Komatsu versteht Cadillac: Bekannte Größe als Fahrer "sehr wichtig"
Haas-Teamchef Ayao Komatsu kann die Fahrerwahl von Cadillac nachvollziehen, während Alexander Albon nicht glaubt, dass das Jahr Pause ein Nachteil sein wird
(Motorsport-Total.com) - Das neue Formel-1-Team Cadillac setzt in seinem ersten Jahr in der Königsklasse voll auf Erfahrung: Die Fahrerpaarung Valtteri Bottas und Sergio Perez bringt es zusammen auf 26 Jahre Erfahrung als Stammfahrer in der Königsklasse.
Für Haas-Teamchef Ayao Komatsu ist diese Fahrerwahl dabei vollkommen nachzuvollziehen, denn als Haas 2016 als bislang letztes neues Team in die Formel 1 kam, da hatte man es genauso gemacht. "Als wir vor zehn Jahren mit dem Team angefangen haben, hatten wir auch zwei Fahrer, die Erfahrung mitbrachten", sagt der Japaner.
Haas setzte damals auf Romain Grosjean, der mit zehn Podestplätzen eine feste Größe im Formel-1-Feld war, und auf den Mexikaner Esteban Gutierrez, der zuvor zwei Jahre für Sauber absolviert hatte.
"Wenn man als neues Team startet, ist es sehr, sehr wichtig, eine bekannte Größe, also einen erfahrenen Fahrer zu haben, denke ich", meint Komatsu. "Insofern finde ich, dass es für ein neues Team absolut Sinn macht, auf erfahrene Fahrer zu setzen."
Haas und Ferrari hatten zu lernen
Denn die Aufgabe, ein neues Team in die Formel 1 zu führen, ist laut ihm schon schwer genug. Schon vor einigen Monaten hatte er erzählt, wie fürchterlich die Monate vor dem ersten Rennen waren und dass alle froh waren, als man es endlich geschafft hatte. "Das möchte ich kein zweites Mal erleben", sagt Komatsu heute.
Wie Cadillac war auch Haas damals eine Partnerschaft mit Ferrari eingegangen, die den Neuling ausstatteten und unterstützten. Nur: Damals war das für die Scuderia etwas völlig Neues. "Als wir kamen, hatte Ferrari das auch noch nie gemacht, also diesen Kundensupport in der Form aufgezogen", sagt Komatsu. "Ferrari musste erst herausfinden, wie das geht, und wir mussten es auch."
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Cadillac hat in dieser Hinsicht einen kleinen Vorteil, auch wenn dem Projekt in den vergangenen Monaten immer wieder Steine in den Weg gelegt wurden. Doch Komatsu weiß aus eigener Erfahrung: "Ein neues Team aufzubauen - egal welches - ist immer schwierig."
Erfahrene Piloten können da natürlich helfen, doch im Grunde besitzen Perez und Bottas mit den Autos für 2026 genauso viel Erfahrung wie alle anderen Fahrer im Feld - nämlich gar keine.
Albon: Auszeit 2025 kein Nachteil
Für sie ist es somit kein Nachteil, dass sie in diesem Jahr aussetzen müssen, da alle mit einem weißen Blatt Papier beginnen. "Die Fahrer schleppen nicht das ganze Wissen aus den vergangenen Jahren derselben Regeln mit, dadurch ist das Feld etwas ausgeglichener, wenn man zurückkommt", sagt Alexander Albon.
Der Williams-Pilot war selbst schon einmal in dieser Position und saß 2021 auf der Ersatzbank, bevor er sich für 2022 seinem aktuellen Team anschloss - damals auch im ersten Jahr unter neuem Reglement.
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"Ich erinnere mich, dass ich in meinem Jahr ein paar Pirelli-Tests gefahren bin und viel Simulatorarbeit gemacht habe, was definitiv geholfen hat", sagt Albon. "Ich glaube, unsere Situationen sind ein bisschen unterschiedlich, weil sie viel mehr Erfahrung haben und es sich vermutlich leisten können, weniger zu machen."
"Bei mir ging es in dem Jahr mehr darum, zu lernen und sicherzustellen, dass ich für mein Williams-Cockpit so gut wie möglich vorbereitet bin. Mit ihrer Erfahrung glaube ich nicht, dass sie viel verpasst haben - sie werden ziemlich schnell wieder in den Rhythmus kommen."