• 15. Oktober 2021 · 13:28 Uhr

Fernando Alonso: Hat er wirklich so viel Pech, wie er sagt?

Fernando Alonso sagt, dass ihn das Glück zu meiden scheint: Was er damit meint und ob der Alpine-Pilot wirklich so viel Pech hat

(Motorsport-Total.com) - Fernando Alonso sagt, dass ihn das Glück "zu meiden" scheint, nachdem er in der Türkei am vergangenen Wochenende die Chance auf gute Punkte verpasst hatte. Aber wie viel Pech hat der Spanier 2021 wirklich (zur Kolumne "Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat")?

Fernando Alonso (Alpine) nach dem Formel-1-Rennen in Istanbul 2021

Fernando Alonso hat in Istanbul wieder eine Chance verpasst Zoom Download

In Istanbul hatte Alonso ein starkes Qualifying hingelegt und Startplatz fünf eingefahren, am Start wurde er jedoch in Kurve 1 von Pierre Gasly gedreht, der sich zwischen Alonso und dem Red Bull von Sergio Perez befunden hatte. Eine Runde später kollidierte er mit dem Haas von Mick Schumacher, als er wieder Boden gutmachen wollte. Dafür erhielt er eine Fünf-Sekunden-Strafe.

Am Ende wurde der Alpine-Pilot abgeschlagener 16., obwohl die Bedingungen für viele eine gute Möglichkeit geboten hätten. Daraufhin sagte er, dass das Glück "uns in diesem Jahr in hohem Bogen zu meiden scheint. Ich schätze, wir sammeln schon einmal eine Menge für das kommende Jahr an."

Alonsos Aussagen muten seltsam an, nachdem er bislang eine solide Comeback-Saison absolviert hat. Er liegt vor Teamkollege Esteban Ocon, was ihm normalerweise wichtig ist, und Alpine liegt auch vor AlphaTauri und Aston Martin auf Rang fünf.

Doch der Meisterschaftsstand spielt in Alonsos Kopf nur eine untergeordnete Rolle - vielmehr sind es die verpassten Chancen auf einen Sieg oder zumindest ein Podium bei seinem Comeback. Das würde auch seine Behauptungen unterstreichen, dass er mit 40 ein deutlich besserer Fahrer sei als bei seinen beiden WM-Titeln 2005 und 2006.

Verpasste Chancen

In Ungarn hatte Alonso Glück, dass er dem Chaos in Kurve 1 ausweichen konnte, das zahlreiche Konkurrenten aus dem Rennen nahm. Allerdings verlor er dabei die Position gegenüber Teamkollege Esteban Ocon und nahm die Rolle des Wingman ein, der Lewis Hamilton brillant abschirmte und so Ocons ersten Formel-1-Sieg ermöglichte.

Am Ende kam Hamilton aber noch vorbei, sodass Alonso als Vierter knapp das Podium verpasste. Er selbst glaubt, dass er die Pace für den Sieg gehabt hätte.


Vettel: Wer hat die Reifenentscheidung getroffen?

Video wird geladen…

Vettel: Wer hat die Reifenentscheidung getroffen?

Der Türkei-Grand-Prix in der Analyse: Vettels Reifen-Entscheidung, Bottas' Sieg und Hamiltons fünfter Platz - alles drin! Weitere Formel-1-Videos

Nach dem Debakel von Spa boten sich für Alonso in den weiteren Regen-Grands-Prix aber erneut Möglichkeiten. In Sotschi war er bei einsetzendem Regen Sechster und kletterte unter schwierigen Bedingungen sogar auf Rang drei. Doch wie der führende Lando Norris kam auch Alonso eine Runde zu spät zum Reifenwechsel und wurde so nur Sechster.

Und dann kam die Türkei, wo das Rennen für Alonso praktisch vorbei war, bevor es richtig begann. Ein Podium wäre allerdings unwahrscheinlich gewesen, wenn man bedenkt, dass alle vier Mercedes und Red Bull in den Top 5 lagen.

