• 03. Juni 2019 · 17:44 Uhr

Abiteboul: Benzin könnte interessanter als der Motor selbst werden

Cyril Abiteboul wünscht sich wieder simplere Motoren in der Formel 1 - Ein noch interessanteres Thema könnte laut ihm allerdings der Sprit der Zukunft sein

(Motorsport-Total.com) - Hat das klassische Benzin in der Formel 1 bald ausgedient? Bereits ab 2021 will die Königsklasse laut einem Bericht von 'auto motor und sport' schrittweise auf synthetischen Kraftstoff umsteigen. Was für viele überraschend kommt, ist für Renault-Teamchef Cyril Abiteboul ein nachvollziehbarer Schritt. Der hat sich nämlich bereits in Monaco zu dem Thema geäußert.

Cyril Abiteboul

Cyril Abiteboul glaubt, dass das Benzinthema spannend werden könnte Zoom Download

Als es dort um die nächste Generation der Formel-1-Motoren ging, erklärte Abiteboul: "Eine Sache, die interessant sein könnte, [...] ist nicht unbedingt die nächste Generation der Motoren sondern die nächste Generation des Benzins. Denn wir glauben aus mehreren Gründen noch immer daran, dass die Formel 1 weiter Hybridtechnologie einsetzen und nicht komplett elektrisch werden sollte."

"Es wird in den nächsten Jahren neue Formen des Benzins geben. Ob wir über mehr Biosprit sprechen, eine andere Zusammensetzung also, oder selbst über synthetisches Benzin, das aus nicht-fossilen Quellen stammt. Das könnte attraktiv sein und würde eine neue Entwicklung erfordern. Es könnte also der Weg vorwärts sein", so Abiteboul, der erklärt, die Formel 1 müsse für die Gesellschaft "relevant" bleiben.

Der "Romantiker" in ihm würde zwar gerne wieder einen V10- oder V12-Motor in der Formel 1 sehen. "Aber natürlich wird die Welt 2025 ganz anders aussehen", ist ihm klar. "Elektrifizierung ist ein tiefgehender Trend, der nicht wieder verschwinden wird", weiß Abiteboul. Unter anderem müsse man sich aber klar werden, wie sinnvoll beispielsweise eine MGU-H in der Königsklasse sei.

Diese sei eingeführt worden, um auch in der Serie eine Relevanz zu bekommen. "Aktuell sehen wir sie noch nicht in den Straßenautos, aber es könnte noch kommen", so Abiteboul. Daher dürfe man nicht vorschnell eine Entscheidung treffen. Grundsätzlich seien die aktuellen Formel-1-Motoren ein "unglaubliches" Stück Ingenieurskunst. Abiteboul würde sich allerdings etwas simplere Antriebe wünschen.

Die Technologie in der Power-Unit sei momentan womöglich "viel zu hoch", und Abiteboul erklärt: "Zu mehr PS würde ich nie Nein sagen. Ich denke, der Sport kann nicht genug PS haben. Wir müssen die Autos schwieriger zu fahren machen. Mehr Power und eine simplere Power-Unit. Diesen Weg würde ich einschlagen."

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