• 31. Mai 2020 · 14:38 Uhr

Frankreich 1969: Als Jackie Stewart die Champagner-Dusche "erfand"

Er war in der Formel 1 der erste Fahrer, der den Champagner spritzen ließ, um den Sieg zu feiern: Jackie Stewart erinnert sich an den Frankreich-Grand-Prix 1969

(Motorsport-Total.com) - Sie ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Feierlichkeiten auf dem Podium: die Champagner-Zeremonie. Wenn die Hymne gespielt und die Pokale übergeben worden sind, lassen die Top 3 im Regelfall die Korken knallen. Den Fahrern ist das längst in Fleisch und Blut übergegangen, doch was war nicht immer so.

Jackie Stewart

Ein Bild, das Geschichte schrieb: Jackie Stewart feiert mit Champagner-Dusche Zoom Download

In der Formel 1 nahm die Champagner-Dusche beim Grand Prix von Frankreich 1969 ihren Anfang. Jackie Stewart feierte einen überlegenen Sieg - und das, im wahrsten Sinne des Wortes, feuchtfröhlich. "Damals war ich der Erste, der Champagner in der Formel 1 versprüht hat", erinnert er sich im Podcast 'In The Pink'.

"Frederic Chandon (Erbe der großen Champagner-Dynastie; Anm. d. R.) war beim Rennen, und ich glaube es war Mitterrand, der die Pokale überreicht hat. Er sagte, wir sollten den Champagner öffnen, damit wir den Sieg feiern können." Und so nahm die Geschichte ihren Lauf und ein bis heute gängiges Ritual wurde geboren.

"Jackie, du solltest das bei jedem Rennen machen"

Die Flasche, eine Doppelmagnum voll Champagner, habe schon vor dem Rennstart auf dem Podium gestanden. "Es war ein richtig heißer Tag", erzählt Stewart weiter. "Der Korken muss 50 Fuß in die Luft geflogen sein. Der Schotte in mir hat den Finger auf die Flasche gehalten, um den Champagner zu retten."

Doch der spritzte schließlich in alle Richtungen: "Mitterrand wurde nass, genau wie Fred Chandon und alle anderen. Fred sagte danach zu mir: 'Jackie, du solltest das bei jedem Rennen machen. Ich gebe dir einen Vertrag.'" Tatsächlich saß Stewart danach 25 Jahre im Aufsichtsrat von Moet & Chandon in Großbritannien.


Fotostrecke: Die Formel-1-Karriere des Jackie Stewart

Noch heute habe er eine gute Beziehung zu der Marke. Seine mehr oder minder versehentliche Champagner-Dusche in Frankreich 1969 machte sich für den dreifachen Formel-1-Weltmeister also in vielerlei Hinsicht bezahlt. Dabei war er genau genommen nicht der Erste, der das teure Prickelwasser zweckentfremdete.

Eigentlicher Erfinder der Champagner-Dusche war...

Fahrerkollege Dan Gurney war damit bereits zwei Jahre zuvor bei den 24 Stunden von Le Mans aufgefallen, die er mit Teamkollege A.J. Foyt gewann. "Was ich mit dem Champagner gemacht habe, war völlig spontan", verriet der 2018 verstorbene Rennfahrer einst. "Ich hatte keine Ahnung, dass damit eine Tradition beginnen würde."

"Ich machte mir überhaupt keine Gedanken darüber und habe mich von dem Moment einfach treiben lassen", blickte Gurney auf seinen Triumph zurück. "Es war eine dieser einmaligen Gelegenheiten im Leben, bei denen sich die Dinge perfekt entwickelten. Ich dachte, dieser hart erkämpfte Sieg brauchte etwas Besonderes."

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