• 17. November 2022 · 06:47 Uhr

Marc Surer über Hülkenberg: "Wird so ähnlich wie bei Alonso sein"

Nico Hülkenberg bekommt nochmal eine Chance in der Formel 1: Marc Surer erklärt, für die gut er den 35-Jährigen hält und warum es bisher nicht geklappt hat

(Motorsport-Total.com) - Nico Hülkenberg feiert 2023 sein Comeback als Stammfahrer in der Formel 1, wie das Haas-Team jetzt auch offiziell bekannt gegeben hat. Und obwohl der 35-Jährige seit 2019 auf Renault keine volle Saison mehr bestritten hat, macht sich Marc Surer keine Sorgen, dass Hülkenberg das Rennfahren verlernt haben könnte.

Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg hat bisher 180 Grands Prix ohne einen Podestplatz bestritten Zoom Download

"Er hat noch eine Rechnung offen. Ich denke, das wird so ähnlich sein wie bei Alonso, dass er voll motiviert ist, wenn er noch einmal eine Chance bekommt", sagt der Formel-1-Experte in einem aktuellen Video auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.

"Vom Speed her", sagt Surer, "bringt er es normalerweise auf den Punkt. Er ist kein sensibler Fahrer, sondern er hat ein Auto immer irgendwie schnell bewegen können, egal ob es jetzt über- oder untersteuert. Von dem her ist er sicherlich ein guter Mann. Er hat einfach kein Glück gehabt, wenn es darum ging, aufs Podium zu fahren."

In Hülkenbergs Formel-1-Datenbank stehen vor seiner Rückkehr auf die große Bühne 180 Renneinsätze. Einmal (Brasilien 2010 auf Williams) stand er auf Poleposition, zweimal fuhr er eine schnellste Runde. Aber gewonnen hat Hülkenberg nie, und auch mit einem Podestplatz hat es bisher nicht geklappt. Dafür war er 97 Mal in den Punkten und immerhin dreimal Vierter.

Surer: "Der Knoten ist nicht geplatzt"

"Der Knoten ist einfach nicht geplatzt", vermutet Surer. "Wenn du mal anfängst zu gewinnen, hörst du nicht mehr auf. Und das ist einfach nicht gekommen. Ich denke, man verkrampft dann vielleicht auch ein bisschen, wenn man weiß, eigentlich könnte man es, aber es ist alles immer gegen einen [...], dass du ein Rennen gewinnen kannst."


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Am nächsten dran an einem Sieg war Hülkenberg in Brasilien 2012. Damals lag er im Force India überlegen in Führung, bis das Safety-Car auf die Strecke kam und seinen Vorsprung zunichtemachte. Danach kollidierte er im Kampf um P1 mit Lewis Hamilton. Surer: "Wenn einer ein Rennen gewinnt, platzt der Knoten, und dann geht es so weiter. Das hat bei ihm gefehlt."

Button hat bewiesen: Es gibt auch Spätzünder!

Doch es gibt auch andere Beispiele. Jenson Button galt, genau wie Hülkenberg, als Riesentalent, als er 1999 als 19-Jähriger bei Williams in die Formel 1 aufstieg. Doch bei Benetton/Renault gelang ihm der Durchbruch nicht, und erst 2006 feierte er in einem chaotischen Regenrennen in Ungarn auf Honda seinen ersten Sieg. 2009 wurde er auf Brawn doch noch Weltmeister.

Surer analysiert: "Es gibt Fahrer, die die Chance haben, aber sie dann nicht umsetzen können. Du musst schon ein spezieller Typ sein, und das war Jenson Button, der das dann auch wirklich umsetzen konnte. Das ist einerseits Glücksache. Auf der anderen Seite muss man aber auch die richtige Einstellung haben."

Lang werde Hülkenberg mit seinen 35 Jahren "nicht mehr Zeit haben in der Formel 1", hält Surer fest. Doch kurzfristig sei der Deutsche mit seiner Erfahrung für ein Team wie Haas genau der Richtige: "Wir haben es bei Alonso gesehen: Wenn einer hungrig ist, dann bremst ihn nichts. Und ich gehe mal davon aus, dass Nico Hülkenberg hungrig ist."

Wie gut ist Nico Hülkenberg?

Was zur Gretchenfrage führt: Wie gut ist Hülkenberg anno 2023? "Ich würde ihn auf einem Niveau einordnen wie Bottas", antwortet Surer. "Bottas hat mit dem Mercedes Rennen gewonnen. Er ist einer, der es sicherlich umsetzen kann, wenn er die Chance bekommt. Vom Speed her hat er das drauf, und ich denke auch von der Mentalität."

Ob Hülkenberg in einem Paralleluniversum, in dem sein Wechsel zu Ferrari vor einigen Jahren geklappt hätte, oder in dem er heute statt Sergio Perez neben Max Verstappen in einem Red Bull sitzen würde, schon eine Weltmeisterschaft gewonnen hätte, das wagt Surer allerdings nicht zu beantworten.

Er sagt: "Ob er dann Weltmeister wäre, würde ich jetzt nicht beurteilen wollen. Denn sonst wäre der Knoten vielleicht schon früher geplatzt. Aber er wäre ein guter Mann und er wäre fähig, Rennen zu gewinnen." Denn eins steht für Surer, wenn er über Hülkenberg spricht, außer Frage: "Er ist ein starkes Talent."

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