Formel-1-Regeln 2018: Technisches Formel-1-Reglement

Antriebsstrang

Gemäß den Regeln besteht der Antriebsstrang aus sechs unterschiedlichen Systemen: Verbrennungsmotor (ICE), Motor-Generator-Einheit für kinetische Energie (MGU-K), Motor-Generator-Einheit für Hitzeenergie (MGU-H), Energiespeicher (ES), Turbolader und Steuerelektronik.

Die Internal Combustion Engine (ICE), also der Verbrennungsmotor, ist das mit Benzin angetriebene Herzstück des Antriebsstrangs. 2016 nimmt der Motor folgendes Format an: 1,6 Liter Hubraum mit sechs Zylindern und Turbolader sowie einer Benzin-Direkteinspritzung mit einem maximalen Druck von 500 bar. Die Drehzahl ist auf 15.000 U/min beschränkt. Der angeschlossene Turbolader fungiert als System zur Energie-Rückgewinnung.

Mittels ERS kann Energie auf maximal sieben mögliche Arten abgegriffen und durch die MGU der Hinterachse zugeführt werden. Diese Einheit wird nun als MGU-K bezeichnet. Sie verfügt über 120 kW (161 PS) und kann pro Runde zwei Megajoule abgreifen sowie vier Megajoule abgeben, also über 30 Sekunden pro Runde bei voller Leistung. Die MGU-H, ein mit dem Turbolader verbundener Elektromotor, greift die restliche Energie ab.

Die MGU-K wandelt Teile der kinetischen Energie, die an der Hinterachse beim Bremsen sonst ungenutzt bleiben würde, in elektrische Energie um und führt sie dem Energiespeicher zu. Wenn das Auto wieder beschleunigt, wird die im Energiespeicher gesammelte Energie an die MGU-K-Einheit abgegeben, die dann wiederum mit einer zusätzlichen Leistung von 120 kW (etwa 160 PS) für über 30 Sekunden pro Runde die Hinterachse antreibt.

Die MGU-H ist ein Elektromotor, der direkt an den Turbolader gekoppelt ist. Energie aus dem Abgasstrom, die nicht zum Antreiben des Kompressors genutzt wird, kann von der Turbine abgegriffen, von der MGU-H-Einheit gesammelt, in elektrische Energie umgewandelt und dem Energiespeicher zugeführt werden. Während die MGU-K pro Runde maximal 2 MJ an Energie abgreifen kann, gibt es keine Beschränkung für die MGU-H. Diese abgegriffene Energie kann dazu verwendet werden, beim Beschleunigen die MGU-K-Einheit anzutreiben. Sie kann auch genutzt werden, um die MGU-H-Einheit anzutreiben, damit der Turbolader beschleunigt wird.
Der ES speichert die Energie, die von den beiden MGUs abgegriffen wurde, um sie später wieder an die gleichen Systeme abgeben zu können. Das maximale und minimale Gewicht dieses Systems beträgt 25 Kilogramm respektive 20 Kilogramm.

Motorsteuerung

Formel-1-Motoren verfügen über ein "Anti-Stall-Programm", um das Abwürgen des Motors bei einem Dreher zu verhindern. Es muss so programmiert sein, dass der Motor nach spätestens zehn Sekunden abgestellt wird, sollte der Fahrer in dieser Zeit nicht wieder in den Fahrmodus zurückgewechselt haben.

Elektronik

Elektronische Fahrhilfen sind nicht gestattet. Gewährleistet wird dies durch eine Standardelektronik, die von McLaren Electronic Systems (MES) und Microsoft zur Verfügung gestellt wird.

Kraftstoff

Die Formel-1-Boliden müssen mit von der Tankstelle bekanntem Super-Plus-Benzin fahren. Weitere Zusätze sind nur sehr begrenzt gestattet. Die FIA begrenzt die Benzinmenge auf 105 Kilogramm und die Durchflussrate auf 100 Kilogramm pro Stunde. Pro Saison dürfen maximal fünf unterschiedliche Benzinmischungen eingesetzt werden, pro Rennen zwei.

Antrieb

Erlaubt sind maximal zwei angetriebene Räder. Ein Rückwärtsgang ist Vorschrift. Acht Gänge sind ebenfalls im Reglement festgelegt. Für das komplette Jahr müssen acht verschiedene Getriebeübersetzungen ausreichen. Die Rennställe haben während der Saison nur eine Möglichkeit, ihre Auswahl zu verändern.

