• 14. Mai 2019 · 11:00 Uhr

Offiziell: Formel 1 kehrt 2020 nach Zandvoort zurück!

Jetzt steht es fest: Die Formel 1 kehrt nach 35 Jahren Pause bereits im Jahr 2020 nach Zandvoort zurück - Vertrag über drei Jahre unterschrieben

(Motorsport-Total.com) - 35 Jahre mussten die niederländischen Formel-1-Fans auf ein Heimrennen warten, aber jetzt steht auch offiziell fest: 2020 kehrt die Königsklasse zurück! Das Formel-1-Management und die Streckenbetreiber des Circuit Park Zandvoort haben sich nach monatelangen Verhandlungen über einen Dreijahresvertrag geeinigt. Das wurde im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag bekannt gegeben.

Formel-1-Boss Chase Carey hat bestätigt, dass das Rennen 2020 im Mai stattfinden werde. "Wir haben den Kalender noch nicht finalisiert. Das wird erst in ein, zwei Monaten passieren", holt er aus. "Generell wird es um diese Jahreszeit passieren, noch vor Monaco. Das Rennen wird am Beginn der Europarennen stehen."

Drei Beweggründe zählt der US-Amerikaner auf, warum sich Liberty Media für eine Rückkehr auf die Traditionsrennstrecke entschieden hat: "Die Formel 1 hat eine große Geschichte in Zandvoort. Diese Strecke ist ein sehr wichtiger Teil der Formel 1. Ein weiterer Grund ist diese Euphorie hier in den Niederlanden."

Verstappen-Hype & Rückbesinnung auf die Wurzeln

Den Hype, den Max Verstappen 2016 mit seinem Wechsel zu Red Bull ausgelöst hat, will das Formel-1-Management befriedigen und nutzen. "Zwar ist das ein kleines Land, aber die Leidenschaft ist unvergleichlich. Max Verstappen hat das noch einmal auf ein ganz neues Niveau gehoben", schwärmt Carey.


360-Grad-Runde mit Max Verstappen in Zandvoort

Komm mit auf eine Runde in Zandvoort mit Max Verstappen, aufgezeichnet mit einer spektakulären 360-Grad-Kamera Weitere Formel-1-Videos

Außerdem war den Rechteinhabern wichtig, den Kernmarkt Europa durch ein neues Rennen zu stärken. "Es ist natürlich eigentlich kein neues Rennen, da wir hier schon gefahren sind. Aber für eine neue Generation wird das ein neues Rennen sein."

Mit der Rückkehr der altehrwürdigen Traditionsstrecke an der niederländischen Nordseeküste müssen die orangen Fanmassen nicht mehr so weit reisen, um ihren Lokalmatadoren zu bejubeln. Darauf freut sich auch Ex-Formel-1-Pilot Jan Lammers, er tritt als Sportdirektor des Rennen in Erscheinung.

Umbauarbeiten in einigen Kurven geplant

"Ich bin immens stolz darauf, dass die Formel 1 in die Niederlande zurückkehrt - ein fantastisches Event im 70. Jubiläumsjahr der Königsklasse", so der Le-Mans-Sieger. "Als Sportdirektor, aber vor allem als Fan, freue ich mich sehr auf diesen Moment. Darauf können wir in den Niederlanden stolz sein und das mit der restlichen Welt teilen! Das will sich natürlich niemand entgehen lassen!"

"Ich habe schöne Erinnerungen an die Besuche der Formel-1-Rennen in Zandvoort in den 1970er- und 80er-Jahren, als wir den Ground-Effekt entdeckten", weiß Formel-1-Sportchef Ross Brawn noch genau. "Diese Autos in Kurven wie Tarzan zu sehen, war wirklich spektakulär."

Der Brite versichert, dass die Rennstrecke für das Rennen in einem Jahr adaptiert wird. "Die Strecke und die Infrastruktur werden modernisiert, um den Sicherheitsstandards der FIA zu entsprechen. Das Paddock wird total umgebaut. Dennoch glaube ich, dass die Fans und Teams die historische Atmosphäre genießen werden, wenn wir nächstes Jahr dorthin kommen werden."

Die aktuellen Piloten sprachen sich mehrheitlich für eine Rückkehr aus, auch wenn die Strecke in die Jahre gekommen ist und kaum Überholmöglichkeiten bietet. Auch Lammers verspricht: "Um die Wünsche der Formel 1 und die Standards der FIA zu erfüllen, werden die Strecke und die Infrastruktur modernisiert."

Im Detail werden einige Kurven verbreitert: "Die Start-Ziel-Linie wird Richtung Tarzan-Passage verschoben werden, um sicherzugehen, dass das gesamte Starterfeld von der Haupttribüne gut zu sehen ist. Die Gerlach-Kurve wird etwas breiter gestaltet, um die Sicherheit dort zu gewährleisten." Auch die Hugenholtz-Kurve wird auf der Innenseite verbreitert, um dort mehr Platz zu schaffen.

"Dann kann man mit mehr Geschwindigkeit in die Scheivlak-Kurve fahren. Die Hans-Ernst-Kurve wird im zweiten Teil etwas länger und breiter, um flüssiger um die Kurve zu kommen", schildert Lammers. Außerdem wir die letzte Kurve flüssiger gestaltet, damit die Fahrer dort Vollgas fahren können. "Dort wird man dann denselben Effekt haben wie in der letzten Kurve in Brasilien. Man wird mit offenem DRS durchfahren können."

"Keine Sorge": Organisatoren haben keinen Zeitstress

Die Vorbereitungen für die Bauarbeiten haben schon begonnen, bestätigt der Ex-Rennfahrer. "Achtzig Prozent macht die Planung aus. Es scheint, dass wir vieles ändern, aber ein guter Straßenbauer kann diese Änderungen in einer oder zwei Wochen vollziehen." Deshalb haben die Organisatoren auch keine Eile. Im Sommer sollen die Umbauarbeiten stattfinden. "Wir haben keine Sorgen, denn sonst würde man ein solches Projekt erst gar nicht beginnen."

Besonders wichtig ist dem Formel-1-Management, die Einzigartigkeit des Rennens zu betonen. Jedes Rennen habe seine eigene Identität, schildert Carey. "Wir wollen, dass jedes Rennen ein Spiegelbild davon ist, was den Ort und das Land so besonders macht." Er spricht auch von "multidimensionalen Events" für alle Fangruppen. "Wir wollen diese Events zu Spektakeln machen. Wir wollen hier in Zandvoort Erinnerungen auf Lebenszeit schaffen."


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"Bei jedem Rennen erleben wir ein Meer an orange gekleideten Fans. Die verdienen ein Rennen zu Hause", ließ Formel-1-Marketingboss Sean Bratches bereits im Vorfeld wissen. Auch Christian Horner ist von der Idee begeistert: "Ein Grand Prix der Niederlande wäre gewaltig!"

Von 1952 bis 1985 war der Kurs Austragungsort eines Grand Prix. Zandvoort-Rekordsieger ist Jim Clark mit vier Erfolgen. Niki Lauda und Alain Prost haben je dreimal gewonnen.

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