• 01. Dezember 2020 · 13:20 Uhr

Jean Todt: "Das Wichtigste war, dass Grosjean mit seiner Frau spricht"

FIA-Präsident Jean Todt verrät, er habe dafür gesorgt, dass Romain Grosjean in den Minuten nach seinem Formel-1-Unfall in Bahrain mit seiner Frau telefoniert

(Motorsport-Total.com) - Bei Romain Grosjeans verheerendem Feuerunfall in der ersten Runde des Formel-1-Grand-Prix von Bahrain stockte jedem der Atem. Besonders belastend dürfte die Situation jedoch für seine Ehefrau gewesen sein, die alles vor dem Bildschirm miterleben und für einige Zeit mit der Ungewissheit leben musste, was passiert war.

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Erschöpft und erleichtert: Romain Grosjean konnte sich aus dem Feuerwrack befreien Zoom Download

FIA-Präsident Jean Todt war es deshalb besonders wichtig, sie so früh wie möglich über den Stand der Dinge zu informieren und mit ihrem Mann sprechen zu lassen. Grosjean kam glücklicherweise mit leichten Verbrennungen an den Händen davon.

"Ich bin sofort zu ihm gefahren, als er im Medical Centre der Rennstrecke war", erzählt Todt im Exklusivinterview mit 'Motorsport-Total.com'. "Das Einzige, was ich wollte, war, dass er mit seiner Frau spricht, damit sie seine Stimme hören konnte." Er hielt es für lebenswichtig, dass Grosjeans Frau zu Hause weiß, dass ihr Mann in Sicherheit ist.

Grosjeans Frau erinnert an verunglückten Bianchi

Klar saß der Schock bei Marion Grosjean dennoch tief. Auf Instagram schrieb sie am Montag: "Es bedurfte nicht eines Wunders, sondern mehrerer gestern." Sie dankte den Ersthelfern vor Ort und allen, die ihre Unterstützung gezeigt hatten. Und sie erinnerte an den 2014 verunglückten Jules Bianchi, der den Folgen seines Unfalls erlag.

Als Konsequenz wurde der Cockpitschutz Halo eingeführt, der sich bei der Rettung Grosjeans als fundamental erwies. Dabei zählte er damals zu den lautstärksten Kritikern der Einführung des Halo, das in seinen Augen nicht zur DNA des Sports passte.

"Als ich ihn zum zweiten Mal im Krankenhaus besuchte, sagte ich: 'Also, gefällt dir das Halo?'", verrät Todt. Er hatte sich gegen einigen Widerstand durchsetzen müssen, um den Cockpitschutz 2018 in die Formel 1 zu bringen. Doch spätestens mit dem jüngsten Vorfall dürften auch die letzten Kritiker davon überzeugt sein.

Todt begrüßt Umdenken beim Cockpitschutz Halo

So sei Grosjean nicht der einzige Fahrer, der früher dagegen gewesen war, und sich jetzt dazu geäußert hat, wie wichtig das Halo sei, weiß der FIA-Präsident. "Aber es ist kein Problem. Ich bin nicht daran interessiert, Recht zu haben. Ich bin daran interessiert, mich zu beteiligen und die richtigen Entscheidungen zu treffen."


Grosjean-Crash: Das Feuer war gar nicht das Problem ...

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Romain Grosjeans Feuerunfall von Bahrain in der Analyse: Die Leitplanke an der falschen Stelle, der Lebensretter und die Schuldfrage! Weitere Formel-1-Videos

Es war nicht das erste Mal, dass Halo wichtige Dienste leistete. Es hat schon zuvor dazu beigetragen, Fahrer vor Verletzungen zu bewahren, etwa als es verhinderte, dass Charles Leclerc (Ferrari) während des Grands Prix von Belgien im Jahr 2018 von Fernando Alonsos McLaren bei einer Kollision am Kopf getroffen wird.

Todt betont, dass er immer geglaubt habe, dass er mit dem Halo weitermachen müsse, auch wenn viele Leute es kritisierten: "Manchmal ist es wichtig, wenn man von einer Sache überzeugt ist, sie zu verteidigen, auch wenn man dabei auf Widerstand stößt."

"Wir hätten einige Fahrer mit Halo nicht verloren"

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Jean Todt machte sich damals für die Einführung des Halo stark Zoom Download

"Auch wenn es eine Menge negativer Kommentare gab, im Übrigens von Teams, Fahrern und Medien, war es eindeutig etwas, von dem wir wussten, dass es eine Verbesserung sein würde", sagt der FIA-Präsident. "Schauen Sie sich Charles Leclerc an, als er seinen Unfall hatte, und wir sagten, ohne Halo wären die Dinge anders gelaufen."

"Und manchmal, wenn wir zurückblicken, hätten wir einige Fahrer wohl nicht verloren, wenn das Halo da gewesen wäre. In schwierigen Zeiten sieht man, wie die Menschen reagieren. Aber man tut das nicht, weil die Leute darüber sprechen werden, sondern weil man das Gefühl hat, dass es gut für den Sport ist, den man verteidigt."

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