Tsunoda kämpft ums Cockpit: Wird jetzt alles besser als vor dem Sommer?
Yuki Tsunoda braucht dringend starke Leistungen, will er seinen Platz in der Formel 1 behalten: Der Japaner selbst gibt sich zuversichtlich, dass es besser wird
(Motorsport-Total.com) - Wie geht es weiter mit Yuki Tsunoda bei Red Bull? Die Zukunft des Japaners steht mehr denn je in den Sternen. Bislang ist Tsunoda nicht die erhoffte Verbesserung gegenüber Liam Lawson, der nach nur zwei Saisonrennen bei Red Bull wieder zu den Racing Bulls degradiert wurde, und mit Honda fällt 2026 eine wichtige Stütze für ihn bei den Bullen weg.
Gut möglich, dass es daher die letzten zehn Rennen für ihn im Kader von Red Bull werden. Fest steht nur, dass Max Verstappen auch 2026 für Red Bull fahren wird - wer sein Teamkollege wird, ist offen. Was man sich allerdings wohl nur schwer vorstellen kann, ist ein Schritt von Tsunoda zurück ins Juniorteam, wo er bereits vier Jahre lang fuhr.
"Keine Ahnung, vielleicht denkt Helmut [Marko] im Hintergrund darüber nach", sagt der Japaner. "Ich weiß ehrlich gesagt nie, was er genau denkt. Ich weiß aber, dass er von mir Performance sehen will."
Die war bislang aber nicht da. Tsunoda gewann kein einziges Qualifying-Duell gegen Teamkollege Max Verstappen und kam nur im Sprint von Miami vor dem viermaligen Weltmeister ins Ziel - wobei das nicht ganz stimmt: Aufgrund einer Strafe für Verstappen wurde der Niederländer lediglich hinter ihm gewertet.
Natürlich ist Verstappen eine Messlatte, an der schon viele Fahrer zerschellt sind, doch selbst wenn man ihn ausklammert, sprechen die Zahlen nicht für Tsunoda. Seit acht Rennen wartet er schon auf einen Zähler, nur bei einem Grand Prix konnte er bislang ein einstelliges Ergebnis erreichen. Q3 sah er in den vergangenen neun Qualifyings nur ein einziges Mal.
Mit Upgrade nah an Verstappen dran
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Red Bull in dieser Saison große Probleme hat, die kaum ein anderer als Verstappen kaschieren kann. Zudem hatte Tsunoda über weite Teile der Saison nicht das gleiche Auto wie sein Teamkollege. Seit sein Auto in Spa aufgerüstet wurde, lief es für ihn besser: Platz sieben im Qualifying von Spa deutete Potenzial an.
In Ungarn war er sogar weniger als zwei Zehntel von Verstappen entfernt und damit so nah dran wie nie zuvor, doch weil Red Bull dort ein richtig schlechtes Wochenende hatte, hieß das im Qualifying trotzdem das Aus in Q1. "Definitiv muss ich mehr zeigen", weiß Tsunoda. "Aber die letzten beiden Rennen vor der Sommerpause haben dabei schon etwas geholfen."
Er betont: "Sobald ich das Upgrade bekommen habe, hat sich mein Speed plötzlich stark verbessert. In Ungarn war der Abstand zwischen mir und Max seit dem Training sehr klein - das zeigt, dass vielleicht Potenzial da ist."
In Zandvoort sollen beide Autos nun nahezu identisch sein, auch wenn Tsunoda die genauen Details nicht kennt. "Aber es ist nicht so wie vor Spa", sagt er.
"Und wir müssen sowieso weiter pushen, was die Performance angeht, weil wir in Ungarn als Team ziemlich Probleme hatten. Wir sind beide fast in Q1 ausgeschieden, was sonst nicht passiert. Deshalb müssen wir das Auto generell besser machen. Mal sehen, wie es in den kommenden Rennen läuft."
Wird jetzt alles besser?
Doch er gibt sich zuversichtlich, dass es besser laufen sollte als zu Beginn. "Wir haben im ersten Saisonabschnitt sehr viel gelernt, vor allem nach meinem Wechsel zu Red Bull - insbesondere was das Verhältnis und das Verständnis mit den Ingenieuren betrifft. Das ist jetzt deutlich besser geworden", betont der Japaner. "Deshalb bin ich bereit, in der zweiten Saisonhälfte stark weiterzumachen."
Doch Tsunoda weiß auch, dass die Formel 1 ein Ergebnissport ist. "Man kann sich nicht nur auf die Pace verlassen - ich muss Punkte holen."
Ob das reicht, um sein Cockpit für 2026 zu retten, wird sich zeigen. "Wenn ich es richtig verstanden habe, wartet er (Helmut Marko; Anm. d. Red.) noch ein bisschen ab, um zu sehen, was für Red Bull am besten ist", sagt Tsunoda. "Die Racing Bulls performen aktuell ziemlich gut, und es ist ein Team, bei dem ich lange war. Aber mein Hauptziel ist es natürlich, bei Red Bull zu bleiben. Also: schauen wir mal."