• 11. Januar 2019 · 13:49 Uhr

Neue Strecken: Formel 1 hat innovative "Überholsimulation" entwickelt

Der Stadtkurs in Hanoi ist mit Hilfe einer Computersimulation, die Überholvorgänge vorhersagen soll, entstanden - Pat Symonds verteidigt Regelnovelle 2019

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 möchte mit Hilfe neuer Simulationstechnik Rennstrecken gestalten, die mehr Überholaction zulassen. Wie Pat Symonds im Rahmen der Autosport International Show meint, hätte er als Chef des Liberty-Media-Expertengremiums Vehicle Performance Group zur Entwicklung des weltweit ersten dafür geschriebenen Computerprogramms beigetragen. "Es war sehr komplex", sagt er.

Max Verstappen, Sebastian Vettel

Mit Hilfe aufwendiger Computertechnik soll wieder mehr überholt werden Zoom Download

Um eine Runde zu simulieren, brauchen die Rechner mehrere Stunden. "Aber wir schaffen es, ein vernünftiges Modell der Luftturbulenzen, die ein Auto verursacht, abzubilden", so Symonds. "Es berücksichtigt die Aerodynamik der Fahrzeugoberfläche, aber auch die Eigenschaften der Reifen."

Erstmals zum Einsatz kam das Programm bei der Entstehung des neuen Stadtkurses in Vietnams Hauptstadt Hanoi. "Wir konnten so verstehen, was es braucht, damit der Kurs gutes Racing produziert. Es wird eine herausragende Strecke." Denkbar ist, dass die Technik eingesetzt wird, um die aktuellen Bahnen überholfreundlicher zu machen - etwa Langeweiler wie Sotschi oder Abu Dhabi.

Symonds ist wichtig, dass wissenschaftliche Erkenntnisse Grundlage seiner Maßnahmen sind. "Ich habe so viele Theorien gehört, wie es möglich wäre, dass mehr Autos überholen", sagt er, "zum Beispiel heißt es immer wieder, dass man für mehr mechanischen Grip sorgen müsste. Aber in einem Regenrennen, wo es deutlich weniger mechanischen Grip gibt, ist das Racing plötzlich viel besser."


Die Autosport International Show am Donnerstag

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Auf der Grundlage von Simulationen empfahl Symonds der Formel 1 auch neue Aerodynamik-Regeln für die kommende Saison, die mit einfacheren Frontflügeln und Barge-Boards für weniger "Dirty Air" sorgen sollen. Eine Maßnahme, die er trotz teils heftiger Kritik verteidigt: "Die Weiterentwicklung geht so schnell vonstatten, dass sie alarmierend ist. Hätten wir nichts unternommen, wäre es mit den 2019er-Autos noch schwieriger gewesen, Gegnern hinterherzufahren, als 2018."

Ergo wollte Symonds zumindest den Status Quo absichern und eine Grundlage für eine umfassende Regelnovelle 2021 schaffen, wenn Liberty auch eine Kostenobergrenze und mehr Einheitsbauteile einführen möchte. "Nur perfekt wird es nie sein, weil man die Gesetze der Physik nicht überwinden kann", so Symonds.

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