• 14. Dezember 2019 · 05:57 Uhr

Medienbericht: Was steckt hinter Vettels Kontakt mit McLaren?

Sebastian Vettel, so berichtet es die 'Marca', soll mit McLaren-Teamchef Andreas Seidl über 2021 gesprochen haben - Ferrari betont: Vettel "zentral für unser Projekt"

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel und Andreas Seidl kennen sich. Nicht nur vom Smalltalk unter Deutschen im Formel-1-Paddock, sondern auch aufgrund ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Als Vettel, damals noch ein junges Wunderkind mit Zahnspange, 2006 Testfahrer bei Sauber-BMW wurde, war Seidl dort als Ingenieur tätig.

Carlos Sainz, Sebastian Vettel

Sebastian Vettel ist nicht entgangen, wie positiv sich McLaren entwickelt Zoom Download

Jetzt, so berichtet es die spanische Zeitung 'Marca', soll Vettel seinen alten Bekannten wieder kontaktiert haben, um sich nach Möglichkeiten zu erkundigen, 2021 zusammenzuarbeiten. In medial erhitzten Zeiten wie diesen, in denen über den Transfermarkt für 2021 aufgeregt spekuliert wird, ist das natürlich eine Schlagzeile, die die Runde macht.

Die Beteiligten streiten die angebliche Kontaktaufnahme jedenfalls nicht ab. "Wir sind happy mit unseren beiden Fahrern. Sie sind die Zukunft für McLaren", sagt McLaren-Teamchef Seidl auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com', lässt aber die Gelegenheit aus, den 'Marca'-Bericht klar zu dementieren, wenn er sagt: "Ansonsten beteiligen wir uns nicht an diesen Spekulationen."

Aus dem Vettel-Lager wiederum hört man, dass der 32-Jährige sich nicht auf das Spiel einlässt, jedes Gerücht einzeln zu kommentieren. Generell seien Medienberichte über einen bevorstehenden Abschied von Ferrari konstruiert. Und Vettels großer Traum sei nach wie vor, mit Ferrari Weltmeister zu werden. Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, ist ein Teamwechsel zumindest nicht Plan A.

Helmut Marko: "Man darf Vettel nicht abschreiben"

Dass die Saison 2019 aus Sicht von Vettel nicht nach Wunsch verlaufen ist, streitet niemand ab. Eine Entwicklung, die auch Teil des großen Jahresrückblicks (Veröffentlichung nach Weihnachten) von Motorsport-Total.com sein wird - und über die wir in einem exklusiven Interview in Graz mit Vettels Ex-Chef Helmut Marko gesprochen haben.

Dabei haben wir Marko mit der "konspirativen These" konfrontiert, dass Vettel nicht mehr zu den drei besten Fahrern der Formel 1 gehört. "Auf die heurige Saison bezogen muss ich dem leider recht geben", antwortet der Red-Bull-Motorsportkonsulent. "Aber trotzdem darf man Vettel nicht abschreiben."


Helmut Marko: Vettel nicht mehr unter den Besten

"Dem muss ich leider recht geben", sagt Helmut Marko auf die These, dass Sebastian Vettel nicht mehr zu den Top 3 in der Formel 1 gehört Weitere Formel-1-Videos

Marko kann sich vorstellen, dass es für Vettel vielleicht "überraschend" gekommen sei, "wie schnell Leclerc ist". Und auch Ferrari-Teamchef Mattia Binotto findet, dass sich Leclerc auf den schwierig zu fahrenden SF90 besser eingestellt hat: "Er hatte unsere Probleme ein bisschen besser im Griff. Einfach wegen seines Fahrstils."

Aber bei einem Ferrari-Medientermin in Maranello bekannte sich Binotto ausdrücklich zum viermaligen Weltmeister: "Seb ist ein Schlüsselfahrer für uns, er ist zentral für unser Projekt. Er ist jetzt schon seit vielen Jahren Teil dieses Teams. Er kennt das Team sehr gut, er hat viel Erfahrung. Und er ist viermaliger Weltmeister. So ein Fahrer muss eine Schlüsselfigur in unserem Projekt sein."