Immer nur Chaos, wenn man es nicht braucht

Doch Alonsos Frust kommt nicht daher, dass er nicht von regnerischen Bedingungen profitieren konnte, auf die das Mittel- und Hinterfeld in der Formel 1 immer warten. Vielmehr ärgert er sich, dass Regen immer genau in den Wochenenden kommt, wo Alpine am stärksten zu sein scheint.


Fotostrecke: Istanbul: Fahrernoten der Redaktion

Durch die unvorhersehbaren Bedingungen würde er nicht das Beste herausholen können, während es an den Wochenenden, in denen Alpine nicht konkurrenzfähig ist, immer ein erwartbares Ergebnis gibt.

"Es ist frustrierend, dass es immer ein sehr langweiliges Rennen gibt, wenn wir nicht konkurrenzfähig sind", sagt er. "Und wenn wir konkurrenzfähig sind, spielt das Wetter verrückt oder es passieren andere verrückte Dinge."

Jeden Punkt selbst verdient

Schon in Sotschi hatte Alonso verlauten lassen, dass "wir nie Glück haben" und dass "jeder unserer Punkte verdient ist. Wir haben in diesem Jahr keine Geschenke bekommen, von daher bin ich stolz auf jeden einzelnen Punkt."

Zumindest kann sich Alonso mit dem Gedanken trösten, dass Alpine nun zwei Wochenenden in Folge konkurrenzfähig war, was es bislang in dieser Saison noch nicht wirklich gegeben hatte. Von McLaren, denen man 2020 praktisch auf Augenhöhe begegnet war, ist man in diesem Jahr allerdings weit weg. Doch Alpine setzt alles auf die Karte 2022.

Alonso selbst sagt, dass er fast wieder zurück in Bestform ist. Für das Qualifying in Istanbul hatte er das bejaht, in Sotschi hatte er hingegen noch einige Schwankungen gesehen. "Ich denke, dass noch Luft nach oben ist, aber ich habe definitiv mehr Selbstvertrauen."

Anzeige
Anzeige

Aktuelles Top-Video

F1 in Saudi-Arabien: Schwerer Crash am Freitag!
F1 in Saudi-Arabien: Schwerer Crash am Freitag!

Zweimal Bestzeit Hamilton - und ein breites Grinsen wegen der Strecke! Was...

Fotos & Fotostrecken

F1: Grand Prix von Saudi-Arabien (Dschidda) 2021
F1: Grand Prix von Saudi-Arabien (Dschidda) 2021
Freitag
F1: Grand Prix von Saudi-Arabien (Dschidda) 2021
F1: Grand Prix von Saudi-Arabien (Dschidda) 2021
Technik

Formel-1-Technik: Detailfotos beim Saudi-Arabien-Grand-Prix 2021
Formel-1-Technik: Detailfotos beim Saudi-Arabien-Grand-Prix 2021

F1: Grand Prix von Saudi-Arabien (Dschidda) 2021
F1: Grand Prix von Saudi-Arabien (Dschidda) 2021
Pre-Events

Alle Formel-1-Autos von Williams seit 1974
Alle Formel-1-Autos von Williams seit 1974
Formel1.de auf YouTube

Formel-1-Quiz

Den Rekord von 21 Jahren, 92 Tagen zwischen F1-Debüt und letztem Rennen hält ...

Top-Motorsport-News

BMW-M2-Cup auch 2022 bei der DTM: Kalender enthüllt, Tolimit bleibt Partner
DTM - BMW-M2-Cup auch 2022 bei der DTM: Kalender enthüllt, Tolimit bleibt Partner

WEC 2022 mit neuem LMP2-Team und Nico Müller
WEC - WEC 2022 mit neuem LMP2-Team und Nico Müller

Rallye Dakar 2022 in Saudi-Arabien mit kurzfristig veränderter Route
Dakar - Rallye Dakar 2022 in Saudi-Arabien mit kurzfristig veränderter Route

Analyse von Casey Stoner: Was Ducati 2021 den MotoGP-Titel kostete
MotoGP - Analyse von Casey Stoner: Was Ducati 2021 den MotoGP-Titel kostete
Tickets
Formel 1 App

Folge Formel1.de