• 24. Januar 2023 · 17:47 Uhr

Nach angeblichem Kaufangebot: F1-Eigentümer wütend auf FIA-Boss

Hat das Nachspiel? Weil er sich zu einem angeblichen Formel-1-Kaufangebot äußerte, rufen die Chefs der Formel 1 FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem zur Räson

(Motorsport-Total.com) - FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem hat mit seiner Reaktion auf das angebliche Angebot Saudi-Arabiens, die Formel 1 zu kaufen, den Unmut von Eigentümer Liberty Media auf sich gezogen. Dieser wandte sich am Dienstag mit einem Brief, der auch an die Teams weitergeleitet wurde, direkt an bin Sulayem.

Mohammed bin Sulayem

Mohammed bin Sulayem ist aus Sicht von Liberty Media zu weit gegangen Zoom Download

In dem Schreiben heißt es: "Die FIA hat unmissverständlich zugesagt, dass sie nichts unternehmen wird, was den Besitz, die Verwaltung und/oder Nutzung der kommerziellen Rechte beeinträchtigen könnte. Wir sind der Ansicht, dass diese Kommentare, die über den offiziellen Social-Media-Account des FIA-Präsidenten geäußert wurden, in diese Rechte auf inakzeptable Weise eingreifen."

Was war passiert? Nach einem Bericht von 'Bloomberg', wonach der saudische Staatsfonds ein 20-Milliarden-Dollar-Gebot für die Formel 1 abgegeben habe, ohne dass Liberty Media daran interessiert war, äußerte sich bin Sulayem via Twitter besorgt über die möglichen Folgen solcher in Umlauf gebrachten Zahlen.

FIA-Präsident macht seine Bedenken deutlich

Ohne einen Plan der neuen Eigentümer zur Verbesserung der Formel 1 bestehe das Risiko, dass eine Übernahme zu einer enormen Erhöhung der Gebühren für die Austragung von Rennen führen könnte, was wiederum höhere Ticketpreisen zur Folge hätte.

"Als Hüter des Motorsports ist die FIA als Non-Profit-Organisation vorsichtig, wenn es um überhöhte Preisschilder von angeblich 20 Milliarden Dollar für die Formel 1 geht", twitterte bin Sulayem und riet jedem potenziellen Käufer, "seinen gesunden Menschenverstand zu nutzen, an das Wohl des Sports zu denken und einen klaren, nachhaltigen Plan vorzulegen - nicht nur eine Menge Geld."

Außerdem betonte der FIA-Präsident: "Es ist unsere Pflicht, die zukünftigen Auswirkungen auf die Veranstalter in Bezug auf höhere Austragungsgebühren und andere kommerzielle Kosten sowie mögliche negative Auswirkungen auf die Fans zu überwachen."

Formel-1-Eigentümer sehen Vertragsverletzung

Die Chefs der Formel 1 sehen in diesen Äußerungen eine Einmischung in die kommerziellen Rechte des Sports. Damit ist bin Sulayem aus ihrer Sicht übers Ziel hinausgeschossen.

Tatsächlich wurde in einer Vereinbarung, die die Formel 1 mit der FIA unter der Leitung des ehemaligen Präsidenten Max Mosley im Jahr 2000 getroffen hatte, festgelegt, dass sich der Dachverband nicht in kommerzielle Angelegenheit einmischt - und sich stattdessen nur mit regulatorischen Fragen befasst.

Wie ernst die Angelegenheit ist, wird auch dadurch deutlich, dass in dem Schreiben der aktuellen Formel-1-Eigentümer angedeutet wird, dass die FIA haftbar gemacht werden kann, wenn sich herausstellen sollte, dass die Kommentare den Aktionären und Investoren des Grand-Prix-Sports Schaden zugefügt haben.

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