• 05. Juli 2018 · 20:15 Uhr

Daniel Ricciardo: Mercedes hat Schwächen gezeigt

Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo schöpft Titel-Hoffnung aus dem Unglück der Konkurrenz, schätzt die Chance aber realistisch ein und widerspricht seinem Teamchef

(Motorsport-Total.com) - Es scheint derzeit Red Bulls einzige Chance: Wenn es bei Mercedes zwickt oder bei Ferrari zwackt. Das ist auch den Fahrern Daniel Ricciardo und Max Verstappen bewusst. Sie waren schon immer gut darin, aus dem Unglück der Konkurrenz ihren Vorteil zu ziehen - wie zuletzt bei Verstappens Sieg in Spielberg nach Doppelausfall von Mercedes. Doch macht sie das gleich zu echten Titelaspiranten? Daran zweifelt Ricciardo, obwohl er gerade bei Mercedes bemerkt hat:

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Aus eigener Kraft nicht möglich? Ricciardo sorgt sich um seine Titelchancen Zoom Download

"Sie sind nicht mehr so dominant wie in den vergangenen Jahren. Aber das musste ja auch irgendwann einmal enden. Ich denke, sie haben noch immer stärkste Paket, aber sie haben jetzt halt in einigen Bereichen Schwächen gezeigt. Das auffälligste dabei sind die Strategien."

Neben dem Boxenstopp-Ärger gab es bei den Silberpfeilen aber vor allem zwei technische Ausfälle in Spielberg. Und Ricciardo kann kaum fassen, dass Hamilton das zuletzt in der Saison 2016 passiert ist. "Dann wurde es ja mal Zeit, dass er ein technischen Problem bekommt", lacht er. "Nichts für ungut, aber echt mal! Sie waren bisher halt kugelsicher und jetzt wirken sie etwas anfälliger. Generell sind sie aber noch immer stark und schwer zu schlagen."

Ricciardo widerspricht Teamchef

Der Australier hat bisher aber auch seine Höhen und Tiefen gehabt. Er schied schon dreimal aus, hat dafür aber auch schon zwei Siege eingestrichen. Als Gesamtvierter fehlen ihm 50 Punkte auf die Tabellenspitze, die derzeit Sebastian Vettel hält. In der Konstrukteurswertung hat Red Bull 58 Punkte weniger als Ferrari und 48 fehlen auf Mercedes.


Fotos: Grand Prix von Großbritannien


Für Red-Bull-Teamchef Christian Horner ist das bei noch zwölf zu fahrenden Rennen Grund genug, sich eine reelle Titelchance auszurechnen. Gerade weil sein Team das einzig ist, bei dem bisher beide Fahrer siegreich sein konnten. Ricciardo sieht das anders.

"Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr noch einmal siegen werden. Es kommen noch einige Möglichkeiten auf uns zu und Strecken, auf denen wir eine Chance haben", sagt er zwar, betont aber auch: "Ich glaube noch immer nicht, dass wir die Pace haben, um uns selbst davon zu überzeugen, dass wir mithalten können. Max und ich nehmen uns wahrscheinlich auch zu viele Punkte weg. Bei den anderen teilen nur Lewis und Seb die Punkte unter sich auf."

Budapest muss gut werden


Fotos: Red Bull, Grand Prix von Österreich


"Andererseits haben wir in Österreich am Freitag und Samstag auch keine Anzeichen für einen Sieg finden können", räumte er ein. "Mercedes hatte dann natürlich Probleme, aber Ferrari hätte uns eigentlich leicht kriegen müssen. Es ist noch immer etwas Ungewissheit dabei und das macht es ja so spannend. Wir können hoffentlich auf den Strecken gut sein, auf denen wir es erwarten. Wenn wir in Budapest nur die Plätze fünf und sechs erreichen, wären wir echt angefressen."

Dafür darf sich aber auch der Sunnyboy keine Fehler und sein Auto keine Probleme mehr leisten. "Wir stehen ganz gut da, dafür, dass wir nur sechs von Rennen beenden konnten´", so Ricciardo. "Aber 'ganz gut' ist nicht gut genug um mitzuhalten - vor allem, nicht, wenn wir nicht in der Lage sind, auf jeder Strecke dominieren zu können. Wir brauchen einfach eine bessere Ausfallquote. Ich werde in Deutschland noch eine Strafe absitzen müssen, aber unmöglich ist es noch nicht. Es liegt noch zu viel vor uns, um es abzuschreiben."

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