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Alonso über Aston-Martin-Updates: "Formel 1 ist keine Test-Akademie"
Aston Martin brachte viele Updates, doch die erhofften Fortschritte blieben aus - Fernando Alonso spricht nun von Fehlern, die es in der Formel 1 nicht geben darf
(Motorsport-Total.com) - Aston Martin hat in den vergangenen Monaten so viele neue Teile gebracht wie kaum ein anderes Team. Doch anstatt den Anschluss an die Spitze wiederherzustellen, blieben die erhofften Fortschritte weitgehend aus. Fernando Alonso findet dafür nun klare Worte - und sieht Fehler im Entwicklungsprozess, die für ein Formel-1-Team nicht akzeptabel seien.
Seit Mitte der Saison 2023 kämpft Aston Martin darum, seine starke Form vom Beginn jener Saison zurückzufinden. Schon damals klagte Lance Stroll: "Jedes Upgrade, das wir gebracht haben, brachte nicht den erhofften Fortschritt."
Daran hat sich auch 2024 und 2025 wenig geändert: Die Mannschaft aus Silverstone gelten zwar als eines der aktivsten Teams bei der Entwicklung, doch viele neue Teile mussten wieder zurückgebaut werden - weil sie auf der Strecke nicht das lieferten, was im Simulator versprochen worden war.
Besonders schmerzhaft war das Beispiel der USA 2023: Ein großes Paket mit neuem Frontflügel, Bodywork und Unterbodenprofilierung entpuppte sich als Fehlschlag und wurde nur ein Rennen später in Mexiko wieder zurückgenommen. Es folgten strukturelle Änderungen, unter anderem die Abberufung von Technikdirektor Dan Fallows.
Alonso macht nun unmissverständlich klar, dass diese Fehlschläge kein normales Lernprogramm seien: "Man lernt aus Fehlern und auch aus Dingen, die nicht funktionieren. Aber es war kein guter Prozess, Upgrades zu bringen, die nicht das bringen, was wir erwartet haben. Das sind Fehler beim Design, bei der Produktion oder bei der Annahme, dass das Teil das Auto schneller macht."
"Wenn die Teile nicht funktionieren, muss man Schritte zurückgehen und analysieren, wo der Fehler lag. Aber am Ende gilt: Auch wenn man aus solchen Dingen lernt - es sollte nie passieren. Denn das hier ist die Formel 1 und keine Akademie, um Dinge auszuprobieren. Hier muss man liefern."
Simulationen im Fokus
Ein wesentlicher Faktor für die Probleme liegt laut Adrian Newey, der inzwischen die Entwicklungsrichtung bestimmt, in der Qualität der Werkzeuge, insbesondere beim Simulator. Oft habe die Korrelation zwischen den theoretischen Modellen und den realen Ergebnissen nicht gestimmt.
Daran arbeitet das Team intensiv. Seit ziemlich genau einem Jahr läuft ein neuer Windkanal in Silverstone, der parallel zu den bislang genutzten Mercedes-Einrichtungen in Betrieb genommen wurde. Die Updates von Imola in diesem Jahr - ein neues Unterboden-Layout, veränderte Diffusorgeometrie und überarbeitete Karosserieelemente - galten als erster echter Testlauf.
CEO Andy Cowell, der zusätzlich die Rolle des Teamchefs übernommen hat, sieht darin einen wichtigen Schritt. "Wir haben letztes Jahr die Meisterschaft in der Anzahl der Upgrades gewonnen", sagt er gegenüber Motorsport.com Global, der englischsprachigen Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network.
"Aber wenn das Auto nicht schneller wird, ist das schlecht für die Moral. Deshalb haben wir diesmal gewartet, bis wir wirklich überzeugt waren. Das Paket von Imola hat uns gezeigt, dass wir den richtigen Weg einschlagen."
Trotz einzelner Fortschritte bleibt die Lage angespannt. Zuletzt erlebte Aston Martin extreme Schwankungen: In Belgien starteten beide Autos vom Ende des Feldes, nur eine Woche später in Ungarn lag Alonso im Qualifying plötzlich nur einen Zehntel hinter der Pole.
Ein Muster, das zeigt, wie inkonstant der AMR25 nach wie vor ist. Das Fahrzeug wird geplagt von hohem Luftwiderstand und inkonstantem Handling. Und Adrian Newey geht es hauptsächlich darum, Aston Martin für 2026 konkurrenzfähig zu machen, wenn die Karten unter den neuen Regeln neu gemischt werden.
Cowell fordert Geduld: "Wir müssen weiter an unserem Verständnis der Aerodynamik und unserer Analyse-Tools arbeiten. Das Ziel ist, mehr Vertrauen in unsere Entwicklungsarbeit zu gewinnen - auch mit Blick auf 2026 und darüber hinaus." Im kommenden Jahr wird es keine Ausreden mehr geben.