• 01. November 2019 · 01:04 Uhr

Rennen rückt in weite Ferne: Zwei weitere Hürden für Miami

Weil genervte Anwohner zwei Anträge gegen die Formel 1 in Miami durchgebracht haben, wird eine Austragung des Rennens 2021 unwahrscheinlicher

(Motorsport-Total.com) - Das geplante Formel-1-Rennen von Miami rückt wieder ein Stück in Richtung Ferne, weil neue bürokratische Hürden eine Austragung ab 2021 erschweren. Zwar hatte man bereits eine Genehmigung bekommen, auf einer neuen Strecke rund um das Hard Rock Stadium der Miami Dolphins zu fahren, Beschwerden von Anwohnern sorgen nun aber für neue Probleme.

Miami-Grand-Prix 2021

Die Formel 1 soll 2021 um das Hard Rock Stadium in Miami fahren Zoom Download

Formel-1-Gegner wollen ein Rennen verhindern, weil sie Lärm und Schmutz fürchten. "Die Mehrheit der Einwohner von Miami Gardens wollen die Formel 1 nicht am Hard Rock Stadium fahren sehen", sagte die Anführerin der Opposition bereits und sprach von "tödlichen Effekten", die die Königsklasse mit sich bringe.

Mit Erfolg: Bei einem Kommissionstreffen am Dienstag wurden zwei Anträge durchgewunken. Der erste macht es nun notwendig, dass erst eine öffentliche Anhörung stattfindet, die im Dezember über das Rennen entscheidet. Der zweite hat dafür gesorgt, dass stets die Zustimmung der Kommission notwendig ist, wenn Straßen für Motorsport-Veranstaltungen abgesperrt werden.

Auch der Bürgermeister von Miami Gardens, Oliver Gilbert, spricht sich gegen die Formel 1 aus: "Wir verstehen, dass wir im Tourismus-Business leben, aber hier muss ein guter Ort zum Leben sein - nicht nur zum Besuchen", sagt er. "Die Formel 1 bringt zwar Leute, aber es geht um die Leute, die hier leben. Und das vergessen wir manchmal."


Historie: Stadtrennen in Miami

Schon vor dem geplanten Formel-1-Debüt 2019 gab es in Miami jede Menge Racing. Weitere Formel-1-Videos

Für Dolphins-Direktor Marcus Bach-Armas kommt der neue Gegenwind überraschend, denn schon vor ein paar Jahren hatte man das Thema Motorsport im Bereich des Stadions auf dem Tisch. Es habe öffentliche Anhörungen und auch Abstimmungen gegeben, die positiv für den Motorsport ausfielen.

Die Kommission habe damals auch mit 13-0 dafür gestimmt. "Und jetzt kauen wir das nochmal durch", wundert er sich. Dass die Antwort nach so vielen Anstrengungen jetzt einfach 'Nein' sei, versteht er nicht. "Wir müssen uns durcharbeiten, damit es für die Community nützlich ist", so Bach-Armas. "Es wäre peinlich, diese Möglichkeit aufzugeben."

Auch die Formel 1 selbst hat mittlerweile auf ihrer Homepage um Hilfe gebeten. Mit einem Formular kann man dort Bittschreiben an die Behörden senden.

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