• 09. Oktober 2022 · 11:41 Uhr

F1 Suzuka: Große Verwirrung um WM-Titel von Max Verstappen

Max Verstappen gewinnt den verregneten Grand Prix von Japan nach einer langen Unterbrechung - Verwirrung um vorzeitige Titelentscheidung

(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen (Red Bull) hat den Großen Preis von Japan gewonnen und damit auch seinen zweiten Weltmeistertitel in der Formel 1 geholt. Ob er ihn in Suzuka auch wirklich gewonnen hat, darüber gibt es nach dem Rennen große Verwirrung.

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Max Verstappen gewinnt die Regenschlacht von Suzuka Zoom Download

Der Niederländer profitiert von einer Zeitstrafe gegen Charles Leclerc (Ferrari), der die letzte Schikane im Kampf gegen Sergio Perez (Red Bull) ausgelassen hatte und von den Kommissaren von Platz zwei auf drei zurückgestuft wurde.

Weil trotz der Distanz von nur 28 Runden volle Punkte vergeben wurden, ist Verstappen damit alter und neuer Weltmeister.

Hinter dem Trio fuhr Esteban Ocon (Alpine) einen starken vierten Platz vor Lewis Hamilton (5./Mercedes) nach Hause. Sebastian Vettel (Aston Martin) holte einen überraschenden sechsten Platz vor Fernando Alonso (7./Alpine) und George Russell (8./Mercedes).

Nicholas Latifi (Williams) darf sich als Neunter über seine ersten beiden WM-Punkte des Jahres freuen, während Lando Norris (McLaren) als Zehnter den letzten Punkt holte. Mick Schumacher (Haas) ging als 17. leer aus.

Das Rennen war zuvor für rund zwei Stunden unterbrochen worden. Beim ersten Start hatte es einen Unfall von Carlos Sainz (Ferrari) gegeben, bevor anschließender Regen einen Fahrbetrieb erst einmal verhinderte.


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Warum gab es Verwirrung um den Titel von Max Verstappen?

Nach einer nachträglichen Fünf-Sekunden-Strafe gegen Charles Leclerc wurde der Niederländer von Interviewer Johnny Herbert zum Weltmeister erklärt, und auch die Formel 1 feierte ihn als neuen Champion. Verstappen selbst ließ sich feiern, war sich später aber auch nicht mehr sicher.

Auch vielen anderen war klar: Das kann nicht gereicht haben. Hauptgrund der Verwirrung ist die Frage, wie viele Punkte für das Rennen vergeben wurden. Vor der Saison wurden neue Regeln eingeführt, die festlegen, bei wie viel Prozent Renndistanz es wie viele Punkte gibt.


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28 gefahrene Rennrunden entsprachen 52 Prozent der Renndistanz. Nach dem neuen Reglement hätte es bei einer Distanz zwischen 50 und 75 Prozent Punkte nach folgendem Schema geben müssen: 19-14-12-10-8-6-4-3-2-1.

Aber: Die Formel 1 hat trotz nur 28 Rennrunden volle Punkte vergeben, weil Artikel 57 im Sportlichen Reglement im Wortlaut nur sagt, dass es weniger Punkte gibt, wenn das Rennen nach einer gewissen Distanz abgebrochen wird. Da das Rennen aber wieder aufgenommen wurde und nur die Zeit auslief, können volle Punkte vergeben werden.

Bestand eine Chance, dass Max Verstappen das Rennen verliert?

Nach der Unterbrechung nicht mehr. Beim ersten Start war Leclerc in Kurve 1 schon neben dem Red Bull, doch Verstappen hielt außen dagegen und behauptete die Führung.

Im neu gestarteten zweiten Rennteil hatte jedoch keiner eine Antwort für den neuen Weltmeister. Verstappen setzte sich konsequent von Leclerc ab und hätte sich kurz vor Schluss sogar einen Boxenstopp erlauben können, um auf die schnellste Rennrunde zu gehen. Im Ziel hatte er stolze 27 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Sergio Perez.

Warum wurde Charles Leclerc bestraft?

Der Monegasse hatte auf seinen Intermediates zu kämpfen und geriet unter starken Druck von Sergio Perez. Der Mexikaner lancierte immer wieder Angriffe, fand aber keinen Weg vorbei. In der letzten Rennrunde vertat sich Leclerc jedoch in der Schikane und kürzte diese ab.

Zwar kam er vor Perez wieder auf die Strecke und blockierte ihn daraufhin, um als Zweiter über den Zielstrich zu fahren, doch die Rennleitung wertete das als Vorteil neben der Strecke und brummte ihm eine Zeitstrafe von fünf Sekunden auf. Diese Strafe machte Verstappen zum Weltmeister.

