt unterschiedliche Zugänge. Jeder macht die Dinge auf seine Art. Manchmal brauchst du einen Arm um deine Schulter, manchmal brauchst du aber auch einen Tritt in den Hintern. Wenn du die ganze Zeit nur umarmt wirst, dann führt das, denke ich, zu Bequemlichkeit."


Frage: "Vor zwei Jahren haben Sie die Entscheidung getroffen, mit Romain Grosjean und Kevin Magnussen zwei Fahrer mit viel Erfahrung rauszuschmeißen, um zwei Rookies zu verpflichten. Zwei Jahre später sind die Rookies weg und zwei Routiniers da. Bereuen Sie Ihre Entscheidung damals?"
Steiner: "Nein, absolut nicht. Ich erkläre gern warum. Vor zwei Jahren waren wir in einer anderen Position als jetzt. Ich denke, wir stehen heute viel besser da. Die Formel 1 als Sport und Business auch. Damals mussten wir Lösungen dafür finden, wie es weitergeht mit dem Team."

Welche Rolle Micks Unfälle gespielt haben

Frage: "Wie viel Einfluss hatten Mick Schumachers Unfälle auf die Entscheidung? War sein Unfall in Miami, wo er Punkte liegen hat lassen, ein Wendepunkt?"
Steiner: "Das ist ein Teil davon. Seine Unfälle waren nicht gut, daran besteht kein Zweifel. Aber man könnte auch fragen, wie viel Einfluss seine sehr guten Ergebnisse hatten? Es ist von beidem etwas. Man muss da eine Balance finden."

"Österreich und Silverstone waren sehr gute Ergebnisse. Dem stehen die Unfälle gegenüber. Aber es war nicht ein einziges Rennwochenende, das unsere Entscheidung begründet hätte. Eine Kombination mehrerer Faktoren war ausschlaggebend. Am wichtigsten ist, dass wir unser Team wieder aufbauen wollen."


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Frage: "Ferrari hat für Antonio Giovinazzi ein gutes Wort eingelegt. Sein Unfall in Austin hat sicher nicht geholfen. War er ein ernsthafter Kandidat?"
Steiner: "Er stand am Anfang auf unserer Liste. Aber ich denke, man kann sehen, dass wir letztendlich die beste Entscheidung für das Team getroffen haben. Zumindest meiner Meinung nach. Andere werden das anders sehen. Für den Plan, das Team voranzubringen, ist Nico Hülkenberg die beste Option für uns. Darum haben wir ihn genommen."

Hülkenberg & Magnussen: Seit fünf Jahren Funkstille

Frage: "Haben Sie dabei Kevin Magnussens Meinung eingeholt? Er und Nico Hülkenberg hatten früher ja nicht die beste Beziehung."
Steiner: "Ich habe mit ihm darüber gesprochen, ihn aber nicht gefragt, ob er ihn mag oder nicht. Wir müssen sicherstellen, dass sie klarkommen, aber ich denke, sie werden gut miteinander arbeiten. Sie könnten gut und gern zusammen in den Urlaub fliegen, schließlich haben sie Kinder im gleichen Alter. Sie müssen ja nicht gleich das tun, wozu Kevin Nico vor ein paar Jahren eingeladen hat ('Suck my Balls!'; Anm. d. Red.)!"


Frage: "Die beiden haben fünf Jahre lang kein Wort miteinander geredet. Wie gehen Sie damit um?"
Steiner: "Soweit ich weiß, reden sie jetzt miteinander. Vielleicht haben sie fünf Jahre nicht miteinander geredet, aber dieses Jahr schon. Das weiß ich, weil ich Kevin gefragt habe, und er hat gesagt, dass er eine normale Beziehung zu Nico hat."

Steiner: Bild und Sky haben keine Rolle gespielt

Frage: "Hat die deutsche Medienlandschaft in irgendeiner Form eine Rolle bei der Entscheidung gespielt?"
Steiner: "Nein. Ich möchte die deutschen Medien hier gar nicht explizit nennen, sonst sind sie wieder gekränkt (lacht; Anm. d. Red.). Die Medien haben halt ihre Meinung, und das steht ihnen auch zu. Wir kümmern uns nur um unseren Job für Haas."


