• 27. Juli 2019 · 17:14 Uhr

"Vage Hoffnung": Hockenheim 2020 (noch) nicht abgesagt

Hockenheimring-Chef Georg Seiler geht davon aus, dass der Grand Prix von Deutschland 2020 nicht stattfinden wird, eine verbindliche Entscheidung gibt es aber nicht

(Motorsport-Total.com) - Es gilt zwar als wahrscheinlich, dass 2020 kein Formel-1-Rennen in Hockenheim stattfinden wird. Doch noch gibt es keine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Grand Prix von Deutschland: "Zu sagen, das Rennen findet definitiv nicht statt, wäre falsch. Das können wir Stand heute so nicht sagen", sagt Jorn Teske, Marketingleiter der Hockenheim-Ring GmbH, im Interview mit 'Motorsport-Total.com'.

Fans in Hockenheim, Motodrom

Der Grand Prix von Deutschland findet 2019 wohl zum vorerst letzten Mal statt Zoom Download

Teske erklärt: "Es gibt für 2020 eine Option, die auf Seiten Liberty Medias liegt. Diese wurde bislang nicht wahrgenommen." Aber: "Die Frist ist noch nicht abgelaufen." Geschäftsführer Georg Seiler ergänzt: "Der Terminkalender steht noch nicht. Solange dieser nicht in der Öffentlichkeit bekannt ist, besteht die vage Hoffnung, dass noch was passieren kann."

Gleichzeitig gibt man sich in Hockenheim keinen Illusionen hin: "Wir sind da realistisch. Wir glauben nicht daran." Denn bei einem Kalender, der 2020 21 Rennen umfassen soll und der Hanoi (Vietnam) und Zandvoort (Niederlande) neu aufnimmt, können zwei bestehende Grands Prix keinen neuen Vertrag erhalten. Barcelona und Hockenheim galten als akute Wackelkandidaten.

Über dem Grand Prix von Mexiko hing zuletzt ebenfalls ein Fragezeichen; dort soll es jedoch inzwischen eine Handschlagsvereinbarung mit Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media geben. Für Verwirrung sorgen außerdem spanische Medienberichte, wonach Barcelona dank finanzieller Unterstützung aus öffentlicher Hand ebenfalls bleiben könnte.

Denn das würde eine Aufstockung des Kalenders 2020 auf 22 Events bedeuten, obwohl Liberty gegenüber Hockenheim "klar kommuniziert" hat, "dass es nur 21 Grands Prix geben wird", sagt Seiler und ergänzt: "Fakt ist, dass nächstes Jahr Hanoi und Zandvoort kommen. Damit fliegen zwei Strecken raus. Wahrscheinlich sind das Barcelona und wir."

Klar ist auch, dass Hockenheim 2020 nur stattfinden kann, wenn Liberty die Vertragsoption zieht und damit den 2019er-Vertrag zu gleichen Konditionen verlängert. Ein neuer Vertrag mit einem mutmaßlich höheren finanziellen Risiko auf Veranstalterseite ist keine Option.

"Was nicht geht, geht nicht", stellt Seiler klar. "Wir haben ganz klar unsere Prämisse: Wir werden keinen Vertrag abschließen, der für uns ein finanzielles Risiko darstellt. Dieses Jahr hatten wir kein Risiko. Wir werden den Grand Prix kostendeckend durchführen."

"Fakt ist: Wir brauchen Unterstützer, was die Formel 1 anbelangt. Ohne mehr Geld wird's nicht funktionieren, denn so einen Vertrag, wie wir ihn für 2019 haben, werden wir nicht mehr bekommen. Darüber sind wir uns im Klaren. Deshalb müssen alle, die die Formel 1 in Deutschland halten wollen, auch was dafür tun - und nicht nur reden", sagt Seiler.

Das Rennen 2019 wurde letztendlich durch Mercedes gerettet. Der Stuttgarter Automobilhersteller hat als Eventsponsor einen Vertrag mit Liberty abgeschlossen, sodass es Liberty möglich war, der Hockenheim-Ring GmbH vergünstigte Konditionen anzubieten, ohne selbst Einnahmen zu verlieren. Aber ohne einen solchen Sponsoringdeal wird Liberty die Option für 2020 nicht ziehen.

Der Kartenverkauf für das Rennen am Sonntag liegt indes unter dem Vorjahreswert. Damals waren knapp 70.000 Zuschauer an die Traditionsstrecke gekommen. "Derzeit liegen wir bei 60.000", bestätigt Seiler - und verweist darauf, dass es an den Tageskassen noch Tickets gibt. Doch für den Verkauf an den Tageskassen ist die aktuell schlechte Wetterprognose wenig hilfreich ...

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