Auch dann noch, wenn er 2020 erneut gegen Leclerc unterliegen sollte und sein Vertrag am Saisonende ausläuft? Binotto betont, er sei "glücklich" mit der aktuellen Ferrari-Paarung, aber: "Wir müssen uns mit Seb hinsetzen und sprechen, damit wir seine Pläne für die Zukunft verstehen."

Ferrari: Vettel muss wissen, was er will

Gerüchte, befeuert auch von britischen TV-Experten am Saisonende in Abu Dhabi, wonach Vettel seine Karriere per sofort beenden könnte, seien jedenfalls kompletter Unsinn, heißt es aus dem Umfeld des viermaligen Weltmeisters. Bei Ferrari hat man diese aber natürlich registriert - und spielt den Ball Vettel zu.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel: Ein Rücktritt schon Ende 2019 ist kein Thema, hat er klargestellt Zoom Download

"Wir müssen schauen, wie sich unsere Strategie nächstes Jahr entwickelt. Und wir müssen uns die Performance anschauen und wie er ins Auto passt und wie er sich in Zukunft motivieren kann", sagt Binotto. "Es geht nicht darum, ob er Fehler gemacht hat oder nicht. Es geht darum, wie er seine Zukunft sieht und wie wir unsere Fahrerpaarung sehen. Anfang Mai, um den Grand Prix von Spanien, wollen wir wissen, wo die Reise 2021 hingeht."

Das klingt nicht mehr ganz nach uneingeschränktem Bekenntnis zu Vettel - schließlich wurde in Abu Dhabi bekannt, dass Ferrari nach Lewis Hamilton fischt. Sollte der Mercedes-Star 2021 wirklich kommen, wäre für Vettel vermutlich kein Platz mehr im Team. Denn dass Ferrari Leclerc rausschmeißt, gilt als ausgeschlossen.

Nichtsdestotrotz stärkt Binotto Vettel den Rücken, wenn er zum Beispiel sagt: "Er hat sich am Saisonbeginn nicht wohlgefühlt im Auto." Zum Beispiel aufgrund der "Instabilität beim Bremsen", die eine Hauptcharakteristik des SF90 gewesen sei. Und "so einen schnellen Teamkollegen zu haben, das hat ihm sicher Kopfzerbrechen bereitet."

"Aber Seb ist sehr analytisch, wenn es darum geht, besser zu werden. Er geht so eine Übung nicht emotional an, sondern er schaut sich die Daten an, vergleicht die Sektoren, studiert genau, wo er langsamer oder schneller ist."

Binotto: Singapur war ein Schlüsselmoment

In der ersten Saisonhälfte, räumt Binotto ein, sei Vettel "unter großem Druck" gestanden. Aber der Sieg in Singapur mit der anschließenden Führung in Sotschi und zwei weiteren zweiten Plätzen war dann ein psychologisch wichtiger Befreiungsschlag: "In der zweiten Saisonhälfte hat er sehr gut reagiert", lobt der Ferrari-Teamchef.


Hamilton & Ferrari: Wie realistisch ist ein Deal?

Lewis Hamilton hat sich zweimal mit Ferrari-Präsident John Elkann getroffen hat - und wir analysieren, was dahinter steckt ... Weitere Formel-1-Videos

"Der Sieg in Singapur war sicher ein Schlüsselerlebnis für ihn. Nicht nur der Sieg an sich, sondern auch in Bezug auf das Vertrauen ins Team - weil er wusste, dass er sich darauf verlassen kann, dass ihn das Team unterstützt, wenn es drauf ankommt. Aber ich denke, dass es die richtige Entscheidung und die richtige Zeit war, ihn gewinnen zu lassen."