Maximal- und Minimalgewichte

Inklusive Fahrer samt Bekleidung, aber exklusive Benzin muss ein Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt, an dem es sich auf der Strecke befindet, mindestens 733 Kilogramm auf die Waage bringen. Zwischen Vorder- und Hinterachse lässt sich das Gewicht nicht beliebig verteilen, sondern muss auf beiden Achsen mindestens 333 respektive 393 Kilo betragen. Der Antriebsstrang alleine muss mindestens 145 Kilogramm wiegen.

Räder/Reifen

- Dimensionen
Formel-1-Reifen sind vorne 305 Millimeter breit, hinten 405. Der maximale Raddurchmesser ist mit 660 Millimeter für Trockenreifen und 670 Millimeter für Regenreifen festgeschrieben. Es handelt sich um 13-Zoll-Reifen.
- Profil
Trockenreifen (Slicks) müssen seit 2009 kein Profil beziehungsweise keine Rillen mehr aufweisen.
- Radsicherung
Jeder Radträger wird mit zwei Kabeln gesichert. Die Befestigung muss Kräften von zehn Tonnen pro Kabel, 20 Tonnen pro Rad standhalten.

Radaufhängung

Die Vorder- und die Hinterradaufhängung dürfen nicht miteinander interagieren oder sich elektronisch verstellen lassen. Das Aufhängungssystem FRIC (Front-and-Rear-Interconnected), bei dem die vier einzelnen Radaufhängungen über Hydraulikleitungen verbunden sind und so die Fahrzeughöhe regulieren, ist genau wie eine aktive Radaufhängung verboten.

Cockpit

Aus Sicherheitsgründen muss das Cockpit so dimensioniert sein, dass der Fahrer es innerhalb von fünf Sekunden verlassen kann. Die maximal erlaubte Zeitspanne zum Verlassen des Cockpits und Aufstecken des Lenkrades beträgt zehn Sekunden. Die Dicke des Kopf- und Nackenschutzes muss 75 Millimeter betragen. Die Länge des Cockpits beträgt 850 Millimeter. Der vordere Fußraum muss ausgepolstert sein. Die Mindestdicke beträgt 25 Millimeter. Der Cockpitschutzbügel Halo ist ein Einheitsteil und wird von einem von der FIA bestimmten Einheitszulieferer bereitgestellt.

Chassis

Die maximale Breite des Autos beträgt 200 Zentimeter. Zwischen den Achsen darf die Chassisbreite 160 Zentimeter nicht übersteigen. Die maximale Höhe des Autos beträgt 95 Zentimeter, gemessen vom tiefsten Punkt des Fahrzeugs beziehungsweise dessen Referenzebene. Die minimale Nasenhöhe beträgt 75 Millimeter, die maximale Nasenhöhe ist auf 275 Millimeter festgelegt.

Flügel

Die Breite des Frontflügels ist auf 1.800 Millimeter festgelegt. Ein Verstellmechanismus ist verboten, die Flaps dürfen sich bei einer Belastung von 60 Newton maximal fünf Millimeter verbiegen. Die Breite des Heckflügels ist auf 950 Millimeter festgelegt, die maximale Höhe auf 800 Millimeter. Zum Zwecke des Überholens kann ein Fahrer die vordere Querplatte seines Heckflügels mittels Knopfdruck um 50 Millimeter anheben oder absenken, um den Luftwiderstand zu verringern und anschließend wieder zu erhöhen. Die Einsatzmöglichkeiten dieses so genannten Drag-Reduction-System (DRS) sind aber limitiert und genau geregelt. Ein Beam-Wing unterhalb des Hauptflügels und ein Monkey-Seat sind verboten.

Unterboden

Die Holzplatte im Zentrum des Unterbodens muss eine Breite von 30 Zentimetern und eine Dicke von zehn Millimetern aufweisen. Die maximale Toleranz beträgt einen Millimeter.

Sicherheit

Vor der Saison muss jedes Team seinen Boliden umfangreichen Crashtests unterziehen. Werden relevante Teile während der Saison verändert, müssen diese wiederholt werden. Zur Unfallanalyse ist jedes Auto mit einer Highspeed-Kamera ausgestattet. Dazu müssen die Piloten unter den mit "Heck-and-neck-support" (H.A.N.S.-System) ausgestatteten Helmen einen Beschleunigungsmesser in den Ohren tragen. Er soll Daten zur Wirkung von Einschlägen auf den menschlichen Körper sammeln.

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