• 23. Mai 2020 · 09:04 Uhr

Teams stimmen zu: 145-Millionen-Grenze und neue F1-Regeln kommen

Die Budgetobergrenze kommt: Auf welche Summen sich die Formel-1-Rennställe geeinigt haben und welche weiteren Regeln beschlossen wurden

(Motorsport-Total.com) - Jetzt ist klar: Die geplante Budgetobergrenze für die Formel 1 wird kommen. Darauf haben sich die Teams am Freitag in einer Onlineabstimmung geeinigt. Im ersten Schritt darf jeder Rennstall ab 2021 nur noch maximal 145 Millionen Dollar (umgerechnet rund 133 Millionen Euro) für sein Formel-1-Projekt aufwenden, es bleibt allerdings bei diversen "Schlupflöchern".

Lewis Hamilton, Charles Leclerc, Sebastian Vettel, Max Verstappen

Der Fahrplan für die kommenden Jahre steht: Die Teams haben sich geeinigt Zoom Download

Ausgenommen von der neuen Budgetobergrenze sind zum Beispiel Fahrergehälter und die Löhne der drei bestbezahlten Angestellten, dazu die Marketingkosten der Teams.

Beschlossen ist indes auch: Die Budgetobergrenze soll in den kommenden Jahren schrittweise abgesenkt werden, nämlich 2022 auf rund 128 Millionen Euro und 2023 auf rund 124 Millionen Euro. Mit dem letztgenannten Wert müssen die Formel-1-Rennställe dann bis einschließlich 2025 jedes Jahr auskommen.

Der Weltrat muss noch zustimmen

Dass die Teams sich auf diese Maßnahmen verständigt haben, ist jedoch keine offizielle Bestätigung. Die neuen Formel-1-Regeln müssen erst noch durch den FIA-Motorsport-Weltrat ratifiziert werden. Das könnte schon in den nächsten Tagen geschehen, ebenfalls per Onlineabstimmung, weil die nächste geplante Sitzung erst für Mitte Juni vorgesehen ist.

Interessant: Ursprünglich hatte man sich bereits im Herbst 2019 auf eine Budgetobergrenze geeinigt, damals aber noch auf 175 Millionen Dollar (rund 160 Millionen Euro). Danach wurde der Betrag kontrovers diskutiert. Vor allem die Topteams sperrten sich gegen eine Absenkung, wohingegen zum Beispiel McLaren sogar unter 100 Millionen Dollar (knapp 92 Millionen Euro) gehen wollte.


Fotostrecke: Die zehn denkwürdigsten F1-Regeländerungen

Das Ergebnis der jüngsten Teamabstimmung ist also ein Kompromiss, an den aber noch weitere Schritte zur Verbesserung der Chancengleichheit geknüpft sind. So werden künftig die Arbeitsstunden im Windkanal und in Computersimulationen beschnitten, ganz nach dem Motto: Wer vorne fährt, bekommt weniger Ressourcen.

Erstmals: Beschränkung der Entwicklung

Konkret wurde eine bestimmte Anzahl an Arbeitsstunden festgesetzt. Das Weltmeisterteam der Saison 2021 darf für die Entwicklung des neuen Fahrzeugs für 2022 nur 90 Prozent dieser Stunden investieren. Gestaffelt nach den weiteren Positionen in der Konstrukteurswertung erhält jedes weitere Team 2,5 Prozent mehr Zeit, das Schlusslicht also insgesamt 112,5 Prozent.

Auch hierbei geht die Formel 1 schrittweise vor: Ab 2022 steht dem Weltmeisterteam für die Entwicklung des Nachfolgeautos lediglich 70 Prozent der Entwicklungszeit in Windkanal und in Simulationen zu. In absteigender Reihenfolge der Konstrukteurswertung bekommt jedes weitere Team je fünf Prozent mehr Zeit. Das letztplatzierte Team steht damit bei 115 Prozent der Arbeitsstunden, genau wie mögliche neue Rennställe.


Fotostrecke: Das neue Formel-1-Auto 2021

Um Kundenteams weiter zu unterstützen, hat man sich offenbar auch darauf verständigt, die Kosten für Komponenten wie Getriebe und Aufhängungsteile nach dem Ankauf aus dem Maximalbudget des Käufers zu streichen.

Der Teufel steckt im Detail ...

Apropos Budgetobergrenze: Sie ist an die genaue Anzahl der Saisonrennen geknüpft. Umfasst die Formel-1-Saison 2021 zum Beispiel 21 Rennen, dann bleibt es bei 145 Millionen Dollar (133 Millionen Euro). Pro Rennen mehr oder weniger wird eine Million US-Dollar (etwa 920.000 Euro) hinzugefügt oder abgezogen.

Außerdem haben sich die Teams noch einmal formal darauf verständigt, dass die neuen technischen Regeln erst 2022 und nicht schon 2021 eingeführt werden und dass die Weiterentwicklung der Antriebe in den Jahren 2020 und 2021 nur eingeschränkt erfolgen soll - durch eine Limitierung der Prüfstandsstunden und die Anzahl der Upgrades pro Saison. Auch damit sollen die Kosten sinken.

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