• 29. November 2020 · 16:45 Uhr

Schwerer Feuer-Unfall von Grosjean: Cockpitschutz Halo als Lebensretter

Romain Grosjean hat einen schweren Feuer-Unfall in Bahrain überlebt, was Beobachter vor allem dem F1-Cockpitschutz Halo zuschreiben

(Motorsport-Total.com) - "Es sieht sehr danach aus, dass Halo Romain möglicherweise das Leben gerettet hat." So formuliert es der frühere Formel-1-Weltmeister Damon Hill bei 'Sky'. Und damit will er sagen: Der Cockpitschutz hat seine Funktion erfüllt, nachdem Haas-Fahrer Romain Grosjean in der Startrunde zum Bahrain-Grand-Prix 2020 in Sachir bei einem schweren Unfall durch die Leitplanken gekracht war, mit Tempo 221 km/h. Beim Aufprall sollen 53 g gewirkt haben.

Foto zur News: Schwerer Feuer-Unfall von Grosjean: Cockpitschutz Halo als Lebensretter

Der Moment der Rettung: Romain Grosjean (links im Bild) ist raus aus dem Unfallauto Zoom Download

Grosjean hat diesen Crash mit leichten Verletzungen überstanden. Sein Teammeldet: "Er hat leichte Verbrennungen an seinen Händen und Knöcheln erlitten, ansonsten geht es ihm gut." Mit dem Verdacht auf einen Rippenbruch wurde Grosjean inzwischen per Hubschrauber ins nahegelegene Militär-Krankenhaus geflogen. Dort sollen weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

"Glück im Unglück, muss man sagen", so Haas-Teamchef Günther Steiner bei 'Sky'. Auch er glaubt, der Cockpitschutz Halo habe Grosjean vor Schlimmerem bewahrt.

Das Unfallauto wurde in zwei Teile zerissen

O-Ton: "Sicher hat's geholfen, geschadet hat es sicher nicht. Ob es ihm das Leben gerettet hat, das kann man nie sagen. Wir können die Halos nicht mehr wegdenken, die sind da, um hier zu bleiben. Man kann nicht genug tun für die Sicherheit. Man braucht ein bisschen Glück, aber man hat gesehen, dass es geholfen hat."


Fotostrecke: Der Feuerunfall von Romain Grosjean in Bahrain 2020

Grosjeans Fahrzeug war beim Aufprall auf die Leitplanken in zwei Teile gerissen worden. Das Heck blieb vor der Barriere liegen, das Monocoque mit Grosjean aber durchschlug die Streckenbegrenzung und landete auf der anderen Seite. Von dort entstieg Grosjean mit Hilfe von Medical-Car-Fahrer Alan van der Merwe dem Wrack.

Spuren am Halo des Unfallautos dokumentieren die Wucht des Crashs: Der Cockpitschutz selbst hat Schaden genommen, hielt der Belastung aber stand und schützte den Fahrer im Auto.

Wurz: Sicherheitsmaßnahmen als Lebensretter

Der ehemalige Formel-1-Fahrer Alexander Wurz, ein früher Befürworter von Halo, zeigt sich im 'ORF' erleichtert: Dass hier ein Fahrer bei so einen Unfall noch aussteigt. Unglaublich. Und da muss man sagen, dass alle Sicherheitsvorkehrungen, die so ein Monocoque durchläuft, vom Aufprallschutz vorne, auch das Halo - alles hat hier Leben gerettet."

Warum aber hat es gebrannt? Das erklärt Wurz so: "Der Brand ist deshalb da, weil zwischen Monocque vorne und Auto hinten natürlich auch alle Benzinleitungen sind und aufreißen."

"Der Tank selbst ist glaube ich in Ordnung geblieben, weil da stecken 100 Kilogramm drin. Das sind wohl nur die Reste gewesen. Das ist meine erste Vermutung."

Auch Ersthelfer riskieren einiges

Ersten Angaben zufolge brachte Grosjean 26 Sekunden im Flammeninferno zu und hat vermutlich "nur" Verbrennungen an den Händen erlitten, den linken Schuh hatte er nicht mehr am Fuß.

"Beim Helm kann man sehen, der ist angeschmolzen", meint Wurz. "Die Ausrüstung ist gemacht dafür, um über eine Minute in Flammen zu stehen."

Und der frühere Formel-1-Fahrer betont: Auch die Ersthelfer hätten unter diesen Umständen viel riskiert. "Der Renndoktor selbst hat mit offenen Helm geholfen. Das war auch für ihn nicht ohne", sagt Wurz.

In jedem Fall müsse der Unfall als Lektion dienen, erklärt er. "Es muss analysiert werden, welche Sicherheitsvorkehrungen ihren Job wie gemacht haben, wie ist es in Mitleidenschaft gezogen worden. Das schaut man sich alles ganz genau an."

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