• 21. Oktober 2022 · 12:34 Uhr

Charles Leclerc: 2023 soll dann der WM-Titel her!

Charles Leclerc spricht über seine Ziele für die verbleibenden vier Rennen und das Jahr 2023, zudem sagt er, was Ferrari dringend lernen muss

(Motorsport-Total.com) - Seit dem vergangenen Rennen in Japan ist klar: Charles Leclerc hat dem Kampf um den Formel-1-Weltmeistertitel 2022 verloren. Natürlich kann man sagen, dass es gar kein richtiger Kampf war, wenn Max Verstappen den Sack schon vier Rennen vor dem Ende zugemacht hat. Doch zumindest zu Saisonbeginn schien es auf ein Duell zwischen Red Bull und Ferrari hinauszulaufen.

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Charles Leclerc posiert vor dem Formel-1-Wochenende in Austin Zoom Download

In den vier verbleibenden Rennen kann Leclerc aber zumindest noch um den zweiten Platz kämpfen: Einen Punkt liegt er hinter Sergio Perez, zudem ist die Konstrukteurs-WM für Ferrari noch rechnerisch drin - wenn auch sehr unwahrscheinlich.

Vor dem Großen Preis von Austin hat sich der Monegasse einer offenen Medienrunde gestellt und auf das Saisonfinale und darüber hinaus vorausgeblickt.


Frage: "Charles, hat der Kampf um den zweiten Platz vor den letzten vier Rennen irgendeine Bedeutung für Sie?"
Charles Leclerc: "Nicht wirklich. Ja, es ist immer schöner, Zweiter als Dritter zu werden. Aber mein Hauptaugenmerk liegt nicht wirklich darauf, sondern eher darauf, diese letzten vier Rennen zu nutzen, damit wir im nächsten Jahr um die Weltmeisterschaft kämpfen können. Wir werden versuchen, diese letzten vier Rennen zu nutzen, um nächstes Jahr ein besseres Team zu sein."


Frage: "Welche Dinge würden Sie gerne verbessern?"
Leclerc: "Um ehrlich zu sein: die Ausführung am Sonntag im Ganzen. Es sind viele Dinge. Das Reifenmanagement war in den vergangenen Rennen ein Schwachpunkt, dazu Kommunikation, Strategie, Zuverlässigkeit. Wir müssen am Sonntag einfach ein stärkeres Team sein und das Wochenende bestmöglich abschließen. Am Samstag waren wir häufig stark, aber am Sonntag ist es manchmal eingebrochen."


Frage: "In Japan gab es einen neuen Unterboden und zudem in den vergangenen Rennen noch ein paar Kleinigkeiten. Sind Sie zufrieden damit, dass immer noch Updates kommen?"
Leclerc: "Ja, es gab ein paar kleine Dinge. Ich glaube nicht, dass noch etwas übrig ist. Aber wir kommen in Richtung Saisonende, wo der Fokus natürlich mehr auf nächstem Jahr liegt. Aber wir versuchen auch, diese kleinen Upgrades zu nutzen, um ein paar Dinge zu verstehen, bevor wir das Design des nächstjährigen Autos endgültig finalisieren."

Bis zum Schluss nicht aufgegeben

Frage: "Gab es ein Rennen in diesem Jahr, in dem Sie gesagt haben: 'Scheiß drauf! Ich weiß, dass es mathematisch möglich ist, aber ich schaue auf 2023'?"
Leclerc: "Nein, es gab noch nicht den Moment, in dem ich gesagt habe, scheiß drauf, ich kümmere mich nicht mehr um '22! Denn das ist bis jetzt nicht der Fall. Ja, natürlich konzentriere ich mich auf diese letzten vier Rennen, um mehr zu lernen und als Team besser zu werden. Aber auf der anderen Seite wollen wir dieses Jahr auch stark abschließen. Ich denke, es ist für alle wichtig, für mich und für das ganze Team, mit guten Ergebnissen abzuschließen. Aber wir können beides kombinieren."


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Frage: "Wie haben Sie dieses Jahr mental überstanden? Ich meine, es gab so viele Rückschläge?"
Leclerc: "Ich denke, das gehört zu jeder Saison dazu. Es gibt immer Höhen und Tiefen, dieses Jahr wahrscheinlich mehr als in anderen Jahren. Vor allem der mittlere Teil der Saison war sehr, sehr schwierig. Aber mental habe ich es immer geschafft, vor jedem Rennen einen neuen Nullpunkt zu setzen und mit einer normalen Einstellung in das Rennen zu gehen, nachdem ich vergessen habe, was in den vorherigen Rennen passiert ist."


