• 18. Februar 2019 · 10:12 Uhr

Renault-Sportchef: Red Bull hat mit uns nur gespielt

Was Renault Red Bull nach der gemeinsamen Achterbahnfahrt vorwirft und wieso man glaubt, dass einem mit McLaren ein entsprechendes Schicksal erspart bleibt

(Motorsport-Total.com) - Renault wollte wegen Red Bull trotz vier gemeinsamer WM-Titel die Formel 1 verlassen. Das offenbart Renault-Sportchef Jerome Stoll gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Ich hatte dieses Gespräch mit Carlos Ghosn: 'Wenn wir gewinnen, redet niemand über uns. Aber wenn wir verlieren, dann immer nur wegen des Motors. Hört auf damit! Es gibt keinen Grund, nur ein Motorenausrüster für Red Bull zu sein'", erinnert sich der Franzose an ein Gespräch mit dem ehemaligen Konzernchef, der inzwischen wegen mutmaßlicher Finanzdelike hinter Gittern sitzt.

Christian Horner, Jerome Stoll

Nicht immer einer Meinung: Renault-Sportchef Stoll und Christian Horner Zoom Download

"Sie haben mit uns gespielt", wirft Stoll Red Bull vor. "Wenn sie gewonnen haben, haben sie Renault nie als Motorenausrüster erwähnt." Man habe sich daher für den "kompletten Ausstieg aus der Formel 1 entschieden", sagt er. Doch dann habe man den Entschluss noch einmal überdacht.

"Wir hatten zwei Optionen: entweder aufhören oder als Team zurückzukehren", erzählt der Renault-Sportchef. Als es dann Ende 2015 die Option gab, das ums Überleben kämpfende Lotus-Team zu übernehmen, mit dem man in der Vergangenheit große Erfolge gefeiert hatte, schlugen die Franzosen zu.

Wie Renault von Red Bull profitierte

Denn damals war der Tenor: Als Motorenhersteller kann man Erfolge in der Formel 1 nicht verkaufen! Dennoch will er die gemeinsame Ära mit der österreichischen Truppe mit Sitz in Milton Keynes nicht nur schlechtreden.

"Red Bull als Kunde zu haben, war für uns gut, weil sie sehr fordernd waren", sagt er. "Sie haben uns dazu gebracht, uns noch schneller zu verbessern, als wenn wir alleine wären."

Da nun nach Toro Rosso auch Red Bull zu Honda gewechselt hat, rüstet Renault neben dem Werksteam nur noch die Kundenmannschaft von McLaren aus, die in den vergangenen Jahren die Honda-Entscheidungsträger mit ständiger Kritik zur Weißglut getrieben hatte.

Keine Sorgen durch McLaren?

Warum Stoll dennoch zuversichtlich ist, mit McLaren nicht die gleiche Erfahrung zu machen? "McLaren ist ebenfalls ziemlich fordernd. Sie wollen auch nicht nur im Mittelfeld bleiben", sieht er zunächst Parallelen zu Red Bull. McLaren habe laut Stoll zu Renault gesagt: "Wir wollen, dass ihr fair zu uns seid. Wenn ihr eine neue Entwicklung habt, müsst ihr sie an beide Teams geben."

Der entscheidende Unterschied? Während Red Bull jahrelang ein Top-Team war, kämpft McLaren nach Jahren der Dürre darum, endlich wieder vorne mitfahren zu können: "Sie sind in einer anderen Position als Red Bull."

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