• 25. August 2022 · 09:55 Uhr

Formel-1-Boss deutet an: Spa könnte Platz im Kalender 2023 behalten

Formel-1-Boss Stefano Domenicali stellt Spa einen Verbleib im Formel-1-Kalender 2023 in Aussicht und spricht auch über eine eventuelle Rückkehr von Deutschland

(Motorsport-Total.com) - Wird der am Wochenende stattfindende Große Preis von Belgien vorerst der letzte sein? Die Rennstrecke von Spa-Francorchamps wurde erst für stolze 80 Millionen Euro modernisiert, könnte nach 2022 aber trotzdem aus dem Formel-1-Kalender fallen. Das Rennen gilt angesichts der großen Konkurrenz als Wackelkandidat und besitzt noch keinen neuen Vertrag.

Eau Rouge in Spa-Francorchamps in Belgien

Bleibt die Eau Rouge der Formel 1 auch über 2022 hinaus erhalten? Zoom Download

Formel-1-Boss Stefano Domenicali hat die Tür für Spa-Francorchamps jedoch offen gelassen und einen Verbleib im Kalender nicht ausgeschlossen. Das Rennen gilt als erste Reserve, sollte ein anderes nicht stattfinden, und da es große Unsicherheiten über die Rückkehr von China und ein geplantes Rennen in Südafrika gibt, bestehen durchaus Chancen.

"Wie Sie sich vorstellen können, kann ich dazu nicht allzu viel sagen, denn es wird mit der FIA im Motorsport-Weltrat diskutiert und formalisiert", sagt Domenicali am Mittwoch gegenüber Journalisten. "Aber ich habe nie gesagt, dass es das letzte Jahr von Belgien sein wird. Mit dieser Bemerkung wäre ich sehr vorsichtig."

Europaanteil aktuell zu hoch

Domenicali bestätigt aber auch, dass Gespräche mit anderen Promotern laufen, ob sie ein Rennen austragen können. Der Plan der Formel 1 sieht aktuell vor, ein Drittel der Rennen in Europa auszutragen, ein Drittel im Fernen Osten sowie den Rest in Amerika und im Nahen Osten. "Wir wollen die Balance halten."

Von den 22 Rennen der Formel-1-Saison 2022 finden zehn in Europa statt, sieben in Asien/Australien (davon drei im Nahen Osten) und fünf auf dem amerikanischen Kontinent.


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"Natürlich reden wir über ein Business, in dem der finanzielle Anteil sehr wichtig ist", sagt der Italiener, "aber wir haben immer gesagt, dass die traditionellen Rennen, von denen wir wissen, dass sie nicht so viel Geld einbringen können wie die anderen, von uns voll respektiert werden." Das gelte auch für die Zukunft.

"Wir haben eine Menge Respekt vor diesen Austragungsorten", betont Domenicali und verweist auf die Tatsache, dass Belgien schon mehrfach nicht im Kalender war, aber immer wieder zurückkehrte. "Manchmal hat man ein kurzes Gedächtnis. Es ist ohne Zweifel ein toller Ort, und darum sprechen wir mit ihnen."

Spa legt sich ins Zeug

Aktuell könne er aber nur sagen, dass der Grand Prix an diesem Wochenende stattfindet. "Man wird sie (die Promoter; Anm. d. Red.) daher viel in meinem Büro antreffen", so der Formel-1-Boss.

Umbau der Rennstrecke Spa-Francorchamps

Spa hat die Formel-1-Strecke für 2022 für 80 Millionen Euro umgebaut Zoom Download

Spa-Francorchamps möchte die Formel 1 unbedingt weiter behalten. Man hat die Strecke nicht nur für 80 Millionen Euro umgebaut, sondern zuletzt auch betont, dass man den amerikanisierten Weg der Formel 1 mit dem größeren Eventcharakter mitgehen möchte.

Domenicali zeigt sich beeindruckt, was Spa für 2022 auf die Beine gestellt hat - vor allem nach dem Regendesaster im Vorjahr: "Am Donnerstag wird es einen besonderen Tag mit den Fahrern und den Fans geben. Und sie haben uns in Sachen Verkehr einen sehr interessanten Vorschlag präsentiert. Sie haben in diesem Jahr einen völlig neuen Ansatz", sagt er.

Chancen auch für Frankreich?

Abgesehen von Belgien könnte auch Frankreich irgendwann wieder in den Kalender zurückkehren. Auch der Vertrag von Le Castellet ist 2022 ausgelaufen. Die Strecke gilt allerdings unter Fahrern und Fans als unbeliebt, sodass ein Comeback irgendwo anders stattfinden könnte. Zuletzt hatte es Gerüchte um ein mögliches Rennen in Nizza gegeben.


Fotostrecke: Die Veränderungen im Formel-1-Kalender der vergangenen 20 Jahre

"Wir sprechen mit dem französischen Verband und mit der Regierung, denn die Zukunft hängt mehr und mehr auch mit den Veranstaltern zusammen, die das als Investition für das Land und die Gemeinschaft sehen", bestätigt Domenicali. "Die Gespräche sind also sehr, sehr offen für eine große Zukunft."

Der Italiener bringt aber auch die Möglichkeit von rotierenden Rennen ins Spiel, die nicht jährlich von der Formel 1 besucht werden. "Auf diese Weise wird es jedem ermöglicht, Teil des Kalenders zu sein. Ich denke, das ist eine Sache des Respekts", sagt er.

Domenicali hofft auf Deutschland-Grand-Prix

Und Deutschland? Da hatte Domenicali die Sachlage zuletzt gegenüber 'Sport Bild' nicht ganz so rosig bewertet und gemeint, dass man nicht viel aus Deutschland hören würde, wenn er sich nicht selbst melden würde. Eventuell könnte der deutsche Markt aber wieder interessanter werden, sollten Audi und Porsche ab 2026 einsteigen.

Stefano Domenicali

Der starke Mann der Formel 1: Stefano Domenicali Zoom Download

"Wir hoffen wirklich, dass Deutschland wieder mit dabei sein kann", sagt der Formel-1-Boss. "Aber eine Sache ist, zu sagen, dass wir den Grand Prix gerne haben würden. Die andere Sache ist, die Dinge auf den Tisch zu legen, die für eine Diskussion über den Grand Prix notwendig sind."

"Aber hoffentlich werden sie bald mit etwas, das in naher Zukunft passieren könnte, eine andere Situation haben, um mit uns zu sprechen."

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