• 03. März 2019 · 07:18 Uhr

Binotto stellt klar: Leclerc darf gegen Vettel frei fahren

Warum der neue Ferrari-Teamchef Mattia Binotto Sebastian Vettel zur Nummer 1 gemacht hat und wie die Rollenverteilung in der Praxis ausschauen soll

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel ist bei Ferrari zumindest zu Saisonbeginn die Nummer 1. Das hat Teamchef Mattia Binotto sofort klargestellt. Doch was hat den Nachfolger von Maurizio Arrivabene so früh dazu veranlasst, die Rollen zwischen Vettel und seinem neuen Teamkollegen Charles Leclerc, der sich bei den Tests hervorragend geschlagen hat, klar zu verteilen?

Maurizio Arrivabene, Mattia Binotto

Binotto hat bei Vorgänger Arrivabene gesehen, wie man es nicht macht Zoom Download

"Wenn die Absichten von Anfang an klar sind, dann macht man in unklaren Situationen zumindest keine Fehler", sagt Binotto. Eine Anspielung auf seinen Vorgänger, der 2018 nach der äußerst spät ausgesprochenen Stallregie in Hockenheim in Monza auch noch Kimi Räikkönen die bessere Ausgangsposition im Qualifying einräumte, obwohl der Finne kaum noch Titelchancen hatte. Das Ergebnis ist längst Geschichte. Und die Kritik war niederschmetternd.

Die neue Rollenverteilung sei nicht nur gut für beide Fahrer, sondern "auch für Ferrari", stellt Binotto klar. Sie solle aber nicht dazu führen, dass sich Neuling Leclerc komplett unterordnen muss. "Die beiden dürfen natürlich frei fahren und miteinander kämpfen", sagt er. "Wir werden nicht darum bitten, dass Charles langsamer fährt - oder Sebastian schneller. Beide müssen ihr Maximum abrufen."

So führt Binotto Ferrari

Nur in heiklen Situationen werde sich das Team einmischen. "Wenn es zu Saisonbeginn irgendeine unklare Situation gibt, dann ist Sebastian, der mehr Erfahrung hat, schon viele Jahre für uns fährt und bereits Weltmeisterschaften gewonnen hat, unser Champion", erklärt Binotto seine Herangehensweise.


Nach Vettel-Crash: Wie gut ist Ferrari?

Erst Top-Bestzeiten, dann Vettel-Crash: Unser Video-Team in Barcelona analysiert die bisherige Vorbereitung von Ferrari auf die Saison 2019 Weitere Formel-1-Videos

Nur ja keine Unruhe aufkommen zu lassen, scheint seine oberste Devise zu sein - und Vettel, der im Vorjahr die aus seinen Red-Bull-Weltmeisterjahren gewohnte Rückendeckung vermisste, Nestwärme zu bieten, damit er den WM-Titel für Ferrari holen kann. "Ich kümmere mich darum, dass jede Person bei Ferrari die besten Umstände vorfindet, um eine gute Leistung abzuliefern", beschreibt Binotto seine Aufgabe in Maranello.

Was er damit meint? "Dass die Atmosphäre passt und die Rollen klar sind - auch bei den Fahrern", geht der in der Schweiz geborene Langzeit-Ferrari-Mann ins Detail. "Das ist die beste Herangehensweise." Ob die klare Rollenverteilung Auswirkungen haben werde? "Da müssen wir abwarten", sagt Binotto. "Ich bin ziemlich sicher: Wenn man ordentlich arbeitet, dann erreicht man das Maximum."

Binotto warnt: Leclercs Testzeiten nur nicht überbewerten!

Auch wenn die Rollenverteilung auf den ersten Blick wie ein Dämpfer für Leclerc anmutet, nimmt Binotto damit auch den Druck von den Schultern des 21-jährigen Monegassen, der gerade mal seine zweite Formel-1-Saison bestreitet. Und wenn sich dieser tatsächlich langfristig als schneller erweisen sollte, dann wird die Entscheidung mit Sicherheit überdacht.


Das Ranking der Formel-1-Teams nach den Tests

Ferrari - so weit, so gut - ist die #1 nach den Barcelona-Tests, aber was kommt dahinter? Wir wagen den Versuch einer Einschätzung ... Weitere Formel-1-Videos

Dass Leclerc bei den Tests auf Vettel-Niveau war, will Binotto - zumindest nach außen - nicht überbewerten. "Die beiden haben sich ja nicht aneinander gemessen. Charles hat sich in Barcelona darauf konzentriert, das Auto zu verstehen und mit seinem neuen Team und den Ingenieuren zu arbeiten."

Es sei zwar korrekt, dass die Rundenzeiten der beiden ähnlich waren und das zeige auch, dass Leclerc "ein guter und schneller Fahrer ist, aber das haben wir schon gewusst", gibt er sich wenig überrascht. Auch wenn er davon überzeugt sei, dass Leclerc die richtige Wahl ist, sei der Barcelona-Test kein Beleg dafür: "Das wird die Saison zeigen."

Tickets

Aktuelles Top-Video

Analyse: Was ist bei Ferrari schiefgelaufen?
Analyse: Was ist bei Ferrari schiefgelaufen?

War Melbourne der Ausreißer - oder eher die positiven Wintertests in...

Fotos & Fotostrecken

Red-Bull-Junioren in der Formel 1
Red-Bull-Junioren in der Formel 1
Highlights der Formel-1-Fahrerfotos
Highlights der Formel-1-Fahrerfotos

Australien: Fahrernoten der Redaktion
Australien: Fahrernoten der Redaktion

Grand Prix von Australien
Grand Prix von Australien
Sonntag

Grand Prix von Australien
Grand Prix von Australien
Samstag

Formel-1-Quiz

Am Ende welcher Saison wurden Michael Schumacher alle WM-Punkte gestrichen?

Formel-1-Datenbank

Formel-1-Datenbank: Ergebnisse und Statistiken seit 1950
Formel-1-Datenbank:
Ergebnisse und Statistiken seit 1950

Jetzt unzählige Statistiken entdecken & eigene Abfragen erstellen!

Top-Motorsport-News

1.000 Meilen Sebring: Toyota bestimmt Startphase - Früher Rückschlag für Rebellion
WEC - 1.000 Meilen Sebring: Toyota bestimmt Startphase - Früher Rückschlag für Rebellion

VLN-Erdbeben: Wochenspiegel und Frikadelli kündigen Rückzug an
VLN - VLN-Erdbeben: Wochenspiegel und Frikadelli kündigen Rückzug an

Härtetest für neue NASCAR-Aero: So schnitt das neue Paket in Vegas ab
NASCAR - Härtetest für neue NASCAR-Aero: So schnitt das neue Paket in Vegas ab

Lamborghini Hybrid Hypercar: Premiere auf der IAA 2019 geplant
Auto - Lamborghini Hybrid Hypercar: Premiere auf der IAA 2019 geplant

Die aktuelle Umfrage

Anzeige

Videos

Hamiltons Unterboden: Was war da los?
Hamiltons Unterboden: Was war da los?
Analyse: Was ist bei Ferrari schiefgelaufen?
Analyse: Was ist bei Ferrari schiefgelaufen?

Rennen Melbourne 2019: Bottas' bestes Rennen
Rennen Melbourne 2019: Bottas' bestes Rennen

Qualifying Melbourne 2019: Wow, Mercedes!
Qualifying Melbourne 2019: Wow, Mercedes!

Folge Formel1.de

// //