• 20. September 2021 · 16:00 Uhr

Wieder Krieg bei Mercedes? Wolff sieht Team für 2022 besser gerüstet

Kommt es 2022 mit George Russell bei Mercedes zum nächsten "Krieg der Sterne"? Teamchef Toto Wolff sieht sich gerüstet, zumal zu viel Harmonie gar nicht gefragt sei

(Motorsport-Total.com) - Mit dem Wechsel von George Russell zu Mercedes im kommenden Jahr rechnen einige Beobachter mit dem nächsten "Krieg der Sterne" in der Formel 1, oder zumindest mit etwas mehr Rivalität, als sie in den vergangenen Jahren zwischen Lewis Hamilton und Valtteri Bottas herrschte.

George Russell, Max Verstappen, Lewis Hamilton

Wie groß wird die Rivalität zwischen George Russell und Lewis Hamilton? Zoom Download

Der 36 Jahre alte Hamilton und der 13 Jahre jüngere Russell sind nicht nur zwei Vertreter unterschiedlicher Generationen. Russell gilt schon seit einigen Jahren als ein möglicher Thronerbe seines Landsmannes und als nächste große britische Motorsporthoffnung. Doch zumindest im kommenden Jahr werden beide gegeneinander fahren, Reibungen sind dabei vorprogrammiert.

Bei Mercedes bekommen sie heute noch Albträume, wenn sie an die Rivalität zwischen Hamilton und Nico Rosberg denken, die 2016 ihren Höhepunkt fand. Psychospielchen und Kollisionen waren beinahe an der Tagesordnung, was der Harmonie in keinem Team zuträglich ist. Mercedes setzte nach Rosbergs Rücktritt auch deshalb auf die Karte Bottas, um solch eine Situation künftig zu vermeiden.

Wolff: Respekt ist das Wichtigste

Der Finne war eine verlässliche Nummer zwei. Und auch wenn er diese Rolle nicht immer mit Freude ausfüllte, so konnte sich Mercedes stets auf seine Loyalität dem Team und auch Hamilton gegenüber verlassen. Nun aber setzt das Team auf die jugendliche Unbekümmertheit - und auf das erneute Risiko?


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Teamchef Toto Wolff hat eigener Aussage zufolge aus den Zeiten mit Rosberg gelernt, doch Friede, Freude, Eierkuchen seien nicht die Eckpfeiler, nach denen ein Formel-1-Team funktionieren müsse. "Ich weiß gar nicht, ob in einem Team Harmonie herrschen muss. Ich denke, dass wir in einem Team respektvoll miteinander umgehen müssen, um den Erfolg der Fahrer und des Teams zu gewährleisten", sagt Wolff.

Dies habe in der Vergangenheit funktioniert, und Wolff ist überzeugt, dass es auch zukünftig klappt. Eine Wiederholung der Saga um Hamilton und Rosberg sei auch deshalb nicht zu erwarten, weil die Umstände andere seien.

Wolff: Wissen, was wir an Lewis haben

"Die Situation zwischen Nico und Lewis wurde auch von viel Geschichte beeinflusst, die wir nicht kannten oder auch nicht verstanden haben", sagt Wolff. Gleichzeitig habe er viel daraus gelernt. "Man kann viel aus Situationen lernen, wo es nicht geklappt hat, auch zwischen Alonso und Hamilton", sagt er.

2007 war Hamilton gleich im ersten Jahr seiner Formel-1-Karriere bereits in einen teaminternen Krieg verwickelt. Damals war er das junge, aufstrebende Supertalent, das im eigenen Team auf den amtierenden zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso traf und sich von der Aura und der Historie des Spaniers nicht beeindrucken ließ. Alonso verließ das Team nach nur einem Jahr entnervt und hinterließ viel verbrannte Erde.


Fotostrecke: Formel 1 2022: Übersicht Fahrer, Teams und Fahrerwechsel

"Ich denke, wir sind besser aufgestellt und besser vorbereitet und ein Team mit einer starken Bindung", glaubt Wolff. Das Team wisse genau, "was wir an Lewis haben und wir werden unsere Beziehung immer schützen. Und gleichzeitig wissen wir, dass George viel Potenzial hat. George wird sich sehr gut einfügen, daran habe ich keinen Zweifel", so Wolff weiter.

Russell ein WM-Kandidat? Wolff zögert

Zunächst gehe es mit dem neuen Reglement im kommenden Jahr ohnehin darum, sicherzustellen, dass beide überhaupt um Siege und im besten Fall um den WM-Titel fahren können. "Wir gehen immer davon aus, dass wir zwei Autos haben, die auf P1 und P2 fahren", sagt er: "Aber zunächst einmal würde ich gerne dort sein. Und das sind wir nicht."

Aber sollte Mercedes erneut an der Spitze mitfahren, dann traut Wolff seinem jungen Neuzugang auf jeden Fall zu, Siege einzufahren. Und auch um den Titel zu kämpfen? "Ich möchte zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, ob er bereit ist, eine Meisterschaft zu gewinnen oder nicht. Ich denke, das ist viel zu weit weg, um zu diesem Zeitpunkt darüber zu diskutieren", sagt er.

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