• 08. März 2017 · 08:10 Uhr

Pascal Wehrlein: Hätte vor Lewis Hamilton keine Angst gehabt

Warum Pascal Wehrlein keine Angst davor hatte, bei Mercedes von Lewis Hamilton zerstört zu werden und wieso der WM-Titel als Ziel nicht zu viel verlangt gewesen wäre

(Motorsport-Total.com) - Wäre der noch unerfahrene Mercedes-Junior Pascal Wehrlein als Teamkollege von Lewis Hamilton engagiert worden, dann hätte dies sein Karriereende bedeuten können. Denn der Brite hat weitaus erfahrenere Piloten, die bereits Titel gewonnen hatten, an das absolute Limit oder darüber gebracht. Dennoch hätte der nunmehrige Sauber-Pilot vor dieser Herausforderung keine Angst gehabt. "Wenn die Chance da ist, dann muss man sie ergreifen", erklärt er. "Ich würde also auf jeden Fall zusagen. Ich kann es hier nicht sagen, aber wenn man das nicht tut, dann ist man ein..." Wehrlein selbst habe über die Gefahr, dass Hamilton seine Karriere zerstören könnte, "gar nicht nachgedacht".

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Pascal Wehrlein hätte sich bei Mercedes die Messlatte Hamilton zugetraut Zoom Download

Bei Mercedes hat man das aber offenbar sehrwohl getan. Denn laut Wehrlein argumentierte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff die Entscheidung, ihm den routinierten Valtteri Bottas vorzuziehen, damit, dass man sich für diese Aufgabe einen "perfekten" Fahrer wünsche, der für die Aufgabe "bereit und schon an seinem Limit" sei. "Ich bin aber noch nicht so weit, wie ich sein könnte, weil es mir an Erfahrung fehlt", erklärt Wehrlein.

Daher wäre es für den Youngster gut, "mehr Erfahrung zu sammeln", zumal Fahrer "vor allem im zweiten Jahr üblicherweise große Fortschritte machen" würden, soll Wolff argumentiert haben. Wehrlein hat aber bislang abgesehen von Testfahrten erst eine Saison beim Nachzüglerteam Manor auf dem Buckel.

Doch wie hätte Wehrlein selbst entschieden, wäre er in Wolffs Rolle gewesen? "Wäre ich der Mercedes-Boss, dann wäre es schwierig geworden", schmunzelt der Sauber-Fahrer, dessen Comeback nach der Rückenverletzung gut verlaufen ist. "Dann wüsste ich nicht..." Der 22-Jährige ist aber nicht der Ansicht, dass der Auftrag, mit Mercedes schon im zweiten Formel-1-Jahr um die WM fahren zu müssen, zu viel verlangt gewesen wäre, obwohl sich vermutlich Fehler eingeschlichen hätten.

"Manchmal geht man in die falsche Richtung beim Setup, weil es einem an Erfahrung mangelt", erklärt Wehrlein. "Das ist normal. Mit fünf Jahren Erfahrung oder mehr macht man viel weniger Fehler." Jetzt muss sich der ehemalige DTM-Champion trotz Trainingsrückstands erneut beweisen und zeigen, dass er zurecht in der Formel 1 ist.

"Die ersten zwei Rennen werden schwierig, denn ich muss mich an alles gewöhnen", ist Wehrlein bewusst. "Aber dann sollte ich wieder dort sein, wo ich hingehöre." Mit der Variante, dass er bei Mercedes 2018 erneut eine Chance bekommen könnte, sollte sich Bottas gegen Hamilton nicht bewähren, liebäugelt er zumindest offiziell nicht. "Ich denke nicht an nächstes Jahr. Dieses Jahr werde, ich versuchen, mit diesem Team das Maximum zu erreichen - dann werden wir sehen, was nächstes Jahr passiert. Es könnte alles möglich passieren."

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