"Tatsache ist, dass er in der zweiten Saisonhälfte, als er sich im Auto wohler fühlte, sehr, sehr schnell war. Wenn man sich seine Rennpace anschaut, dann war er auf einem sehr ähnlichen Niveau wie Charles. Charles war dafür im Qualifying schneller", sagt Binotto - und wählt damit zumindest keine Worte, die Vettel weiterhin als Ferraris Nummer 1 ausweisen würden.

Was an den McLaren-Gerüchten dran ist? Dazu hat sich Maranello bisher nicht geäußert. Vettel weiß, dass er keine hundertprozentige Sicherheit hat, den Ferrari-Vertrag verlängert zu bekommen. Also muss er seine Möglichkeiten sondieren. Dabei nicht auch mit Seidl zu sprechen, dem Chef eines aktuell aufsteigenden Teams, wäre fahrlässig.

In der bevorstehenden "Silly Season" schon für 2021 war das, sollte es wirklich stattgefunden haben, sicher nicht Vettels letztes Gespräch. Wenn Hamilton ihm das Ferrari-Cockpit wegschnappen sollte, wäre bei Mercedes ein Platz frei. Und wenn Mercedes dann Max Verstappen holt, könnte Vettel theoretisch auch zu seinen alten Freunden bei Red Bull zurückkehren.

Aber all das ist momentan nicht mehr als das, was es eben ist: "Silly Season" ...

formel-1-countdown

ANZEIGE
ANZEIGE

Fotos & Fotostrecken

Unter der Haube: Diese Formel-1-Fahrer haben sich getraut
Unter der Haube: Diese Formel-1-Fahrer haben sich getraut
Formel-1-Technik 2020: Die Updates beim Test in Barcelona
Formel-1-Technik 2020: Die Updates beim Test in Barcelona

Erste Fotos von Sebastian Vettel im Ferrari SF1000
Erste Fotos von Sebastian Vettel im Ferrari SF1000

Die wichtigsten Neuerungen am Alfa Romeo C39
Die wichtigsten Neuerungen am Alfa Romeo C39

In Bildern: Die Formel-1-Autos 2020 auf der Strecke
In Bildern: Die Formel-1-Autos 2020 auf der Strecke

Formel-1-Quiz

Was verursachte beim Belgien Grand Prix 2016 eine rote Flagge?

Formel-1-Datenbank

Formel-1-Datenbank: Ergebnisse und Statistiken seit 1950
Formel-1-Datenbank:
Ergebnisse und Statistiken seit 1950

Jetzt unzählige Statistiken entdecken & eigene Abfragen erstellen!

Top-Motorsport-News

Emotionales Video: Falken blickt auf 20 Jahre Nürburgring-Geschichte
NR24 - Emotionales Video: Falken blickt auf 20 Jahre Nürburgring-Geschichte

Vier statt ein Titelsponsor ab 2020: Neue NASCAR-Ära steht bevor
NASCAR - Vier statt ein Titelsponsor ab 2020: Neue NASCAR-Ära steht bevor

Dacia Sandero, Logan MCV und Duster mit neuen Autogas-Antrieben
Auto - Dacia Sandero, Logan MCV und Duster mit neuen Autogas-Antrieben

Wreckfest: Update, Hotfix und Rusty Rats-DLC am Start
Games - Wreckfest: Update, Hotfix und Rusty Rats-DLC am Start

Die aktuelle Umfrage

Formel 1 App

Videos

F1-Tests 2020 Barcelona: Sind Sebastian Vettel & Ferrari nur dritte Kraft?
F1-Tests 2020 Barcelona: Sind Sebastian Vettel & Ferrari nur dritte Kraft?
F1-Tests 2020 Barcelona: Mercedes zeigt innovatives DAS-System
F1-Tests 2020 Barcelona: Mercedes zeigt innovatives DAS-System

F1-Tests 2020 Barcelona: Racing Point, der "rosa Silberpfeil"
F1-Tests 2020 Barcelona: Racing Point, der "rosa Silberpfeil"

Kommentar zu den Car-Launches 2020: Wollt ihr uns verarschen?
Kommentar zu den Car-Launches 2020: Wollt ihr uns verarschen?

Folge Formel1.de

// //