Frage: "Sie haben sich gegen Rookies und für erfahrene Fahrer entschieden. Die könnten aber vielleicht gar nicht mehr so lang in der Formel 1 fahren. Wie sieht Ihr Zukunftsplan aus?"
Steiner: "Ich denke, wir haben noch ein paar Jahre mit diesen Fahrern. So alt sind sie auch wieder nicht. Einer ist 30 (Magnussen), der andere 35 (Hülkenberg; Anm. d. Red.). So schnell werden sie nicht aufhören. Darüber denken wir in ein paar Jahren nach. Kurzfristig gesehen geht es in den nächsten zwei Jahren darum, das Team zumindest wieder ins Mittelfeld zu bringen, wenn nicht sogar ins vordere Mittelfeld."

Zwischendurch sah es richtig gut aus für Mick

Frage: "Gab es einen Punkt, an dem Mick Schumacher überzeugend war und es so aussah, dass er bleiben würde?"
Steiner: "Absolut. Mick hat sich während der Saison stark verbessert. Jeder konnte das sehen. Zwischendurch sah es sehr gut aus. Darum hat die Entscheidung so lang gedauert. Wir haben uns das nicht leicht gemacht und die Entscheidung nicht etwa schon vor der Sommerpause getroffen. Wir haben so lang gebraucht, um zu entscheiden, was das Beste für das Team ist. Das habe ich ja ständig gesagt. Mick ist einige Rennen sehr gut gefahren."


Frage: "Ist es ein Einjahresvertrag mit Nico Hülkenberg?"
Steiner: "Ich kann Vertragsinhalte nicht preisgeben."


Frage: "Was wäre passiert, wenn Mick Schumacher in Brasilien auf Pole gefahren und Kevin Magnussen auf Platz 20 gestanden wäre?"
Steiner: "Es hätte rein gar nichts geändert. Du kannst so eine Entscheidung nicht auf Basis eines emotionalen Qualifyingergebnisses treffen. Das wäre ein Fehler."


Frage: "Wird Ihrem Team die Aufmerksamkeit, die der Name Schumacher mit sich bringt, vermissen? Oder ist das vielleicht sogar gut für das Team, dass die weg ist?"
Steiner: "Das ist egal."


Frage: "Haben Sie mit Mick Schumacher nicht den Marketingwert abschöpfen können, den Sie sich vielleicht erhofft hatten?"
Steiner: "Es war viel Rummel, als er zu uns kam. Aber die Formel 1 hat sich inzwischen über das Stadium hinaus entwickelt, von einem Namen abhängig zu sein. Ich denke, der beste Marketingwert sind heutzutage gute Ergebnisse."

Ferrari hat bei der Entscheidung mitgeredet

Frage: "Mick Schumacher hatte auch Verbindungen zu Ferrari. Hat Ferrari bei dieser Entscheidung mitgeredet?"
Steiner: "Ja. Wir stehen ständig in Kontakt mit ihnen. Wir haben ihre Junioren in Freien Trainings fahren lassen und versuchen, auf diese Art zu helfen. Wir arbeiten eng zusammen und haben eine gute Beziehung."

"Aber sie sind professionell und sehen, was los ist. Wir haben ihnen erklärt, was wir tun wollen und warum. Man redet mit den Leuten und erklärt es ihnen, und dann verstehen sie es auch. Sie sehen, dass wir es aus den richtigen Gründen machen, nämlich weil wir besser werden wollen."

"Ich wiederhole mich da, aber: In der heutigen Formel 1 sind alle zehn Teams wirklich gute Teams. Niemand kann es sich mehr leisten, einen Fahrer für ein Jahr reinzusetzen, nur um ihn ein paar Erfahrungen sammeln zu lassen. Ich möchte keine Namen nennen, aber so war das."

"Wir wollen vorankommen, und mit dem Budgetcap ist das möglich. Für jedes Team. und das wollen wir schaffen. Aus dem Grund sind wir in der Formel 1."