Frage: "Wie vermeiden Sie, dass Sie, wenn etwas auftaucht, sagen: Oh nein, nicht schon wieder?"
Leclerc: "Ich glaube, wir machen immer den gleichen Prozess durch: Wenn ein Fehler auftritt oder etwas schiefläuft, versucht man immer zu analysieren, woher er kommt. Und wenn man dann verstanden hat, woher es kommt, versucht man, nach vorne zu schauen. Das haben wir dieses Jahr getan und das werden wir auch weiterhin tun."

Ferrari auf gutem Weg

Frage: "Sie sagten, dass Sie Ihre Ausführung am Sonntag im nächsten Jahr verbessern wollen und dass das der Schlüssel ist. Was haben Sie vom Team gesehen, das darauf hindeutet, dass es dazu in der Lage sein wird, insbesondere angesichts der Probleme bei den letzten Rennen?"
Leclerc: "Nun, ich denke, an der Kommunikationsstrategie und so arbeiten wir schon seit ein paar Rennen. Und ich habe bereits positive Anzeichen gesehen. Das ist also gut. Und dann ist da noch das Reifenmanagement, das etwas schwieriger ist, wie wir in den vergangenen Rennen gesehen haben. Wir müssen alle Ursachen dafür identifizieren."


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"Aber wir arbeiten kontinuierlich daran, und wir werden immer besser darin. Und ich denke, wir haben in diesem Jahr gesehen, dass wir in einigen Rennen sehr gut mit den Reifen umgehen konnten. Das Einzige, was wir noch tun müssen, ist, in ganz bestimmten Situationen gut zu sein. So wie in Japan, wo es am Sonntag etwas kühler war und es natürlich auch geregnet hat. Und in unerwarteten Situationen sind wir wahrscheinlich nicht so gut, wie es Red Bull vielleicht ist. Daran müssen wir also arbeiten."


Frage: "Wie waren Ihre Gefühle, als Sie am Sonntag in Suzuka wussten, dass der Titel weg ist?"
Leclerc: "In den letzten zwei oder drei Rennen davor wussten wir, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis Max die Meisterschaft gewinnen würde. Es war also keine Überraschung. Natürlich ist es immer schwierig, wenn man merkt, dass der Titel nicht mehr möglich ist. Aber was kann ich tun? Natürlich bin ich enttäuscht. Andererseits muss ich nach vorne schauen und versuchen, das Beste aus dem letzten Teil der Saison zu machen. Also behalte ich den Kopf oben."

Verwirrung nach Suzuka

Frage: "Was können Sie über die Verwirrung nach dem Rennen sagen?"
Leclerc: "Ja, das war ein bisschen seltsam. Ich glaube, als sie Max zum ersten Mal sagten, dass er Weltmeister sei, schaute er mich an und sagte: 'Nein, eigentlich bin ich es nicht.' Und ich sagte: 'Vielleicht bist du es, weil sie es sagen.' Es war also für keinen von uns klar. Aber ja, es war ein bisschen seltsam. Ich meine, es gab so viele Dinge, die nicht klar waren, die vollen Punkte, nicht die vollen Punkte. Die Strafe, nicht die Strafe. Und ja, so war es."


Frage: "Wie ist das in solch einem großen Sport möglich?"
Leclerc: "Ich bin der Meinung, dass wir in dieser Hinsicht noch besser werden müssen, ganz sicher. Aber auch hier bin ich sicher, dass es in den nächsten Rennen Diskussionen geben wird, damit wir vorankommen und besser werden."


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Frage: "Sie sagten, dass sie wussten, dass Max den Titel gewinnen würde. War es dann auch eine Art der Erleichterung, als es entschieden war?"
Leclerc: "Nein, ich meine, als Fahrer will ich den Titel gewinnen. Sobald ich also wusste oder realisierte, dass es sehr unwahrscheinlich sein würde, ist es natürlich schwer zu akzeptieren. Aber ich fühlte mich in keiner Weise erleichtert."


Frage: "Ziehen Sie Positives daraus, dass sie zum ersten Mal mit im Titelkampf waren?"
Leclerc: "Wir kommen aus 2020 und '21, die für das ganze Team sehr schwierig waren. Und dieses Jahr haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht, was die Leistung angeht. Aber es gab viele verpasste Chancen und Teile der Saison, in denen wir zu viele Fehler gemacht haben. Es war also insgesamt eine frustrierende Saison, aber andererseits bin ich mir ziemlich sicher, dass sie uns helfen wird, in Zukunft besser zu werden."

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