• 29. April 2022 · 15:39 Uhr

Alexander Albon: Max Verstappen ist ein bisschen wie Marc Marquez!

Alexander Albon packt aus: Was er wirklich über Max Verstappen denkt und warum er eine Parallele zu Honda-MotoGP-Superstar Marc Marquez sieht

(Motorsport-Total.com) - Alexander Albon hat in der Formel 1 als Teamleader bei Williams eine neue Heimat gefunden. Dabei schien die Karriere des erst 26-jährigen Thailänders schon am Scheideweg zu sein, als er Ende 2020 bei Red Bull durch Sergio Perez ersetzt wurde. Letztendlich vor allem deshalb, weil er im Vergleich zu Max Verstappen zu stark abfiel.

Alexander Albon

Alexander Albon hat bei Williams eine zweite Chance in der Formel 1 erhalten Zoom Download

Im Formel-1-Podcast 'Beyond the Grid' hat er jetzt über seine Zeit an Verstappens Seite gesprochen - und einen "vielleicht merkwürdigen Vergleich" gezogen, wie Albon selbst sagt. Nämlich: "Nehmen wir die MotoGP, Marc Marquez. Er hat einen sehr speziellen Fahrstil. Der funktioniert für ihn, und er ist auch schnell damit. Aber es ist nicht immer leicht, sich diesen Fahrstil anzueignen."

"Solange der Kerl abliefert, hat das Team keinen Grund, sich auf etwas anderes einzulassen. Wenn man sich die Daten anschaut, dann ist es nicht so, dass man sagen würde: 'Wow, das und das und das!' Natürlich ist Max am Limit. Und er mag ein Auto, das vorn an der Nase klebt. Das weiß man. Er will Spaß haben. Das ist für den Teamkollegen nicht leicht."

"'Checo' hat das vergangenes Jahr auch mitbekommen. Und auch dieses Jahr ... Die neuen Regeln, die neuen Autos haben das Gleichgewicht etwas verschoben. 'Checo' macht einen fantastischen Job, finde ich. Aber Max ist halt enorm talentiert und will das Auto auf eine bestimmte Art und Weise haben. Und das macht es für die anderen schwierig", erklärt Albon.

Albon: Kein böses Wort über Verstappen

Doch auch wenn er sportlich gegen Verstappen kein Land gesehen hat und daher auch in den Augen des Teams stets nur die klare Nummer 2 war, hegt Albon keine Antipathie gegen den ehemaligen Teamkollegen. Und das, obwohl Verstappen von manchen aufgrund seiner schonungslos direkten Art manchmal als arrogant wahrgenommen wird.

Arrogant sei er aber "gar nicht", stellt Albon klar. Für ihn ist Verstappen lediglich "sehr geradeheraus. Einer von denen, die am direktesten sind, um genau zu sein. Er hat ein ausgeprägtes Selbstvertrauen - logisch, wenn du Weltmeister bist. Das hatte er auch davor schon."

"Er muss auch, wenn wir mal ehrlich sind, gar nicht politisch sein. Er kann die Taten auf der Rennstrecke für sich sprechen lassen. Die Leute nehmen ihn manchmal als arrogant wahr. Aber ich finde, das ist er überhaupt nicht. Er ist sehr entschlossen, sehr hungrig, weiß, was er kann. Aber er ist nicht arrogant."

Bei Williams hat Albon ein neues Kapitel in seiner Karriere aufgeschlagen. An der Seite von Nicholas Latifi ist plötzlich er die Nummer 1 im Team. Und das möchte er auch bleiben: "Ich glaube wirklich an dieses Team und sehe eine große Zukunft für dieses Team. Und davon möchte ich ein Teil sein."

Albon und Red Bull: "Es ist kompliziert"

Albon, auf den Red Bull nach 2022 dem Vernehmen nach gewisse Zugriffsrechte besitzt ("Es ist kompliziert"), war nach seiner Formel-1-Auszeit 2021 hungrig, wieder Rennen zu fahren. Als Williams bei ihm angerufen hat, "hat's ehrlich gesagt nicht viel gebraucht. Sie hätten mir alles anbieten können, und ich hätte auf jeden Fall gesagt: 'Ja, bitte - vielen Dank!'"

Als er dann Teamchef Jost Capito kennenlernte, war er davon überzeugt, den richtigen Schritt zu machen: "Als ich zum ersten Mal reinkam, konnte ich sofort spüren, dass Jost sehr leidenschaftlich und motiviert ist, und dass er eine Mischung aus Selbstvertrauen und Ambition mitbringt, die irgendwie süchtig macht. Du hast bei ihm das Gefühl, ihm vertrauen zu können."

"Ich habe auch mit den Vorstandsmitgliedern gesprochen. Die wollten mich wirklich haben. Und es hat sich alles um die Zukunft gedreht. Sie denken nicht nur an nächstes Jahr, sondern fünf, sechs, sieben Jahre nach vorn. Die Leute, denen Williams gehört, haben mir das Gefühl vermittelt: 'Wir können ganz tolle Dinge erreichen.' Und damit war ich überzeugt. Ganz einfach", sagt Albon.

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