• 17. November 2015 · 09:45 Uhr

Sainz: "Die schlimmsten 17 Minuten meines Lebens"

Carlos Sainz erlebte bei seinem Unfall in Sotschi die "schlimmsten 17 Minuten meines Lebens", doch der Grund bezieht sich nicht auf seine Situation selbst

(Motorsport-Total.com) - Mit Toro Rosso hat Carlos Sainz sportlich einen ordentlichen Einstieg in die Formel 1 geliefert, doch sein erinnerungswürdigster Moment der Saison 2015 war aus seiner Sicht leider kein sportlicher Erfolg, sondern ein Unfall. Als der Spanier im dritten Freien Training des Großen Preises von Russland verunglückte, brachen bange Minuten des Wartens an, denn die Bergung des Piloten dauerte eine gefühlte Ewigkeit, nachdem er unter die Bande gerutscht war.

Carlos Sainz

Die Bergung von Carlos Sainz in Sotschi dauerte etliche Minuten Zoom Download

Sainz selbst spricht mittlerweile von den "schlimmsten 17 Minuten meines Lebens". Immer wieder musste er die Bande von seinem Kopf wegdrücken und konnte sich nicht selbst befreien. Doch körperlich ging es dem 21-Jährigen gut, vielmehr seien es psychisch harte Momente gewesen: "Ich habe einfach gewartet und gewartet, und das war einfach sehr hart, weil ich wusste, dass meine Familie zuhause sitzt und dass mich meine Mechaniker nicht über Funk hören konnten", sagt er zu 'Sky Sports F1'.

Er selbst wusste, dass er in Ordnung war. Gleichzeitig wusste er aber auch, dass sich seine Familie vor dem Fernseher große Sorgen machen würde, dass etwas Schlimmes passiert sei. Die Entwarnung folgte erst nach einer ganzen Weile, und auch Papa Carlos Sainz sen., der sonst immer vor Ort ist, war in Russland nur vor dem TV. "Es war ein harter Moment, wenn man vor dem Fernseher sitzt", sagt der Spanier. "Die ersten 15, 20 Minuten waren ziemlich besorgniserregend, aber glücklicherweise ist nichts Schlimmes passiert."


Fotostrecke: Horror-Crash von Carlos Sainz

An den Unfall selbst kann sich der Toro-Rosso-Pilot noch genau erinnern. Beim Anbremsen zog sein Auto nach links in die Mauer, bevor er machtlos auf die Barriere zuraste und noch mit rund 160 km/h einschlug. "Die Sekunde zwischen dem ersten und dem zweiten Einschlag empfehle ich niemandem", sagt er. "Nach dem Einschlag habe ich fünf oder sechs Sekunden nicht geatmet, aber sonst ging es mir gut. Ich habe mich überall berührt, und alles hat gut funktioniert."

Sainz wurde zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus geflogen, konnte aber bereits am darauffolgenden Tag wieder am Rennen teilnehmen. "Für mich war es ein positives Wochenende, denn es war rückblickend betrachtet in vielerlei Hinsicht ein Wendepunkt. Man hat einen großen Crash und muss sich erholen, und dann fährt man das Rennen", schildert er heute. Den Lauf in Sotschi selbst empfand er dann sogar als sein bestes Rennen der Saison, bevor er mit einem Bremsproblem aufgeben musste. "Es war ein sehr stressiges Wochenende, und danach war ich komplett zerstört."

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