Warum wurde das Rennen für zwei Stunden unterbrochen?

Bereits vor dem Start regnete es in Suzuka. Der Start fand somit unter schwierigen Bedingungen statt und wurde dementsprechend turbulent. Sebastian Vettel drehte sich in der ersten Kurve nach einer Berührung, konnte aber genauso weiterfahren wie Guanyu Zhou (Alfa Romeo), der sich in der Haarnadel gedreht hatte.

Vorbei war das Rennen jedoch für Carlos Sainz (Ferrari), der das Auto nur wenige Meter dahinter aus der Kontrolle verlor und in die Streckenbegrenzung einschlug. Auch Alexander Albon musste seinen Williams abstellen, allerdings gab es beim Thailänder ein technisches Problem. Zudem nahm Pierre Gasly (AlphaTauri) eine von Sainz aufgewirbelte Werbebande mit.

Nachdem zunächst das Safety-Car herausgeschickt wurde, wurde das Rennen unterbrochen - der Regen war zu stark geworden. Erst nach rund zwei Stunden wurde das Rennen wieder aufgenommen, mit rund 45 Minuten noch auf der Uhr.

Warum war Pierre Gasly stinksauer?

Der Franzose tobte über die Rennleitung, und auch viele andere Fahrer schimpften über eine Szene, die schlimme Erinnerungen weckte. Nach dem Unfall schickte die Rennleitung ein Bergungsfahrzeug auf die Strecke, an dem Gasly bei schwierigen Bedingungen und mit wenig Sicht vorbeifuhr.

Das passierte ausgerechnet auf der Strecke und bei den Bedingungen, die Jules Bianchi 2014 zum Verhängnis wurden. Auch alle anderen Piloten waren an dem Bergungskran vorbeigefahren, allerdings hinter dem Safety-Car. Gasly war nach seiner Begegnung mit der Werbetafel an die Box gefahren und hetzte dem Feld mit größerem Tempo hinterher.

"Was zum Teufel? Was ist das?", echauffierte sich Gasly am Funk. "Was macht denn dieser Traktor auf der Strecke? Das ist inakzeptabel! Ich kann es gar nicht glauben!"

Damit war er nicht der einzige. Lando Norris schrieb stellvertretend: "Was zum Teufel? Wie konnte das passieren? Wir haben vor Jahren ein Leben in dieser Situation verloren. Wir riskieren unser Leben, besonders unter solchen Bedingungen. Wir wollen Rennen fahren. Aber das ist inakzeptabel."

Übrigens: Weil er unter roter Flagge mehrfach zu schnell gefahren sein soll, erhielt Gasly nachträglich eine 20-Sekunden-Strafe und zwei Strafpunkte.

Wie kam Sebastian Vettel auf Platz sechs?

Der Deutsche fand sich nach seinem Dreher in der ersten Kurve ganz hinten wieder und pokerte beim Neustart. Als erster Pilot ging er sofort nach dem Safety-Car an die Box, um sich die Intermediates abzuholen. Diese Wahl spülte ihn weit nach vorne, denn die Pace der Fahrer auf dem Regenreifen war schlechter.

Zwar kamen alle Fahrer zeitnah rein, um sich die Intermediates abzuholen, doch die meisten davon kamen hinter dem Aston-Martin-Pilot wieder auf die Strecke. Das war auch der Schlüssel zu Latifis neuntem Platz, der zeitgleich mit Vettel in der Box war.

Warum war Mick Schumacher nur 17.?

Beim Haas-Piloten war es genau andersherum. Er fuhr als letzter Fahrer zum Reifenwechsel und wurde so bis ans Ende des Feldes gespült. Zuvor lag der Deutsche als Zehnter auf einer guten Position, doch während man Kevin Magnussen an die Box holte, ließ man Schumacher draußen.


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Die Taktik war klar: Haas hoffte bei den schwierigen Bedingungen auf ein Safety-Car oder eine weitere Rennunterbrechung, was im Regen durchaus im Bereich des Möglichen war. Schumacher war sogar für wenige Meter Erster, hatte jedoch auf den Regenreifen keine Chance gegen die Konkurrenz.

Schumacher wurde von der Spitze schnell kassiert, und als Haas die Taktik schließlich aufgab und Schumacher an die Box holte, kam er als Letzter wieder heraus. Sein Rennen war dadurch praktisch gelaufen.

Wie waren die Bedingungen beim Neustart?

Fahrbar. Zwar beschwerten sich einige Piloten über die Gischt, die Strecke war nach Meinung vieler aber in einem guten Zustand. Das wird auch durch den Fakt belegt, dass es nach der Unterbrechung keinen einzigen Unfall und nicht einmal einen Abflug neben die Strecke gab. Die Formel 1 kann also durchaus im Regen fahren.

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