• 25. Februar 2023 · 09:41 Uhr

Hülkenberg drückt noch falsche Knöpfe: "Bis jetzt ist nichts explodiert!"

Nico Hülkenberg gewöhnt sich weiter an seinen neuen Haas, drückt aber immer noch manchmal die falschen Knöpfe am Lenkrad

(Motorsport-Total.com) - Der Blick in die Zeitentabelle dürfte bei Haas durchaus Zufriedenheit ausgelöst haben, denn Nico Hülkenberg landete am zweiten Tag der Formel-1-Testfahrten in Bahrain auf einem ordentlichen fünften Platz (+0,856 Sekunden) und ist weiter auf gutem Weg, sich wieder in seine Rolle als Stammfahrer einzufinden.

Nico Hülkenberg (Haas VF-23) bei den Formel-1-Testfahrten in Bahrain 2023

Nico Hülkenberg bereitet sich auf seine Comeback-Saison vor Zoom Download

"Ein bisschen bekannter, ein bisschen mehr Zuhause", antwortet der Deutsche auf die Frage, wie sich der zweite Tag angefühlt hat. "Es waren 68 Runden und am Ende wieder ein positiver Tag, eigentlich ohne Probleme, auch wenn wir ein bisschen Zeit verloren haben wegen der roten Flagge durch Mercedes, die recht lang war."

"Ich glaube, wir sind ein Stück weitergekommen. Wir haben einige gute Sachen getestet und probiert, die wir jetzt natürlich ein bisschen auswerten müssen. Aber ich hatte ein gutes Gefühl dabei und es war ein spannender, guter Tag", resümiert Hülkenberg.

Haas habe dabei bei der Balance Sachen gefunden, die gut sind, und welche, die weniger gut sind. "Jetzt geht es ja einfach darum, so viel wie möglich über das Auto zu lernen, und nicht unbedingt darum, das beste Auto zusammenzustecken", sagt er. "Jetzt wollen wir einfach nur lernen und verstehen, was passiert, wenn wir dies und jenes machen."

Daher sei es noch gar nicht angesagt, das Optimum ans Auto zu bringen. Doch ohnehin sei man mit dem Auto nie glücklich. "Es gibt immer Bereiche, an denen du arbeiten kannst. Und wenn du glücklich bist, dann pushst du wohl nicht hart genug", sagt er. "Man arbeitet immer daran, mehr Grip, mehr Balance und mehr Harmonie zu bekommen."

Ein paar falsche Knöpfe gedrückt

Woran man bei Haas und Hülkenberg ebenfalls arbeitet, sind die grundlegenden Dinge, damit dem Deutschen das Comeback so leicht wie möglich gestaltet wird. Da geht es etwa um die richtige Sitzposition, die Einstellung der Pedale und die Bedienung des Lenkrads. Das ist laut Hülkenberg schon "zu 90 Prozent gut".


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Einzig mit dem Lenkrad befindet er sich aktuell noch in einer Gewöhnungsphase. "Das wird auch noch ein paar Rennen dauern", fürchtet er. Denn in der jüngeren Vergangenheit war er die Lenkräder von Racing Point/Aston Martin gewöhnt, die auch auf die Power-Unit von Mercedes abgestimmt waren.

Bei Haas mit der Ferrari-Power-Unit sind die Knöpfe hingegen ganz anders. Es gibt andere Beschreibungen und auch eine ganz andere Anordnung - so anders, dass sich Hülkenberg bei den Testfahrten schon ein paar Mal verdrückt hat. "Aber es ist noch nichts explodiert", lacht er. "Aber das ist die typische Eingewöhnungszeit, die man braucht, wenn man neu ins Team kommt."

Körperlich in guter Form

Ansonsten möchte der Haas-Pilot sein Comeback nach drei Jahren aber nicht überbewerten. Zwar war er seit 2019 kein Stammfahrer mehr in der Formel 1, dennoch war er als Ersatzfahrer einige Male im Einsatz und konnte auch die neuen Autos als Ersatz von Sebastian Vettel bei den ersten beiden Rennen 2022 ausprobieren.

"Die Autos ändern sich hier und da, die Reifen verändern sich, aber wie alles funktioniert, wie man ein Auto fährt und die Gesetze der Physik ändern sich ja nicht", winkt er ab. "Man muss damit umgehen und dann sehen, was man mit seinem Auto hat, es verstehen und damit arbeiten. In dieser Hinsicht bin ich nicht überrascht."


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Trotzdem betont der 35-Jährige, dass er körperlich in einer deutlich besseren Form ist als vor zwölf Monaten. Diesmal konnte er gezielt auf den Start hintrainieren, während er im Vorjahr ohne Vorbereitungszeit bei Aston Martin einspringen musste.

Zudem seien die Testfahrten ohnehin nicht so körperlich anspruchsvoll - zumindest nicht akut: "Man hat Pause zwischen Runs, und auf den langsamen Runden könnte man währenddessen auch was essen", so Hülkenberg. "Aber ich bin auch tagsüber in der Hitze mehrere Runden am Stück gefahren, und es war kein Problem."

Keine Prognose für nächste Woche

Auch am letzten Testtag wird Hülkenberg wieder für einen halben Tag im Einsatz sein, wo Haas noch eine To-Do-Liste hat. Wie die genau aussieht, verrät Hülkenberg nicht, aber man möchte noch ein paar Sachen abarbeiten "und hoffentlich die Antworten dafür finden. Ob sie uns gefallen oder nicht, weiß ich nicht."

Das Motto dabei: "Alles kann, nichts muss."

Die Hosen runter gelassen werden dann am nächsten Wochenende, wenn der Saisonauftakt in Bahrain stattfindet. Wo Haas stehen wird, das weiß Hülkenberg noch nicht. Dafür sei bei Testfahrten zu viel los, als dass man sich mit der Konkurrenz beschäftigen könnte.

"Ich habe mir nur angesehen, was wir den ganzen Nachmittag gemacht haben", sagt er und vermutet, dass es wieder eng werden wird.

Genaue Prognosen kann er aber nicht abgeben: "Mein Ziel ist einfach, Spaß zu haben und ein starkes Wochenende zu fahren. Die langweilige Standardantwort ist, dass Punkte schön wären, aber das ist nur Spekulation. Das kann man unmöglich vorhersagen, aber natürlich möchten alle im Mittelfeld diese Punkte."

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