Jetzt reden Mick Schumacher & Günther Steiner!

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Frage: "Angenommen, es hätte jemanden wie Charles Leclerc oder George Russell in der Formel 2 gegeben, wäre dann auch ein Rookie als Fahrer in Frage gekommen? Hatte es mit der Qualität der verfügbaren jungen Fahrer zu tun, dass Sie sich für einen Routinier entschieden haben?"
Steiner: "Wir wissen heute alle, wie gut Russell, Leclerc und Norris sind. Aber wenn du heute einen Rookie nimmst, weißt du nicht, wie gut er morgen sein wird. Ein Rookie ist immer ein Risiko. Wenn ich weiß, wie gut ein Rookie ist, natürlich, dann nehme ich ihn. Aber ich weiß es ja nicht. Die erwähnten Teams sind alle ein Risiko eingegangen, und es hat sich für alle gelohnt."

War Ricciardo je ein Thema, Herr Steiner?

Frage: "Was war mit Daniel Ricciardo? Der hätte auch Erfahrung gehabt."
Steiner: "Er hat nie mit mir gesprochen. Noch immer nicht. Und dann ist er in Brasilien auch noch in uns reingefahren. Jetzt nehme ich nicht mehr ab, wenn er anruft (lacht; Anm. d. Red.)!"


Frage: "Haben Sie zu ihm Kontakt aufgenommen?"
Steiner: "Am Anfang schon, noch vor seiner McLaren-Sache. Einfach um zu wissen, was er nächstes Jahr vorhat. Aber das führte zu nichts."


Frage: "Warum?"
Steiner: "Ich weiß es nicht. Fragen Sie ihn selbst!"


Frage: "Wäre er die logische Wahl gewesen, wenn er Interesse gehabt hätte?"
Steiner: "Daniel hat keine guten Leistungen gebracht. Sonst würde er noch für McLaren fahren. Das darf man nicht ausblenden. Er ist nicht auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Ich verstehe das nicht, denn ich halte ihn für einen sehr guten Fahrer. Er hat auf Red Bull Rennen gewonnen, war wirklich sehr gut. Irgendwas hat dieses Jahr nicht geklappt. Wenn du so jemanden nimmst, gehst du wieder das Risiko ein, ob du ihn wieder auf sein altes Niveau führen kannst oder nicht."

Steiner: Keine Ratschläge für andere Teamchefs

Frage: "Finden Sie, dass Mick Schumacher für 2023 ein Cockpit bei einem anderen Team verdient?"
Steiner: "Das kann ich nicht beurteilen. Es gibt kein Cockpit mehr, es sei denn, es passiert bei Williams noch etwas sehr Merkwürdiges. Ob er es verdient oder nicht? Wer bin ich, das zu beurteilen? Wir alle müssen uns unsere Erfolge erarbeiten. Niemandem wird etwas geschenkt. Und ich möchte anderen Teamchefs keine Ratschläge erteilen. Das steht mir nicht zu."


Frage: "Wäre es für Mick Schumacher leichter gewesen, wenn er gleich im ersten Jahr einen richtigen Teamkollegen gehabt hätte? War 2021 ein verlorenes Jahr für ihn?"
Steiner: "Das würde ich nicht sagen. Sicher war es schwierig, weil unser Auto nicht konkurrenzfähig war und es keine Referenzen gab. Selbst wenn du ein schlechtes Auto hast, kann es hilfreich sein, sich mit einem etablierten Teamkollegen zu messen. Das hätte ihm sicher nicht geschadet."


Frage: "Was ist Ihr Ziel für die Konstrukteurs-WM 2023?"
Steiner: "Im Mittelfeld zu sein und dort mitzukämpfen. Dieses Jahr waren wir mal dabei, dann wieder nicht. Es war eine Achterbahnfahrt. Wir wollen stabil im Mittelfeld mitfahren. Ich denke, wir haben von 2021 auf 2022 einen großen Schritt gemacht. Aber wir wollen weitere Schritte machen. Das ist das Ziel. Wo immer das endet, ist schwer zu sagen. Die anderen Teams nehmen sich ja das Gleiche vor."

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