• 20. Juli 2022 · 10:09 Uhr

Formel-1-Technik: Wie die FIA dem "Porpoising" beikommen will

Die FIA hat mehrere Maßnahmen angekündigt, um das "Porpoising" in den Griff zu bekommen - Das hat Auswirkungen auf die Entwicklung der neuen Autos für 2023

(Motorsport-Total.com) - Die Umstellung der Formel 1 auf Bodeneffekt-Autos zur Saison 2022, mit der versucht wurde, die Rennen enger zu gestalten, hatte einen unbeabsichtigten und großen Nebeneffekt: das sogenannte "Porpoising".

Die neuen Formel-1-Regeln für 2023

Die Formel-1-Autos werden 2023 etwas angehoben Zoom Download

Während alle Teams - manche mehr, manche weniger - damit zu kämpfen hatten, haben die Beschwerden der Fahrer über das "Bouncing" im Hinblick auf die Sicherheit die FIA schließlich zum Handeln veranlasst.

In einem kontroversen Schritt führt die FIA ab dem Großen Preis von Belgien in diesem Jahr eine "Aerodynamic Oscillation Metric" (AOM) ein, die das Ausmaß der vertikalen Bewegungen der Autos auf der Strecke begrenzen soll.

Doch das ist nur eine vorübergehende Maßnahme. Für 2023 sind Änderungen am Technischen Reglement geplant, die nach Ansicht des Weltverbandes das Risiko verringern sollen, dass das Porpoising auch in Zukunft so ein großes Thema sein wird.

Die geplanten Änderungen wurden in der vergangenen Woche auf einer Sitzung des Technischen Beratungskomitees (TAC) der Formel 1 erörtert und sollen nun dem Motorsportweltrat der FIA zur Genehmigung vorgelegt werden.

Die Vorschläge, die in der TAC-Sitzung gemacht wurden, zielen darauf ab, den Designspielraum bei den Autos einzuschränken, indem diese weiter vom Boden abgehoben werden.

Dazu gehört die Anhebung der Diffusors um einen noch festzulegenden Betrag, während die Kanten des Unterbodens ebenfalls um 25 Millimeter angehoben werden.

Die neuen Formel-1-Regeln für 2023

Auch am Diffusor bessert die FIA für die kommende Saison nach Zoom Download

Damit die Teams die Kanten des Unterbodens nicht übermäßig verbiegen, um diese neuen Restriktionen zu überwinden, werden außerdem strengere Tests zur seitlichen Bodenverformung eingeführt.

Die FIA plant außerdem eine genauere Überwachung mit der Einführung eines akkurateren Sensors, der helfen soll, die aerodynamischen Oszillationen des Autos zu messen.

Um die aerodynamischen Probleme, die durch das neue Reglement entstanden sind, weiter einzudämmen, haben die Teams auch die Verwendung von zwei Streben innerhalb des Diffusors vorgeschlagen.

Es wird erwartet, dass eine solche simple Lösung dazu beitragen wird, die Strömung in diesem Bereich zu steuern und die negativen Auswirkungen von Porpoising und Bouncing zu bekämpfen, was von den Fahrern sicherlich begrüßt wird.

In vielerlei Hinsicht ähneln die vorgeschlagenen Änderungen denen von 2021, als entschieden wurde, den Unterboden, die Bremswinglets und den Diffusor zu beschneiden, um das aerodynamische Potenzial am Heck der Boliden zu verringern.

Damit wollte man die Teams im Wesentlichen vor sich selbst schützen, da sie andernfalls wahrscheinlich Autos entwickelt hätten, die die Reifen zu stark beansprucht hätten, was zu noch größeren Problemen geführt hätte.

Ähnlich wie bei den Änderungen von 2021 werden auch die neuen Anpassungen die Last auf das Chassis reduzieren und damit das Potenzial für Porpoising und Bouncing
verringern.

Die neuen Formel-1-Regeln für 2023

Durch die Änderungen soll das Porpoising reduziert werden Zoom Download

Dennoch werden die Teams nach Möglichkeiten suchen, das Auto so niedrig und steif wie möglich zu fahren, ohne gegen die neue AOM zu verstoßen. Denn es wird immer noch Performance zu finden sein, auch wenn diese die Fahrqualität des Autos beeinträchtigt.

Die vorgeschlagene Regeländerung ähnelt auch zeitlich gesehen den Änderungen für 2021 und wird ohne Frage einen immensen Druck auf die Teams ausüben, da die Arbeiten an den Autos für das nächste Jahr bereits seit einiger Zeit begonnen haben.

Aus diesem Grund hat die FIA klargestellt, dass die vorgeschlagenen Änderungen so schnell wie möglich vom Motorsportweltrat ratifiziert werden müssen.

Änderungen an diesen extrem sensiblen Bereichen des Autos werden nicht nur einen Teil der Arbeit zunichtemachen, die die Teams bereits am nächstjährigen Auto geleistet haben.

Sie werden auch einen Teil der Entwicklungsarbeit gegen Ende dieser Saison überflüssig machen, da die von den Teams gefundene Performance angesichts der anstehenden Änderungen möglicherweise irrelevant wird.

Weil das Porpoising vor dieser Saison bei den Simulationen nicht sichtbar wurde, ist es durchaus denkbar, dass einige Teams für 2023 versuchen werden, sich gegen Ende der Saison einen Vorteil zu verschaffen und Testteile zu den Rennen mitzubringen.

Diese könnten ihnen helfen, die Auswirkungen des neuen Reglements frühzeitig zu verstehen. So wie sie es auch schon am Ende der Saison 2020 getan haben.

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