• 15. Juni 2019 · 17:02 Uhr

Kanadier kritisieren Lance Stroll: "Geld hat vieles ermöglicht"

Racing-Point-Pilot Lance Stroll steht erneut in der Kritik, die ihn jedoch kalt lässt - Nicholas Latifi auf seinen Spuren, oder eben doch nicht ganz ...

(Motorsport-Total.com) - Lance Stroll fährt nur dank der finanziellen Unterstützung seines Vaters Lawrence Stroll in der Formel 1. So lautet die immer wiederkehrende Kritik am Kanadier. Auch an seinem Heimwochenende in Montreal musste sich der 20-Jährige harte Worte gefallen lassen. Zwar schaffte er es am Samstag zum elften Mal in Folge nicht ins Q2, am Sonntag antwortete er dann dafür auf der Strecke.

Lance Stroll

Lance Stroll muss einmal mehr Kritik von einigen Fahrern einstecken Zoom Download

Alex Tagliani, ein ehemaliger IndyCar-Pilot aus Kanada, unterstützt die Paydriver-These. "Ich möchte ihm sein Talent nicht absprechen, aber dennoch werde ich meine Meinung sagen", erklärte er gegenüber 'TVA Sports'. Er ist ganz klar der Ansicht, dass Stroll ohne die dicke Brieftasche seines Vaters nicht in der Formel 1 gelandet wäre.

"Wenn man zurückblickt, dann hat Geld schon vieles ermöglicht. Er kommt aus einer solchen Familie und hat genügend Geld." Ein weiterer Landsmann von Stroll erneuerte seine Kritik am ehemaligen Williams-Piloten pünktlich vor dessen Heimrennen. Jacques Villeneuve hatte bereits in der Vergangenheit Kritik am "Paydriver" geäußert.

Kommt bald der nächste Kanadier?

Gegenüber 'Le Monde' teilte er erneut aus: "Es ist schwierig zu akzeptieren. Geld muss auch Grenzen kennen, aber in diesem Fall werden diese Grenzen einfach verschoben." Vor zwei Jahren hatte er Stroll bereits als schlechtesten Rookie aller Zeiten betitelt und wurde dafür mit Hausverbot von Williams belegt.

Nicholas Latifi

Nicholas Latifi fuhr am Freitag in Montreal den Williams FW42 Zoom Download

In mittlerweile knapp 50 Grands Prix konnte der Sohn des Racing-Point-Eigentümers nur in Aserbaidschan 2017 glänzen, als er sensationell mit Williams auf Platz drei fahren konnte. Ansonsten setzte sich der Formel-3-Europameister des Jahres 2016 kaum in Szene. Bei seinem Heimrennen 2019 schaffte er allerdings einen Achtungserfolg, mit einer Aufholjagd von Platz 17 bis auf Rang neun.

Bald schon könnte der nächste Kanadier auf den Spuren von Stroll wandeln: Nicholas Latifi. Der 23-Jährige durfte am Freitag in Montreal zum ersten Mal an einem Freien Training teilnehmen. Er ist aktuell dritter Pilot bei Williams. Sein Vater Michael Latifi, ebenfalls ein reicher Geschäftsmann aus Kanada, hat im Vorjahr Anteile am McLaren-Team gekauft.

McLaren für Latifi kein Thema

Er hofft, dass sein Sohn ebenfalls bald einen Platz in der Formel 1 bekommen kann. Derzeit fährt Latifi erfolgreich in der Formel 2 und führt die Meisterschaft an. Ein Stammcockpit wäre sein großes Ziel. Allerdings hat der Kanadier erst im Teenageralter mit dem Motorsport begonnen.

"Im Gegensatz zu Leclerc, Russell oder Albon, die alle schon mit vier oder fünf Jahren im Kart gesessen sind, hat Nicholas erst zehn Rennsaisons hinter sich", erklärt sein Vater gegenüber 'f1i.com'. "Er hat erst mit 13 Jahren mit dem Kartfahren begonnen. Er muss erst einmal seine Ausbildung abschließen und Erfahrung sammeln."

Deshalb habe eine Formel-1-Verpflichtung auch keine Eile. "Er ist ein harter Arbeiter." Das Williams-Team sei für seinen Sohn genau das richtige Umfeld, so Latifi. "Das ist ein Familienteam mit einer guten Erfolgsbilanz was die Ausbildung junger Fahrer, wie unter anderem Jacques Villeneuve und Valtteri Bottas, betrifft."


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Aber erst wenn er in der Formel 2 überzeugen und die Serie gewinnen kann, ist er bereit für die Formel 1. "Am Ende des Sommer werden wir sehen, wo er steht. Das Ziel ist es, Vollzeit in die Formel 1 einzusteigen, das ist aber nicht garantiert."

Die Cockpits von Robert Kubica bei Williams und Antonio Giovinazzi bei Alfa Romeo hat der Vater des Rennfahrers ins Auge gefasst. Beide Fahrer könnten keinen Vertrag für 2020 bekommen. Dass Latifi junior bei McLaren unterkommt, sei zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen.

Obwohl Latifi senior zehn Prozent an der McLaren Group hält, gebe es "keine Diskussion" darüber. "Wir haben zwei junge Fahrer und sind sehr glücklich. Mein Engagement bei McLaren stand nie im Zusammenhang mit der Aussicht, meinem Sohn einen Job zu verschaffen."

Interessant: Auch bei Racing Point glaubt Teamchef Otmar Szafnauer, dass Lawrence Stroll weiterhin in das Team investiert, auch wenn Sohn Lance nicht mehr für den Rennstall fahren sollte. Der Sohn des Multimillionärs sei außerdem keine Petze, verrät der Teamchef im exklusiven Interview.

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