• 11. November 2022 · 18:49 Uhr

FTX offiziell zahlungsunfähig: Mercedes entfernt Logos des Krypto-Sponsors

Mercedes' Krypto-Sponsor FTX droht die Insolvenz, nachdem man Kundengelder veruntreut zu haben scheint: Logos werden entfernt und Sponsorvertrag ausgesetzt

(Motorsport-Total.com) - Mercedes hat seinen Formel-1-Sponsoringvertrag mit der krisengeschüttelten Kryptobörse FTX ausgesetzt, was bedeutet, dass die Logos des Unternehmens ab dem Großen Preis von Brasilien von den Autos des Teams entfernt werden.

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Die Krypto-Börse FTX wird ab sofort nicht mehr auf dem Mercedes-Heckflügel zu sehen sein Zoom Download

Vor dem Hintergrund des Konkurses der FTX-Börse und der Untersuchung der US-amerikanischen Börsenaufsicht (SEC) wegen des angeblichen Missbrauchs von Kundengeldern hat Mercedes über Nacht auf die sich schnell verändernde Situation reagiert.

Während es zunächst so aussah, als würde das Team die FTX-Logos auf seinen Autos und Anlagen für das Interlagos-Wochenende beibehalten, bestätigte ein Mercedes-Sprecher am Freitagmorgen in Brasilien gegenüber 'Motorsport.com', dass man den Deal gestoppt habe.

"Als ersten Schritt haben wir unsere Partnerschaftsvereinbarung mit FTX ausgesetzt", sagt Mercedes. "Das bedeutet, dass das Unternehmen ab diesem Wochenende nicht mehr auf unseren Rennwagen und anderen Markenartikeln erscheinen wird. Wir werden die weitere Entwicklung der Situation genau beobachten."

FTX unter Verdacht Kundengelder veruntreut zu haben

Dies geschieht infolge des befürchteten Zusammenbruchs des Unternehmens FTX, denn die Krypto-Börse ist in große Schwierigkeiten geraten. FTX droht der Konkurs, wenn man nicht in der Lage sein sollte, Milliarden von Dollar aufzubringen, um sich aus einer Liquiditätskrise zu befreien, die in dieser Woche bei der Schwesterfirma und Hedgefonds Alameda Research nach enormen Mittelabflüssen ausgebrochen ist.

Es wird vermutet, dass der milliardenschwere Hedgefonds Alameda Research, welcher zu 90 Prozent FTX gehört und sein Geld hauptsächlich damit verdient, Preisdifferenzen von Kryptowährungen auszunutzen, in eine finanzielle Schieflage geraten ist. Diese wurde anscheinend versucht, mit Kundengeldern auszugleichen.

Die Wertpapieraufsicht der Bahamas, wo FTX seinen Firmensitz hat, teilte am Donnerstag mit, die Vermögenswerte von FTX Digital Markets eingefroren zu haben. Man verdächtigt die Firma, Kundengelder veruntreut zu haben. Mittlerweile hat FTX offiziell mitgeteilt, dass man zahlungsunfähig ist.

Alpine-Sponsor will FTX nicht retten

Ein ursprünglicher Plan zur Rettung des Unternehmens durch die konkurrierende Börse Binance, die ein Sponsor des Alpine-Teams ist, scheiterte nach nur 24 Stunden an den Bedenken über das Ausmaß des finanziellen Lochs, in dem FTX steckt. Es wird davon augegangen, dass in etwa acht Milliarden Dollar in den Büchern von FTX fehlen.


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Infolge der geäußerten Bedenken haben sich Panikabhebungen bei FTX noch weiter verstärkt, sodass der Liquiditätsengpass nur noch weiter vergrößert wurde. In der Finanzwelt wird von einem Beben auf dem Krypto-Markt gesprochen, wobei Vergleiche mit der spektakulären Pleite der US-amerikanischen Bank "Lehman Brothers" gezogen werden, was 2008 eine weltweite Finanzkrise auslöste.

In einer Erklärung von Binance heißt es: "Anfangs hatten wir gehofft, die Kunden von FTX unterstützen zu können, um Liquidität bereitzustellen, aber die Probleme liegen außerhalb unserer Kontrolle und unserer Fähigkeit zu helfen."

Nach FTX-Beben: Krypto-Crash an den Börsen

Die Nachrichtenagentur Reuters hat berichtet, dass die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) den Umgang von FTX mit Kundengeldern und seine Krypto-Leihaktivitäten untersucht. Die Probleme von FTX, einer der bekanntesten Kryptobörsen der Welt, haben eine Kernschmelze auf den Kryptomärkten ausgelöst und Bitcoin auf den niedrigsten Preis seit zwei Jahren gedrückt.

Der FTT-Token der FTX-Börse stürzte von einem Preis von mehr als 25 US-Dollar Anfang dieser Woche auf einen Tiefststand von weniger als zwei US-Dollar ab, als die Nachricht von den Problemen die Runde machte und es zu Panikverkäufen kam. Seitdem hat er sich leicht erholt.

Der Gründer und CEO von FTX, Sam Bankman-Fried, hatte immer noch gehofft, dass ein Rettungspaket geschnürt werden kann, um die Börse zu retten, doch dies wird nicht geschehen. FTX ist pleite und Bankman-Fried ist mittlerweile als CEO zurückgetreten. Schon am Donnerstag in Sao Paulo gab es Spekulationen, dass die Partnerschaft mit Mercedes vorzeitig enden könnte, was das Team am Freitag in Brasilien bestätigte.

Wolff rechtfertigte Krypto-Deal Anfang des Jahres

Auf dem Höhepunkt des Erfolgs war FTX an mehreren hochkarätigen Sportsponsorings beteiligt. Dazu gehörte ein 135-Millionen-Dollar-Deal für die NBA-Arena der Miami Heats in Miami, die bis 2040 in FTX-Arena umbenannt wird, sowie die offizielle Kryptowährungsmarke der Major League Baseball.

FTX hat auch einen mehrjährigen Sponsoringvertrag mit dem Mercedes-Team abgeschlossen, der im vergangenen September bekannt gegeben wurde. Neben den FTX-Logos auf dem Auto und den Overalls der Fahrer haben sie auch bei anderen Projekten zusammengearbeitet, unter anderem bei der Einführung von NFT.

Beim diesjährigen Grand Prix von Miami veranstaltete FTX eine groß angelegte Aktion namens "Off the Grid" am South Beach, die Live-Musik und Vorführungen von Mercedes-Showcars beinhaltete.


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Als Mercedes-Teamchef Toto Wolff Anfang des Jahres über den FTX-Deal sprach, während Fragen über die Risiken aufkamen, die Formel-1-Teams mit der volatilen Krypto-Industrie eingehen, sagte er, dass es falsch gewesen wäre, wenn der Sport potenzielle Geschäftsmöglichkeiten ignoriert hätte.

"Man kann sich der modernen Technologie nicht verschließen", so Wolff. "Es ist definitiv ein Bereich, der wachsen wird. Wenn wir in zehn Jahren zurückblicken, werden Zahlungen, die zwei Tage dauern und nicht außerhalb der Arbeitszeiten durchgeführt werden können, ein Relikt der Vergangenheit sein. Und genau hier kommen die Kryptowährungen ins Spiel".

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