• 02. Januar 2022 · 14:19 Uhr

Toto Wolff erklärt seine Kritik: Es geht nicht nur um Michael Masi

Laut Toto Wolff würde ein neuer Rennleiter die Probleme der Formel 1 nicht lösen - Der Mercedes-Teamchef fordert, das ganze System auf den Prüfstand zu stellen

(Motorsport-Total.com) - "Ich bin nicht daran interessiert, ein Gespräch mit Michael Masi zu führen", stellte Toto Wolff nach den Geschehnissen beim Formel-1-Saisonfinale 2021 in Abu Dhabi unmissverständlich klar. Trotzdem betont der Mercedes-Teamchef, dass es ihm nicht darum gehe, Masi in Zukunft als Rennleiter abzusetzen.

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Toto Wolff war 2021 mit vielen Entscheidungen nicht einverstanden Zoom Download

"Es ist ein größeres Problem", erklärt er seine heftige Kritik im Nachgang des Abu-Dhabi-Rennens. "Meine Werte und mein Sinn für Integrität sind einfach nicht mit den Entscheidungen vereinbar, die am Sonntag [in Abu Dhabi] getroffen wurden", hatte der Österreicher unter anderem erklärt.

"Es geht nicht nur um eine Entscheidung, den Rennleiter auszutauschen. Das ganze System der Entscheidungsfindung muss verbessert werden", fordert Wolff für die Zukunft. Denn während der gesamten Saison 2021 habe es immer wieder "Inkonstanz bei der Umsetzung der Regeln auf der Strecke" gegeben.

"Es ist eine Sache, hart zu fahren und zwischen den Fahrern und Teams verschiedene Ansichten zu haben. Das liegt in der Natur der Sache. Aber inkonstante Entscheidungen führen zu Kontroversen und zu einer Polarisierung. Und das war der Grund für viele der total unnötigen Kontroversen auf der Strecke", erklärt Wolff.

Wolff erinnert an Eifel-Grand-Prix 2020

Die fehlende Konstanz habe sich durch das ganze Jahr gezogen. "Aber diese letzte Entscheidung [in Abu Dhabi] hatte die größte Auswirkung. Und aus einer sportlichen Perspektive war die Auswirkung katastrophal, weil es die Weltmeisterschaft entschieden hat", so Wolff im Hinblick auf die umstrittene Safety-Car-Entscheidung.

Gleichzeitig gesteht der Österreicher auch, dass Mercedes im vergangenen Jahr nicht immer am falschen Ende der Entscheidungen gestanden habe. "Manchmal hat es uns getroffen und manchmal hatten wir mehr Glück", räumt Wolff ein. Trotzdem wünscht er sich für die Zukunft eine konstantere Anwendung der Regeln.


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Als Beispiel für die fehlende Linie nennt er das Rennen auf dem Nürburgring 2020. Damals sagte Masi nach einer langen Safety-Car-Phase: "Im Reglement steht: Alle überrundeten Fahrzeuge müssen durchgewinkt werden. Das betraf die Positionen sechs aufwärts. Es ging also um zehn, elf Autos, die sich zurückrunden mussten."

In Abu Dhabi durften sich dagegen nur einige Autos zurückrunden, bevor das Rennen wieder freigegeben wurde. Laut Wolff sei die anschließende Begründung "exakt das Gegenteil" von dem gewesen, was noch gut ein Jahr zuvor am Nürburgring gesagt wurde. So etwas dürfe es in Zukunft nicht mehr geben.

Wolff: Formel 1 darf kein "Wrestling" sein

Dass Masi das Rennen in Abu Dhabi nur deshalb so schnell wieder freigab, weil die Formel-1-Bosse kein Saisonende hinter dem Safety-Car wollten, glaubt Wolff übrigens nicht. "So etwas würde ich nie sagen, weil wir letztendlich zwar Unterhaltung liefern. Aber die Unterhaltung muss dem Sport folgen und nicht umgekehrt", erklärt Wolff.

"Stefano [Domenicali] ist ein echter Racer und hätte kein Interesse daran, für den Unterhaltungsfaktor ins Racing einzugreifen. Ich kann nicht beurteilen, unter welchem Druck der Rennleiter steht. Aber wir sind als Sport so glaubwürdig, weil es ein Sport ist - und nicht Wrestling", betont der Mercedes-Teamchef.


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"Und die Regeln sind die Regeln", erinnert er. Man dürfe diese nicht einfach anders auslegen, nur "um die Action aufzupeppen." Doch wie soll es seiner Meinung nach nun weitergehen, wenn ein einfacher Rennleiterwechsel die bestehenden Probleme nicht lösen kann? In dieser Frage setzt Wolff auf Dialog zwischen allen Parteien.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir alle zusammen, die Teams, die Fahrer, die FIA und der Sport, den Weg verbessern können, wie Entscheidungen getroffen werden, damit der Sport stärker wird. Auch wenn solche Situationen sehr schmerzhaft sind, sind sie auch eine Möglichkeit, den Sport besser zu machen", so Wolff.

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