• 28. Oktober 2016 · 11:49 Uhr

Mauer statt Auslaufzone: Bernie Ecclestone vermisst Risiko

Der Formel-1-Boss will Fahrfehler hart bestrafen und sieht in der Dramaturgie nach Unfällen ein Showelement - Die Piloten lehnen ab, mit Ausnahme Daniel Ricciardos

(Motorsport-Total.com) - Es ist ein neuer Vorstoß im Streit um die asphaltierten Auslaufzonen auf den Formel-1-Rennkursen. Ein Durchbruch dürfte Zampano Bernie Ecclestone mit einer radikalen Idee, an der sich schon jetzt die Gemüter entzünden, aber nicht gelungen sein. Der Zampano plädiert einmal mehr dafür, die Königsklasse wieder gefährlicher zu machen. "Ich wurde von so ziemlich jedem dafür kritisiert, dass ich 40 Zentimeter hohe Mauern an den Kurven aufbauen wollte", erinnert sich der 86-Jährige.

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Bernie Ecclestone und Sebastian Vettel sind sich bezüglich Mauern nicht einig Zoom Download

Den Gegenwind nimmt er allerdings nicht zum Anlass, von dem Vorhaben abzulassen und glaubt, den Piloten damit einen Gefallen zu tun. "Sie argumentieren immer, sie dürften die Strecke nicht verlassen", spottet Ecclestone über die Diskussionen um die so genannten Track-Limits, die jüngst für viel Kontroverse sorgten. "Ich verspreche, dass es nicht passieren würde." Wer sich verbremst, hätte im besten Fall eine beschädigte Aufhängung, im schlimmsten einen gewaltigen Crash.

Für Nico Rosberg ist der Vorschlag daher nicht annehmbar: "Wir sollten uns erst mal zehn anderen Baustellen widmen. Wollen wir den Sport noch besser machen, müssen wir das tun ehe wir bei der Sicherheit die Zeit zurückdrehen", schüttelt der Mercedes-Star den Kopf. Wie viele Kollegen auch plädiert Force-India-Mann Sergio Perez für Kiesbetten und kniffligere Strecken, während Sebastian Vettel einen Gedanken liefert, der den Trend zu asphaltierten Auslaufzonen verständlicher macht.

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Denn die Formel 1 war noch nie so schnell wie mit den aktuellen V6-Hybridmotoren: "Wir fahren mittlerweile auf jeder Rennstrecke weit über 340 oder 350 km/h. Das gab es in der Vergangenheit auch nicht. Gott sei Dank geht sehr, sehr selten etwas schief", so Vettel. Ecclestone betont jedoch, den Tod nicht wieder mitfahren lassen zu wollen, wie es zu Zeiten der Motorsport-Husaren in den Fünfziger- oder Sechszierjahren der Fall war. Eine Ära, in der er sich selbst aufgrund des enormen Risikos und des Todes eines guten Freundes für fast ein Jahrzehnt von der Königsklasse abwendete.


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"Früher kamen Menschen zu einem Rennen und dachten, dass jemand getötet würde. Heute wissen sie, dass niemand ums Leben kommen wird. Das ist auch gut so", beruhigt Ecclestone die Gemüter. Dennoch hält er die Gefahr für etwas, was die Menschen in seinen Bann zieht und glaubt, dass die Formel 1 daraus gewollt oder ungewollt Kapital schlagen würde. Jüngstes Beispiel sei der Unfall Fernando Alonsos in Melbourne zu Saisonbeginn. Oder vielmehr, was sich danach abspielte.

Welche Auswirkungen hätten Mauern auf das Überholen?

"Man hätte nicht gedacht, dass er einfach davonspaziert", sagt Ecclestone. Doch statt an die Box ging es für Alonso damals ins Medical-Centre für einen Routinecheck, wie er bei größeren Unfällen längst Usus ist. Die Medienvertreter fragten unablässig nach, wie es dem Spanier ginge, ehe nach Wartezeit Entwarnung per Presseaussendung kam "Wir spannen rundherum große Tücher auf, holen ihn mit dem Krankenwagen ab. Er kommt ins Krankenhaus. Später wird bekanntgegeben, dass er wohlauf wäre. Das ist auch bisschen Showbusiness", findet der Formel-1-Boss.


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Doch es gibt auch Befürworter der radikalen Idee. "Mauern sind doch gut", sagt Daniel Ricciardo und denkt an das diesjährige Rennen in Monaco, als der führende Lewis Hamilton ihn mit dem langsameren Auto hinter sich hielt, indem er einige Kurven innen schnitt: "Wenn da eine Mauer geständen und er sich so verteidigt hätte - dann wünsche ich noch einen schönen guten Tag. Mich frustriert mehr, dass es uns zu oft erlaubt wird, schlechter zu sein als perfekt", so Ricciardo weiter.

Bedeuten Mauern am Streckenrand also automatisch mehr Action? Das Gegenteil wäre der Fall, glaubt Jenson Button. "Wenn es überall so wäre, würde nicht mehr überholt", findet der Brite und verweist auf manchen Langeweile-Grand-Prix eben in Monaco oder in Singapur. Vielmehr will der McLaren-Pilot verschiedene Autos an der Spitze sehen: "Kämpften drei Teams um Siege, würden wir keinen Gedanken mehr daran verschwenden, dass der Asphalt ein Problem wäre", sagt Button.

Eine drohende Bande am Streckenrand könnte jedoch wieder mehr den Piloten in den Vordergrund rücken. Schließlich bekennt Vettel, dass durch den luxuriösen Auslauf die Herangehensweise der Aktiven verändert würde. Trotzdem will Button lieber die TV-Kameras statt der Mauern hinter den Randsteinen sehen. "Es liegt auch an den Kamerapositionen", beschwert er sich. "Sie sollten den Speed der Formel 1 und nicht die Werbebanden zeigen. Wenn in einem Ausschnitt die ganze Gerade zu sehen ist, wirkt es nicht schnell - selbst, wenn man 320 km/h fährt." Button hofft auf den neuen Mehrheitseigner Liberty Media und schlägt eine Kamera im Randstein vor, die am Scheitelpunkt installiert wird.

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