• 06. Juni 2019 · 12:43 Uhr

Mattia Binotto: Ferrari erinnert aktuell an Schumachers Anfangsjahre

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto fühlt sich in Maranello aktuell an die Jahre 1996 und 1997 zurückerinnert - Er sieht seine Aufgabe bei der Scuderia langfristig

(Motorsport-Total.com) - Wirklich gut läuft es bei Ferrari in der Formel-1-Saison 2019 nicht. Die Scuderia konnte in diesem Jahr noch kein Rennen gewinnen, der letzte Sieg (USA 2018 durch Kimi Räikkönen) liegt bereits mehr als sieben Monate zurück. Der Trend zeigt nach dem starken Saisonstart 2018 also deutlich nach unten. Doch Teamchef Mattia Binotto verrät, dass er die Situation bei Ferrari langfristig sieht.

Michael Schumacher, Jacques Villeneuve

Auch in Michael Schumachers Anfangszeit bei Ferrari klappte nicht alles Zoom Download

"Ich würde es eher mit Ferrari 1996/1997 vergleichen", sagt Binotto und spielt damit auf die ersten Jahre von Michael Schumacher bei der Scuderia an. Der spätere Rekordweltmeister war 1996 als amtierender Champion von Benetton zu Ferrari gewechselt. Allerdings dauerte es Jahre, ehe man die Früchte der Arbeit ernten konnte. Seinen ersten Titel in Rot gewann "Schumi" erst 2000.

"Ich sehe da eine Menge Gemeinsamkeiten", erklärt Binotto gegenüber der 'Gazzetta dello Sport' und verrät, dass Ferrari aktuell "ein wachsendes Team mit einem soliden Fundament" und "sehr hungrig" nach Erfolgen sei. Auf die konkrete Nachfrage, ob ihn das an die Schumacher-Jahre erinnere, antwortet er: "Das würde ich so sagen." Und Binotto muss es eigentlich wissen.

Sebastian Vettel, Charles Leclerc

Mattia Binotto glaubt, dass Ferrari vor einer guten Zukunft steht Zoom Download

Seit 1995 arbeitete er in verschiedenen Funktionen für die Scuderia, hat also "Schumis" komplette Zeit in Maranello miterlebt. Zu Beginn dieser Saison hat er Maurizio Arrivabene als Teamchef abgelöst. Auf die Frage, ob ein Fahrer wie Schumacher fehle, um die aktuelle Entwicklung voranzutreiben, antwortet er: "Nein, wir haben eine gute Fahrerpaarung." Sebastian Vettel bringe die "Erfahrung" mit, Charles Leclerc sei "jung und schnell".

Binotto hofft auf "Geduld" der Fans

Auch er sei "vom Saisonstart enttäuscht." Doch Binotto erklärt, dass man den Glauben nicht verlieren dürfe. "Ich weiß, dass wir von unseren Fans eine Menge erwarten", so Binotto. Die Tifosi verdienten deutlich bessere Ergebnisse. "Aber heute brauchen wir ihre Geduld und ihre Unterstützung mehr als je zuvor", erklärt er und verrät, dass er selbst erkannt habe, dass man in seinem Job langfristig denken müsse.

Das sei wichtig, "um uns auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten." Binotto erinnert daran, dass das Team in der aktuellen Form noch ganz neu sei. "Wir haben seit Januar Umstrukturierungen vorgenommen", erklärt er. Mit ihm selbst gibt es einen neuen Teamchef, mit Leclerc einen neuen Fahrer und auch hinter den Kulissen haben sich einige Positionen geändert.


Fotostrecke: Michael Schumacher: Die Ferrari-Jahre

In dieser Hinsicht erinnert die Situation tatsächlich an Schumachers Anfangsjahre in Rot. Der damalige Teamchef Jean Todt kam 1993 ins Team, "Schumi" selbst zur Saison 1996 und Technikchef Ross Brown und Designer Rory Byrne folgten ihm Ende des Jahres. Damals führten die Umstrukturierungen dazu, dass Ferrari die Formel 1 zwischen den Jahren 2000 und 2004 dominierte.

Binotto erklärt, dass aktuell hinter den Kulissen bereits für die Saisons ab 2021 geplant wird. Dann wird es in der Formel 1 ein komplett neues Reglement mit neuen Autos geben. Auch abseits der Strecke sind Änderungen wie beispielsweise eine Budgetobergrenze geplant. Die aktuellen Umstrukturierungen sollen Ferrari auch dabei helfen, erfolgreich in diese neue Ära zu starten.

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