• 07. Dezember 2018 · 15:24 Uhr

Toto Wolff: Lewis Hamilton wäre ohne Valtteri Bottas nicht Weltmeister

Toto Wolff relativiert die Ergebnisse von Valtteri Bottas 2018 und erklärt, dass der Finne für Mercedes wichtiger gewesen sei, als es auf dem Papier den Eindruck macht

(Motorsport-Total.com) - Die Formel-1-Saison 2018 war für Valtteri Bottas nicht einfach. Der Finne gewann kein einziges Rennen und musste mehr als einmal den "Edelhelfer" für seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton spielen. Der Vertrag des Finnen läuft Ende 2019 aus, und im Fahrerlager gibt es bereits jetzt Gerüchte, er könne 2020 durch Mercedes-Junior Esteban Ocon abgelöst werden, wenn er 2019 keine besseren Leistungen bringt.

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Bei der FIA-Gala in Russland ist Toto Wolff allerdings bemüht, seinem Fahrer den Rücken zu stärken. "Wir hätten ohne Valtteri weder die Fahrer- noch die Konstrukteurs-WM gewonnen", stellt er klar und erklärt: "Wenn Valtteri in Baku, wo er eine Runde vor Schluss noch in Führung lag, nicht ausgeschieden wäre, hätte er zu dem Zeitpunkt die WM angeführt. Er hätte mindestens drei Rennen gewinnen können, hat sie aber nicht gewonnen."

"Stattdessen hat er Lewis dabei geholfen, maximale Punkte zu holen", hebt Wolff die Qualitäten des Finnen als Teamplayer hervor. "Valtteris Ausfall in Baku hatte zur Folge, dass Lewis und nicht er die 25 Punkte gemacht hat. Valtteri hätte in Sotschi gewonnen. Auch da gingen die 25 Punkte an Lewis und nicht an Valtteri", erinnert Wolff und ergänzt: "Keiner der beiden mag das hören, denn Lewis hat aus eigener Kraft gewonnen."


Fotos: Testfahrten in Abu Dhabi


"Und Valtteri hasst es, nicht zu gewinnen. Die richtige Balance aus zwei Alphatieren, die sich im Auto gegenseitig pushen, zu finden, aber gleichzeitig eine positive Dynamik haben, ein produktives Arbeitsumfeld, das ist ein Schlüssel für den Erfolg", erklärt der Österreicher und verrät: "Valtteri hat trotz all seines Pechs nie zugelassen, dass die Einstellung innerhalb unserer Organisation getrübt wird."

2018 ein Rückschritt füt Bottas?

"Er war zu jedem Zeitpunkt dazu in der Lage, zu einer positiven Stimmung beizutragen", lobt Wolff und erinnert: "Man beobachtet oft, dass bei Fahrern alles den Bach runterläuft, sobald sie keine Chance mehr auf den Titel haben. Da wird alles negativ, da werden sie dysfunktional. Valtteri hat bis zum Schluss dazu beigetragen, dass die Grundhaltung positiv war, obwohl er selbst sich nicht so wohl gefühlt hat."

"Darum hat er zu beiden WM-Titeln beigetragen. Auch wenn er das sicher nicht so gern hört. Auch er ist ein Weltmeister", lobt Wolff. Fakt ist aber auch, dass Bottas auf dem Papier deutlich weniger Punkte holte als in seiner ersten Mercedes-Saison 2017, in der er zudem noch drei Rennen gewinnen konnte. War die Saison 2018 für den Finnen also ein Rückschritt bei den Silberpfeilen?


Fotostrecke: Fahrer und Teams der Formel 1 2019

"Ich denke, er war in der ersten Saisonhälfte besser als 2017. Das sah man auch am Punktestand", relativiert Wolff und erinnert: "Nach Baku hätte er die WM anführen können. Aber sobald du einem Fahrer, der einzig und allein darauf konzentriert ist, Weltmeister zu werden, die Chance auf den Titel wegnimmst, hat das negative Auswirkungen. Valtteri sagt zwar, dass ihn das nicht tangiert hat. Weil er ein Kämpfer ist."

"Aber ich bin mir sicher, dass du so einen Rückschlag mental nicht so einfach wegstecken kannst. Er hat es aber geschafft, dass er diese Negativität nicht auf das Team abgestrahlt hat. Jetzt braucht er glaube ich ein bisschen Urlaub, um die Batterien aufzuladen und nächstes Jahr stark zurückzukommen", so Wolff. Lobende Worte hin oder her - es könnte dann bereits seine letzte Saison für die Silberpfeile sein.

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