• 05. Oktober 2020 · 08:57 Uhr

Helmut Marko: "Wenn Albon Leistung bringt, bleibt er"

Die nackten Zahlen sprechen eindeutig gegen Alexander Albon, und Red Bull schließt einen Fahrerwechsel für 2021 inzwischen zumindest nicht mehr aus

(Motorsport-Total.com) - Red Bull hat im Moment andere Sorgen als die Besetzung des zweiten Cockpits. Seit er im August darüber informiert wurde, dass Motorenhersteller Honda Ende 2021 aus der Formel 1 aussteigen wird, ist Helmut Marko damit beschäftigt, sich alternative Szenarien zu überlegen, die er dann Dietrich Mateschitz zur Entscheidung vorlegen kann. Das Thema Alexander Albon ist angesichts dessen momentan seine geringste Sorge.

Helmut Marko, Alexander Albon

Helmut Marko erwartet sich von Alexander Albon bessere Ergebnisse Zoom Download

Doch Tatsache ist, dass der 24-jährige Thailänder eine Schwachstelle bei Red Bull bleibt. Zumindest ganz nüchtern nach Zahlen bewertet: Im Qualifying-Duell gegen Max Verstappen steht es 0:10, und nach Punkten 64:128. Albon hat also genau 50 Prozent der Punkte seines um zwei Jahre jüngeren Teamkollegen geholt. Für ein absolutes Topteam in der Formel 1 zu wenig.

Zuletzt erklärte Teamchef Christian Horner erstmals öffentlich, dass es zu seinen Aufgaben gehöre, Kontakte zu möglichen anderen Fahrern zu pflegen. Sergio Perez etwa, oder auch Nico Hülkenberg. Albon habe aber nach wie vor Priorität in den Überlegungen von Red Bull für die Vergabe des zweiten Cockpits 2021.

Auch Helmut Marko sagt nun in einem Interview mit 'LAOLA1': "Wenn Alex Albon seine Leistungen erbringt, bleibt er. Wenn nicht, wird es Überlegungen geben. Wir würden dann schauen, welche Fahrer, die gut sind, auf dem Markt sind. Aber das steht im Moment nicht zur Debatte."

Wünscht sich Verstappen wirklich einen Routinier?

Dem Vernehmen nach würde sich Verstappen einen erfahrenen Teamkollegen wie Perez oder Hülkenberg, der möglicherweise mehr zur gesamthaften Weiterentwicklung des Teams beitragen könnte als der unerfahrene Albon, wünschen. Auch wenn der 22-Jährige selbst das abstreitet.


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Es sei zwar schon richtig, antwortet er auf eine entsprechende Frage von 'Motorsport-Total.com', dass "auch ich selbst heute ein viel besseres Verständnis über das Auto habe als in meinem ersten Jahr. Natürlich verstehe ich die Formel 1 ein bisschen besser." Aber: "Alex und ich arbeiten gut zusammen. Wir stoßen in die gleiche Richtung."

"Ja, wahrscheinlich ist es schon so, dass ein Fahrer mit zehn Jahren Formel-1-Erfahrung mehr weiß. Das ist ganz normal", räumt Verstappen ein. "Aber ich denke, das Team ist mit Alex' Feedback zufrieden." Zumal das weniger komplex sei, als sich viele das vorstellen: "Untersteuern, Übersteuern, das kann man ja leicht erklären. Und wenn neue Teile kommen, wollen wir beide das Gleiche."

Trotzdem ist Albons Platz nicht in Stein gemeißelt. Red Bull unternimmt alles, um ihn zu unterstützen - hat sogar Simon Rennie als Renningenieur reaktiviert, um dem Thailänder zu helfen. Seither gab's zwar mit dem Podium in Mugello einen ersten Lichtblick, aber gleich darauf mit dem Rennen in Sotschi einen erneuten Rückschlag.

Fahrerentscheidung könnte nach Saisonende fallen

Die Entscheidung werde "sicher vor Weihnachten" fallen, kündigt Horner an: "Wir haben alle Fahrer für mehrere Jahre unter Vertrag. In ihren Verträgen gibt es unterschiedliche Stichtage. Aber es wird frühestens erst später im Herbst was passieren. Unser Plan ist, mit Alex weiterzufahren. Er muss nur auf solche Leistungen wie in Mugello aufsetzen und so weitermachen."


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Die Kritiker, die permanent auf Albon hinhacken, "haben nicht alle Fakten", verteidigt Horner seinen zweiten Fahrer: "Ich finde, dass Alex in einem sehr schwierigen Jahr einen guten Job macht. Das Auto ist aktuell viel schwieriger zu fahren als das 2019er-Auto. Als er vor einem Jahr zu uns kam, war er im gleichen Auto von Anfang an besser als Pierre."

"Seine Rennen am Sonntag sind meistens sehr stark. Wo er noch Probleme hat, ist das Qualifying. Und er hat es natürlich nicht leicht, weil Max es schafft, immer das Beste aus dem Auto herauszuholen. Die Teamkollegen von Schumacher oder Senna haben früher auch nicht gut ausgesehen. Und ich denke, so eine Situation haben wir jetzt neben Max."

Albon konzentriert sich indes auf das, was er beeinflussen kann, und arbeitet im Simulator an seiner Fahrweise, um den bockigen RB16 in den Griff zu bekommen: "Es gibt nicht eine besondere Schwachstelle", analysiert er. "Ich muss es nur hinkriegen, um ein paar Sachen herumzufahren, und das bekomme ich langsam besser hin."

"Natürlich wünsche ich mir, dass das alles schneller geht. Am liebsten sofort", seufzt Albon. "Aber so etwas geht halt nicht über Nacht. Es dauert ein bisschen, an solchen Dingen zu arbeiten. Ich bin mir sicher, dass ich das früher oder später hinkriegen werde."

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