• 03. Dezember 2020 · 19:30 Uhr

Günther Steiner: Zwei Rookies jetzt schon "auf Niveau wie Stammfahrer"

Günther Steiner erklärt, wieso Haas 2021 auf zwei Rookies setzen wird, und sieht kein Problem darin: Technisch auf einem Niveau wie die Stammfahrer

(Motorsport-Total.com) - Mit Romain Grosjean und Kevin Magnussen besitzt Haas in der aktuellen Formel-1-Saison zwei erfahrene Piloten, im kommenden Jahr sind mit Nikita Masepin und Mick Schumacher jedoch zwei Rookies im Auto. Ein Problem sieht Teamchef Günther Steiner darin aber nicht: "Nächstes Jahr ist für uns ein Übergangsjahr", betont er.

Mick Schumacher

Mick Schumacher ist einer der Rookies im Team von Günther Steiner Zoom Download

Das heißt: Das Team legt den Fokus bereits auf 2022, um dort mit einem neuen Auto gut aufgestellt zu sein. Bis dahin können Masepin und Schumacher schon einmal Erfahrung in der Formel 1 sammeln, um dann gereifter an den Start gehen zu können. "Man muss auch manchmal Mut haben, etwas zu probieren", sagt Steiner.

"Wir wissen, dass es nicht unser bestes Jahr sein wird. Deswegen muss man das ausnutzen, um sich vorzubereiten. Das, was ich damit erreichen wollte, ist: Wenn man zwei Rookies hat, ist nächstes Jahr das beste Jahr dafür."

Ohnehin sieht der Südtiroler das Thema Rookie nicht so dramatisch, wie es immer gemacht wird: "Ich glaube, die Jungs sind heute sehr viel besser vorbereitet, wenn sie aus der Formel 2 kommen, als vielleicht vor zehn Jahren", sagt er. "Wenn man mit den Jungs spricht, sind sie vorbereitet. Technisch sind sie sowieso auf dem Niveau wie die Stammfahrer. Die wachsen mit dem Umgang mit den Daten auf."

Haas fragte früh bei Binotto nach Ferrari-Junior

Schon im Frühsommer hatte Steiner den Plan gefasst, möglicherweise mit zwei Rookies an den Start zu gehen. Klar war nur, dass sie aus der Formel 2 kommen sollten - nicht darunter. "Das war mir dann doch ein bisschen zu gefährlich", so der Teamchef.

Durch die technische Zusammenarbeit mit Ferrari stand das Team natürlich auch in Kontakt mit Teamchef Mattia Binotto. Ihn fragte Steiner, was er mit seinen Junioren vorhat und ob es möglich wäre, einen zu bekommen.


Mick Schumacher: Die ersten Fotos im Haas-Overall

Welcher, das stand damals noch nicht fest. Mit Schumacher, Callum Ilott, Robert Schwarzman, Marcus Armstrong und Giuliano Alesi gehen 2020 gleich fünf Ferrari-Junioren in der Formel 2 an den Start. "Da wurde noch nicht genau auf die Namen geschaut, aber die Liste wurde kleiner und kleiner", sagt Steiner. Am Ende wurde es Schumacher, der am Wochenende den Titel holen könnte.

Mit Nikita Masepin hatte Steiner schon im vergangenen Jahr Gespräche geführt. "Deswegen waren wir ziemlich schnell am Punkt", sagt er. "Richtig entschieden wurde es nach dem Gespräch mit Herrn Haas. Ich habe ihm die Ergebnisse gezeigt und was die Jungs auch in anderen Serien gemacht haben, nicht nur in der Formel 2. 'Bist du mit dem und dem einverstanden?'"

Und als Ferrari dann entschied, dass Schumacher in die Formel 1 kommen soll, war die Sache erledigt. "Das war mir recht. Dann hatte sich das ziemlich schnell erledigt."

Steiner: Qualität in der Formel 2 sehr gut

Seine neuen Fahrer muss Steiner aber erst noch richtig kennenlernen. Denn wie sie sich im Auto schlagen werden, hat er bislang noch nicht selbst erlebt. Die Ergebnisse auf der Strecke gefallen ihm aber bislang. "Es gibt ja Meisterschaftsjahre, wo die Konkurrenz nicht so groß ist, und Meisterschaftsjahre, wo die Konkurrenz groß ist. Dieses Jahr ist glaube ich ein sehr gutes Formel-2-Jahr von der Qualität der Fahrer."

"Mick hat auch in der Formel 3 gewonnen vor zwei Jahren. Das spricht schon für sich. Um zu schauen, was er auf der Strecke besser machen kann, muss man Daten sehen und sehen, wie er drauf reagiert. Aber soweit sind wir noch nicht. Wir hatten ihn noch nie im Auto. Das werden wir erst lernen, sobald er bei uns im Auto sitzt."

Und möglicherweise holt sich Haas auch Ferrari mit ins Boot: "Da spreche ich auch mit Laurent Mekies, der verantwortlich ist dafür, wie wir deren Erfahrung bei uns reinbringen können, dass wir so viel wie möglich rausholen", verrät Steiner. "Das sind die Gespräche, die im Moment geführt werden, wie wir es am besten machen können."

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