• 09. Oktober 2022 · 15:59 Uhr

Horner sicher: F1-Regeln für WM-Punkte bei Abbruch werden geändert

Wenngleich Max Verstappen von aktueller Punktevergabe-Regel profitiert und vorzeitig Weltmeister 2022 ist, braucht es laut Christian Horner eine Anpassung

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich war der Grand Prix von Japan 2022 in Suzuka auf 53 Runden angesetzt. Aufgrund des Wetters wurden am Sonntag aber nur 28 Runden absolviert, nachdem man das Rennen für rund zwei Stunden unterbrochen hatte. Max Verstappen (Red Bull) fuhr im verkürzten Rennen souverän zum Sieg, aber den vorzeitigen Gewinn des WM-Titels 2022 schien er damit um einen WM-Punkt verpasst zu haben.

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Red-Bull-Teamchef Chrsitian Horner war am Sonntag in Suzuka wie viele irritiert Zoom Download

Die Konfusion war groß, als Verstappen im Parc Ferme plötzlich doch als Weltmeister präsentiert wurde. Sogar bei Red Bull blickte man nicht durch und musste am Kommandostand im Reglement nachlesen.

Zum einen hatten die Rennkommissare Ferrari-Pilot Charles Leclerc mit einer nachträglichen Fünf-Sekunden-Strafe belegt, weil er in der letzten Runde im Kampf um P2 gegen Sergio Perez (Red Bull) die Schikane abkürzte. Zum anderen gab es volle WM-Punkte, obwohl nur 28 der 53 geplanten Runden gefahren wurden. Beides zusammen hat zur Folge, dass Verstappen den WM-Titel 2022 doch schon in Suzuka sichergestellt hat.

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Bei der Zieldurchfahrt wusste er es noch nicht: Max Verstappen ist Weltmeister 2022 Zoom Download

eder im Fahrerlager in Suzuka noch vor den TV-Geräten weltweit war im ersten Moment klar, warum es volle Punkte gab, obwohl weniger als 75 Prozent der kompletten Renndistanz zurückgelegt wurden.

Dass es volle Punkte gab, liegt an einer Änderung im Sportlichen Reglement, die im Nachgang zum ultrakurzen Grand Prix von Belgien 2021 in Spa-Francorchamps vorgenommen wurde. Die eigentliche Intention der neuen Regel wurde in Suzuka aber verfehlt. (Punkteregeln erklärt: Warum ist Max Verstappen Formel-1-Weltmeister?)

"Ich glaube, es ist ein Fehler", so die erste Reaktion von Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der vom feststehenden Titelgewinn für Max Verstappen ebenso überrascht war wie Verstappen selber. "Wir waren sicher, dass es nur dann volle Punkte gibt, wenn 75 Prozent des Rennens gefahren wurden. Deshalb gingen wir davon aus, dass uns ein Punkt fehlen würde", so Horner.

Letzten Endes kam es anders und der Red-Bull-Teamchef sagt schließlich mit Blick auf Verstappen: "Man kann sehen, wie überrascht er ist. Man kann sehen, wie überrascht das Team ist. Es ist aber eine wunderbare Überraschung."


F1-Analyse: Was ist da schiefgelaufen in Suzuka?

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errari-Teamchef Mattia Binotto gibt zu, dass man auch am Kommandostand der Scuderia irritiert war: "Wir waren verwirrt und dachten, es würde keine vollen Punkte geben. Deshalb waren unsere Kalkulationen im ersten Moment so, dass [Verstappen] nicht Weltmeister ist. Dann aber gab es eine Erklärung, die meiner Meinung nach in Ordnung geht. Es ist wie es ist. Er ist Weltmeister."

Hätte man das Formel-1-Reglement im Nachgang zum Grand Prix von Belgien 2021 nicht geändert, dann hätte es in Suzuka in der Tat keine vollen WM-Punkte gegeben. Alpine-Sportdirektor Alan Permane erinnert sich an die damaligen Besprechungen der Teamverantwortlichen mit der FIA und gibt zu, dass man eine Situation wie sie am Sonntag eingetreten ist, nicht vorgesehen hatte.

Auf Nachfrage, ob er überrascht gewesen sei, wie die WM-Punkte in Suzuka verteilt wurden, antwortet Permane: "Ja. Ich muss sagen, ich war zusammen mit ein paar anderen einer derjenigen, die die Neufassung dieser Regel angestoßen haben. Wir wissen, was wir damit eigentlich bezwecken wollten."

Nämlich? Dass es für Rennen, die gar nicht erst mit für Renntempo freigegeben werden, keine WM-Punkte gibt und dass für Rennen, die vorzeitig abgebrochen werden, ein anderer Punkteschlüssel greift. Entscheidend am Sonntag in Suzuka war letzten Endes die Tatsache, dass das Rennen mit der schwarz-weiß-karierten Flagge abgewinkt wurde. Dass nur 52,8 Prozent der ursprünglich geplanten Distanz zurückgelegt wurden, spielt eine untergeordnete Rolle.

"Passiert ist es nach Spa. Dabei sind wir wohl ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen", so Permane und weiter: "Vielleicht müssen wir nochmals ansetzen. So, wie heute entschieden wurde, stimmt es aber absolut mit dem überein, was in den Regeln steht. Ich bin mir nur nicht sicher, ob es dem entsprecht, was beabsichtigt war."

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Entscheidend für die Punkte: Verstappen wird in Suzuka mit karierter Flagge abgewinkt Zoom Download

cLaren-Teamchef Andres Seidl sieht es ganz ähnlich wie Permane. "So, wie die Punkte heute vergeben wurde, hatten wir uns das [bei den Besprechungen nach Spa 2021] nicht gedacht. Das war weder die Absicht der FIA noch die der Teams. Es sieht so aus als hätten wir wohl alle dieses Schlupfloch übersehen. Deshalb sind wir alle dafür verantwortlich. Was wir daraus lernen ist, dass wir es beim nächsten Mal alle gemeinsam besser machen müssen", so Seidl.

Christian Horner, dessen Starpilot Max Verstappen am Sonntag der größte Profiteur der aktuellen Regelfassung war, ist überzeugt, dass man den entsprechenden Paragraphen im Sportlichen Reglement für die Zukunft anpassen wird. "Ich bin mir sicher, dass das passieren wird", so Horner auf Nachfrage, ob sich die Teams mit der FIA zusammensetzen werden, um die Regel zu ändern.

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