• 09. September 2021 · 21:13 Uhr

George Russell: Habe nicht vor, der neue Nico Rosberg zu werden!

Wie George Russell 2022 seine Rolle im Mercedes-Team an der Seite von Lewis Hamilton sieht und was er sich von seinem Formel-1-Wechsel verspricht

(Motorsport-Total.com) - Es war George Russells erster großer Auftritt nach der Bestätigung seines Wechsels zu Mercedes für die Formel-1-Saison 2022. Er tritt dort die Nachfolge von Valtteri Bottas an und wird Teamkollege von Lewis Hamilton. Und bei der Pressekonferenz vor dem Italien-Grand-Prix in Monza (alle Einheiten im kostenlosen Formel-1-Liveticker verfolgen!) strahlte Russell (unter der Maske, aber deutlich sichtbar) bis über beide Ohren.

Williams-Fahrer George Russell in der Pressekonferenz vor dem Grand Prix von Italien der Formel 1 2021 in Monza

Williams-Fahrer George Russell in der Pressekonferenz vor dem Grand Prix von Italien Zoom Download

Aber seit wann weiß Russell eigentlich von seinem Glück? Er habe es "in der Woche vor Spa" erfahren, so der künftige Mercedes-Fahrer. Er spricht von "ziemlich einmaligen Umständen", weil er sich gar nicht erst habe bewerben müsse.

"Mercedes ist ja für mein Management zuständig und kümmert sich schon seit Jahren um meine Karriere", erklärt Russell. "Man kennt mich in- und auswendig und umgekehrt ebenso. Mercedes weiß genau, was es an mir haben wird."

Auf einmal ging alles ganz schnell für Russell

Deshalb habe er einfach abgewartet. "Es lag also an den Leuten bei Mercedes, darüber zu entscheiden, ob ich die Richtung bin, in die sie gehen wollen", sagt Russell. Die Alternative sei die "Stabilität von Valtteri" gewesen, der damit entscheidend mitgeholfen habe, die "unglaublich erfolgreichen" jüngsten Formel-1-Saisons für Mercedes zu gestalten.

Russell aber bekam den Zuschlag, und dann ging alles ganz schnell, meint der britische Rennfahrer: "Die Verhandlungen an sich waren sehr auf den Punkt und einfach. Nach der Entscheidung verging nicht viel Zeit bis zur Vertragsunterzeichnung."

Bei aller Euphorie um die bisher größte Chance in seiner Motorsport-Laufbahn aber wolle er die Gedanken an die Saison 2022 "erst einmal hintenanstellen" und sich auf die restlichen Rennen als Williams-Fahrer konzentrieren. Das ist ihm allerdings aufgrund vieler Nachfragen in der Pressekonferenz nicht gelungen.

Ist Russell schon bereit für ein Duell mit Hamilton?

Zum Beispiel: Ob er sich bereit fühle, es mit Hamilton aufzunehmen. Russell antwortet: "Es wird ganz und gar nicht einfach. Ich gebe mich da keinen Illusionen hin. Wir alle wissen, wie stark Lewis ist. Und meiner Meinung nach ist er der beste Fahrer überhaupt. Es hat schon einen Grund, weshalb er ein siebenmaliger Weltmeister ist."


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Er dürfe sich "unheimlich glücklich schätzen", so Russell, bei Mercedes "vom Besten zu lernen". Was aber nicht bedeute, dass er sich mit der Rolle einer Nummer zwei hinter Hamilton abfinden werde. Im Gegenteil: Er werde "definitiv den gleichen Status" im Team haben wie der siebenmalige Formel-1-Weltmeister, sagt Russell.

Warum er sich da so sicher sei? Russell: "Das hat man mir gegenüber sehr deutlich gemacht. Ich finde, Mercedes ist da immer sehr respektvoll, beiden Fahrern die besten Möglichkeiten einzuräumen. Und natürlich glaube ich auch an mich selbst. Ich habe große Ziele."

2022: Mischung aus Lernjahr und Vollgas für Russell

Und gerade weil er große Ziele habe, so Russell, sehe er die Zusammenarbeit mit Mercedes "langfristig". Er plane daher, "das nächste Jahr als Möglichkeit zu nutzen, zu lernen und Rennen für Rennen zu schauen, wie es läuft. Ansonsten habe ich mir dazu noch keine Gedanken gemacht", meint Russell.

Ein reines Lernjahr aber werde 2022 für ihn in keinem Fall. "Denn im nächsten Jahr kommen neue Regeln. Das bedeutet, Lewis und ich werden eng zusammenarbeiten, um das Team und die Entwicklung des Fahrzeugs voranzubringen. Das ist das Wichtigste."

Zank im Team? Wird es nicht geben, verspricht Russell!

Die Saison 2022 müsse daher unbedingt im Zeichen des Miteinander stehen. Spannungen im Team, wie sie zwischen Nico Rosberg und Hamilton bestanden haben, seien um jeden Preis zu vermeiden, erklärt Russell weiter.

Lewis Hamilton George Russell

2022 Teamkollegen bei Mercedes: Lewis Hamilton und George Russell Zoom Download

Wörtlich sagt er: "Mercedes hat [mit Rosberg und Hamilton] eine klare Erfahrung damit gemacht, eine schlechte Dynamik im Team zu haben. Und Mercedes hat absolut klargestellt, dass man keine Wiederholung davon wünscht. Auf persönlicher Ebene will ich das ebenfalls nicht."

Was laut Russell helfen wird, ist die unterschiedliche Ausgangslage der beiden Mercedes-Fahrer. Oder: Die "sehr unterschiedlichen Phasen in unseren Karrieren", wie es Russell nennt. Sprich: Hamilton als siebenmaliger Weltmeister, er selbst als Nachwuchsfahrer mit der ersten großen Chance. "Das hilft sicherlich", sagt Russell.

"Ich habe großen Respekt vor Lewis. Wenn du so viel jünger bist und schon als Kartfahrer zu ihm aufgeschaut hast, das ändert die Dynamik ebenfalls. Ich sehe da keine Probleme auf uns zukommen."

Warum Zusammenarbeit Pflicht ist in der Saison 2022

Im Gegenteil. Er gehe von einer guten Zusammenarbeit mit dem Rekordsieger der Formel 1 aus. Gerade weil es unter dem neuen Formel-1-Reglement ab 2022 "keine Garantien" auf ein schnelles Auto gäbe, stünden die Fahrer noch mehr im Fokus bei der Entwicklung. Darauf müsse der Fokus liegen, für ihn und für Hamilton, so Russell.

Doch ob zwei schnelle und ehrgeizige Fahrer in einem Team überhaupt ohne Störgeräusche funktionieren können? Wenn es um Siege und den WM-Titel gehe? "Ich denke schon", sagt Russell.

Er erklärt: "In meiner Karriere in den Nachwuchsserien gab es ein paar Fahrer, die ähnlich schnell waren wie ich. Wir waren häufig auch auf der Strecke nah beisammen. Es gibt keinen Grund, weshalb es da zur Krise kommen sollte."

2022 werden er und Hamilton "respektvoll, aber eben auch hart" miteinander umgehen, meint Russell, und zwar "so wie Lewis und Valtteri das in den vergangenen fünf Jahren getan haben".

Unterm Strich eine beide Mercedes-Fahrer das große Ziel, das Team auch in der neuen Formel-1-Ära an die Spitze zu führen. "Das geht aber nur, indem wir zusammenarbeiten", sagt Russell. "Damit wir beide die besten Chancen haben, im schnellsten Auto zu sitzen."

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